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PolarNEWS Magazin - 9

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Bilder: Heiner Kubny,

Bilder: Heiner Kubny, Dreamstime Humboldtpinguine (links) werden wegen ihrer klimaverträglichkeit in unseren Zoos gehalten, während der Gelbaugenpinguin nur auf Neuseeland vorkommt. in die äquatoriale Zone vorgedrungen waren, viele Millionen Jahre nach der grossen Abkühlung der Erde, welche vor rund 34 Millionen Jahren eintrat und die polaren Eiskappen deutlich anwachsen liess. Die beiden Funde aus Ica belegen nun, dass Pinguine bereits etwa 30 Millionen Jahre früher als bisher angenommen, während einer der wärmsten Abschnitte der Erdneuzeit (Känozoikum), in der Nähe des Äquators lebten. Zusammen mit anderen peruanischen Knochenfunden weiterer Pinguinarten aus den vergangenen Jahr - zehnten lässt sich ausserdem erkennen, dass es in jenem äusserst warmen Intervall auch viel mehr Pinguinarten an Perus Küsten gab als heute. Doch nicht nur im vorgeschichtlichen Peru gehen die beiden Begriffe Wärme und Pinguin ganz gut zusammen, wie diese neuen Funde aus Ica belegen. Auch in der heutigen Antarktis war das Klima in den ersten paar Millionen Pinguinjahren noch längst nicht so eisig wie heute. Nachdem man die klimatischen Verhältnisse in der Antarktis im Paläozän rekonstruiert hatte, kam zutage, dass damals vor rund 65 bis 55 Millionen Jahren vor heute gemässigte oder subtropische Wälder auf Teilen der jetzigen Antarktis standen. Wärme bevorzugt Die Welt der Forscher wagt deshalb die Aussage, dass Pinguine eigentlich vom Anfang ihrer Karriere eher wohlig temperierte Klimata bevorzugten und sich erst von ihrem antarktisch-neuseeländischen Ent - steh ungs gebiet auszubreiten begannen, als es dort unten im Oligozän (vor 34 bis 23 Millionen Jahre) mit zunehmender Ver - eisung ungemütlich kalt zu werden drohte. Am Anfang des Oligozäns (oder auch am Ende des Zeitintervalls davor, des Eozäns) bis hin ins frühe Miozän (vor 23 bis 5 Millionen Jahren) hatten die Pinguine ihre beste Zeit; es gab mehr Arten als heute, allerdings bewohnten sie beinahe die gleichen Gebiete wie heute. Die einzelnen Bruchstücke des Südkontinents Gondwana lagen noch viel näher beieinander: Es gab eine Menge Neuland beziehungsweise Neumeer für die Ur-Pinguine zu entdecken, frisch entstandene, eher seichte Meeres ge - biete zwischen den auseinanderdriftenden Gondwana-Schollen. Das uns so vertraute Bild des antarktischen Pinguins im Schneesturm vor beinahe gefrorenem Meer scheint also eher die Ausnahme als die Regel zu sein. Auch Kaiserpinguin & Co. hätten es eigentlich lieber gerne wärmer – wie die grosse Mehr - heit ihrer Verwandtschaft auf dem grossen Rest der Südhalbkugel. Magellanpinguine bauen keine Nester, sondern brüten in Höhlen. Das wäre in Böden mit Permafrost nicht möglich. Sie leben im Süden Südamerikas. Kalte Meeresströmungen Aber weshalb scheint ausgerechnet der Äquator eine magische Grenzlinie zu sein, über welche bisher partout kein Pinguin seinen starken Fuss setzen wollte? Pinguine fühlen sich nur dort zu Hause, wo kalte Meeresströmungen den Küsten von Kontinenten und Inseln entlang streichen und nährstoffreiche Wasser mit sich führen. Die Vögel folgten im Laufe ihrer Evolution solchen Kaltwasserströmungen in Richtung Norden – aber keine dieser Meeres strö - mungen überquert den Äquator, sie werden alle in der Äquatorialzone umgelenkt. Der Äquator ist demnach für Pinguine eine Art Klimaschranke, unüberwindlich. Am Äquator ist es auch, wo sich Pinguin und Eisbär geografisch am Nächsten kommen – » 28 Polar NEWS

Neben den Kaiserpinguinen sind die Adélie-Pinguine die einzigen ihrer Art, die ausschliesslich auf dem antarktischen Festland beheimatet sind. Der Kälterekordhalter: Als grösste und massigste aller Pinguine kommen Kaiserpinguine mit Temperaturen von bis zu minus 60 Grad zurecht. Polar NEWS 29

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