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PolarNEWS Magazin - 8

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SSP Kälteplaner AG Wir

SSP Kälteplaner AG Wir erarbeiten gesamtheitliche Konzepte (ökologisch, wirtschaftlich und zukunftsgerichtet) in enger Zusammenarbeit mit dem Bauherrn und den Planungspartnern. Fon +41 62 388 03 50, mail@kaelteplaner.ch Architekturbüro für Gastronomieplanung und Generalplanung von Gastronomiebetrieben LÜSCHER Gastro PLANUNG Chaletweg 2 CH-4665 Oftringen Fon +41 62 797 38 71 Fax +41 62 797 68 80 Wir sind ein unabhängiges und leistungsfähiges Planungsbüro und stark in Gastronomieplanung Gastronomie– Logistik komplette Haustechnik in der Gastronomie gastrospezifische Innen- & Architektur Seit 40 Jahren immer vorne dabei Wir bringen unsere jahrelange Erfahrung bereits in der Ideenphase ein, damit aus Kundenwünschen Wirklichkeit wird. Sicherheit für Ihre Investition Von Projektierung bis zur Ausführung ist alles in unseren Händen. Diese Leistung garantiert zuverlässige Qualität und hohe Sicherheit im Bezug auf Termine, Kosten und Effizienz. 48 Polar NEWS

Da könnte man stundenlang zum Himmel hochschauen. Der Abendwind verbläst die Wolken am Himmel zu immer neuen Figuren. Kapitän steht sehr aufmerksam auf der Brücke und gibt in kurzer Folge knappe Befehle zur Kurskorrektur, um den besten Weg durch dieses dichte Labyrinth zu finden. Ein Tag auf See Heute gibt es zunächst einmal nur Wasser zu sehen. Schliesslich ist es ein weiter Weg zurück über die Tschuktschensee. Die Sonne scheint, der geringe Seegang zwingt niemanden mehr in die Koje, und so kann man die Überfahrt draussen an Deck ge niessen. Am späten Nachmittag nähern wir uns der Küste und Lagune von Uelen. Der inzwischen aufgezogene kräftige Nordwind sorgt jedoch für eine meterhohe Brandung an den flachen Kiesstränden, so dass eine An lan - dung mit den Zodiaks unmöglich ist. Trotz des starken Winds begeben sich einige Leute aufs Vorderdeck, um die Gewalt des Windes hautnah mitzuerleben. Ein be - sonderes Spek takel sind auch die stets wechselnden Bilder der Wolken, die wie Ufos oder Aladin aussehen. Es bleibt unserem Expeditionsleiter nichts anderes übrig, als weiterzufahren und hinter Kap Dezhnev nach günstigeren Lande - plätzen Ausschau zu halten. Um 17.30 Uhr ertönt das Schiffshorn zum Zeichen, dass wir genau querab zum Kap stehen und so erneut die äusserste Ostspitze Asiens umrunden. Doch auch hinter dem Kap ist der Wind nicht ruhiger. Für heute bleiben wir an Bord. Verwirrendes Lorino Erst am späten Morgen des nächsten Tages findet der Kapitän an der Landzunge von Akkani eine Bucht, wo eine Anlandung möglich ist. Akkani ist ein alter Sied - lungsplatz der Eskimos, der allerdings schon vor vielen Jahren als regulärer Wohn - ort aufgegeben wurde. Trotzdem gibt es ausser vielen Ruinen auch noch einige be - wohnbare Hütten, die von den ehemaligen Einwohnern jetzt als Sommercamp genutzt werden. Erfreulicherweise sind gerade einige «Urlauber» anwesend, weshalb wir einen authentischen Einblick in ihre Alltagskultur erhalten. Ein grosses Umiak, ein Kajak aus einer Holzgerüstkonstruktion, überspannt mit Walrosshäuten, scheint gerade erst fertig - gestellt worden zu sein, es wird jedenfalls noch hier und da etwas daran verbessert. Am Nachmittag werden wir bei der Anlandung an Lorino von den Einwohnern bereits erwartet. Ältere Frauen und Männer singen Lieder, zu denen bunt gekleidete junge Mädchen tanzen, während die Sänger im Takt die Trommel schlagen. Es gibt Pelze und Schnitzereien zu kaufen, Spezialitäten aus Walfleisch werden zum Probieren angeboten. Entlang staubiger Pisten reihen sich grosse Wohnblocks, die zumeist schon bessere Tage gesehen haben. Die Trostlosigkeit der Behausungen und ihrer mit viel Gerümpel «gezierten» Umgebung steht im scharfen Kontrast zur fröhlichen und bunten Dar - bietung der freundlichen Menschen, die wir eben noch am Strand gesehen haben... Für mich ein verstörendes Erlebnis. Rund 2000 Menschen leben hier, die Hälfte davon sind Kinder. In Lorino gibt es zwei Supermärkte, ein Krankenhaus, eine Fuchs - farm mit tausend Füchsen und eine grosse Schule, manche der Kinder sprechen sogar ein wenig Englisch. Sechs örtliche Jagd - gruppen erlegen pro Jahr 47 Grauwale, insgesamt dürfen in Tschukotka 130 dieser Tiere von Einheimischen gejagt werden. Ich komme erst am nächsten Tag wieder zur Ruhe, als wir die verlassene Walfangstation in der Slavainskaya Bay besuchen: Hier leben schon seit 40 Jahren keine Menschen mehr, die Hinterlassenschaften aus zerfallenden Häusern und den Resten einer alten Fabrik wirken pittoresk. Irgendwo rostet ein kaputtes Flugzeug. Die Szenerie wirkt so abgehoben, dass sie mir unwirklich vorkommt. Das Loch im Flieger Die Slavainskaya Bay ist unser letzter Land - besuch auf dieser Reise. Ich fühle mich erfüllt und gleichzeitig traurig, weil ab jetzt » Polar NEWS 49

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