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PolarNEWS Magazin - 8

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Stattlicher

Stattlicher Meeressäuger: Männliche Narwale werden – ohne Zahn – bis zu fünf Meter lang und um die 1600 Kilogramm schwer. Von Peter Balwin (Text) Unmerklich wurden die dunklen Wintertage in der Diskobucht an Grönlands zerklüfteter Westküste immer kälter. Ein auffrischender Wind schob die Packeisfelder mit ungeheurer Kraft langsam vor sich her. Die wenigen offenen Wasserflächen zwischen den Eisschollen wiesen schon eine hauchdünne Schicht frischen Meereises auf, und die wenigen noch offenen Rinnen im Eis begannen sich zu schliessen. Jetzt bemerkten es die Narwale! Hunderte dieser hocharktischer Wale, welche am Rande des Packeises und in den Polynias den Winter verbringen, sahen sich plötzlich gefangen im Eis. Je enger der Platz wurde, desto stärker wuchs die Panik – und die Angst nahm zu, dass die Eisdecke sich schliessen und den Walen den Zugang zur Luft, zum lebenswichtigen Sauerstoff nehmen könnte. Die Welt unter der Meeresoberfläche der Diskobucht war erfüllt vom angstvollen Pfeif - ton, mit dem sich die Narwale ihre Agonie mitteilten. Orcas kamen, die Schwertwale und natürlichen Feinde der Narwale, angelockt durch den Lärm, den dieser katastrophale Vorgang mit sich brachte. Und die Menschen kamen aus den bunten Holz - häuschen der umliegenden Siedlungen, um von diesem Naturphänomen zu profitieren, die Narwale zu jagen und den kostbaren langen Zahn der Männchen zu erbeuten. Es blieben viele tote Narwale zurück, als dieses Sassat, wie der Grönländer eine solche Eisfalle nennt, endlich vorüber war... Man weiss so gut wie nichts So nahe wie bei einem Sassat kommt man den scheuen Narwalen sonst eigentlich kaum. Denn selbst weit gereiste Polarfahrer bleiben häufig stumm, wenn sie von ihren Narwal-Erlebnissen berichten sollen. Beob - acht ungen gelingen selten, und auch Zoo - logen befassen sich mit ganz wenigen Ausnahmen lieber mit «zutraulicheren» Wal arten. Dabei hätte der Narwal, der «Einzähnige», ein ganz besonders interessantes Leben zu bieten, dessen Vielfalt immer noch mit etlichen wissenschaftlichen Fragezeichen behaftet ist. So viel ist sicher: Der Narwal (Monodon monoceros) lebt ganzjährig nördlich des 60. Breitengrades, innerhalb einer relativ schmalen Zone, die von der östlichen Hocharktis Kanadas über West- und Ostgrönland, Spitzbergen bis zur Inselgruppe von Franz- Josef-Land in der russischen Arktis verläuft. Es gibt keinen anderen arktischen Wal mit einem derart eingeschränkten Verbreitungs - gebiet. Ausserdem führt der Narwal ein hochgradig spezialisiertes Leben. Etwa zwei Sommermonate verbringt er in eisfreien Buchten und Fjorden der hohen Arktis, bevor dieser Zahnwal zu einer gut zweimonatigen Reise in seine Überwinterungsgebiete aufbricht. Bei dieser saisonalen Wanderbewegung gibt das Meereis den Takt an und beeinflusst das (Zug-)Verhalten. Keine andere Walart lebt für einen solch langen Zeitraum in Gebieten mit einer derart dichten Meereisbedeckung wie der Narwal. Die jährliche Neubildung des Eises im Spätsommer bestimmt die Abreise; das Aufbrechen und Schmelzen des Treibeises im Frühling ermöglicht die Rückkehr nach Norden, und die Drift des Packeises sowie die Verteilung offenen Wassers wie Eisrinnen oder Polynias im Mittwinter sind entscheidend für den genauen Aufenthalt. Narwale ziehen bis maximal tausend Kilo - meter weit und oft in grossen Ansammlungen in ihre Winterquartiere, die sie in eisbedeckten, 1000 bis 1500 Meter tiefen Hochseege - bieten über dem Kontinentalabhang erreichen. Die Populationen aus Kanada und Westgrönland bevorzugen dabei mit einer bemerkenswerten Ortstreue das winterliche » 12 Polar NEWS

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