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PolarNEWS Magazin - 7

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Grössenvergleich, von

Grössenvergleich, von oben nach unten: ein Orca, ein Blauwal und der Pliosaurier. Der Mensch vor dessen Schnauze ist dagegen geradezu winzig. eines arktischen Sommers schützen: starke Winde, Regen und Nebel, Temperaturen um den Gefrierpunkt – und natürlich die ständige Angst, von einem Eisbären aufgestöbert zu werden. Wie angenehm muss es da zu Urzeiten auf dieser Inselgruppe gewesen sein! Dinosaurier und Meeresechsen hätten sich in einer frostigen Umwelt sicherlich nicht wohl gefühlt. Gänsehaut haben die Pliosaurier keine gekriegt damals, denn Spitzbergen lag vor 150 Millionen Jahren etwa auf der gleichen geografischen Breite wie heute Hamburg oder Oslo. Die Kontinentalverschiebung war in vollem Gang. Im Laufe des Erdmittelalters, des Meso zoi - kums (250 bis 65 Millionen Jahre vor unserer Zeit), bewegte sich jener Teil der Erdkruste, auf dem das heutige Spitzbergen thront, von einer Position bei etwa 45 Grad nördlicher Breite bis hinauf zum 60. nördlichen Breiten - kreis. Damals herrschte ein weitgehend gemässigt-feuchtes Klima, und die Land - formen waren zum grössten Teil abgeflacht. Tiere fanden damals paradiesische Be din - gung en vor, weshalb die Fauna des Erd mittel - alters von den Paläontologen als sehr reichhaltig beschrieben wird. Die Reptilien taten sich zu jener Zeit besonders hervor. Trias, Jura und Kreide, die drei Epochen des Mesozoikums, waren die Zeiten der Saurier, und dies ganze 186 Millionen Jahre lang! Unser «Monster» vom Isfjord lebte in der Epoche des Jura. Der Superkontinent Pangäa war gerade dabei, sich in zwei Landmassen namens Laurasia – mit dem späteren Nord - amerika, Europa und Asien – und Gond wana (mit Südamerika, Afrika, Australien) aufzutrennen. Zwischen diesen beiden neuen Landmassen öffnete sich eine ozeanische Verbindung, eine zentral-atlantische Meeres - strasse. Sie verband das Thetysmeer (quasi das Ur-Mittelmeer) mit dem heutigen Golf von Mexiko und dem Ur-Pazifik von damals. Diese «hispanischer Korridor» genannte Meeresstrasse führte zu einem Austausch von Tierarten, weshalb in jener Zeit Indien, Persien und Mitteleuropa punkto Tierwelt viele Gemeinsamkeiten mit Kuba, Mexiko, Peru und Chile aufwiesen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass unser Pliosaurus aus Spitzbergen ausgerechnet im fernen Mexiko einen ernsthaften Konkurrenten vorfindet, der ihm an Körpergrösse kaum nachsteht: das «Monster von Aramberri»! 1984 durch einen Studenten nahe des Dorfes Aramberri in Süden des mexikanischen Bundesstaates Nuevo León entdeckt und zwei Jahre später von deutschen und mexikanischen Paläonto - logen ausgegraben, hat dieser gigantische Pliosaurier damals Weltruhm erlangt. Fleischfresser mit Fisch- Vorliebe Doch das «Monster» vom spitzbergischen Diabasodden scheint alle bisherigen Re - korde zu schlagen. Jørn Hurum erklärt, dass «seine» Riesenmeeresechse um 20 Prozent grösser sei als der Kronosaurus aus Queens - land, Australien, der mit seinen 10 bis 11 Metern Länge bisher als der grösste Plio - saurier gegolten hat. Der arktische Plio - saurus bringt es auf 15 Meter. Nur schon seine Seitenflossen, mit denen er elegant und flink durchs Urmeer zischte, messen beinahe 3 Meter (deshalb der aus dem Griechischen abgeleitete Name Plio - saurus, was «Flossenechse» bedeutet). Die norwegischen Forscher gehen auch davon aus, nicht nur den grössten Pliosaurus geborgen, sondern damit gleich auch eine neue Unterart entdeckt zu haben. Die Nachbildung der tropfenförmigen Körper - formen eines Pliosaurus ergeben nicht eben grazile Wesen: Sie sahen aus wie eine ungünstige Mischung aus einer gewaltigen Eidechse mit Stummelschwanz und einem kurzhalsigen, überfahrenen Krokodil. Seine vier mächtigen Flossen setzte ein Pliosaurier zum Unterwasserflug ein. Man nimmt an, dass er auf Beute lauerte und in null Komma nichts mit grosser Geschwindig - keit hinter den Unschuldigen herrasen konnte. Die so verfolgten Opfer waren Fische, Tintenfische und Meereskrokodile, aber auch grössere Kaliber wie etwa Fisch - saurier oder gar seinesgleichen wurden verspiesen. Üble Bissspuren in gefundenen Knochen zeichnen einen Pliosaurus als waschechten Fleischfresser aus, dessen Grausamkeit bei der Jagd auf Beute höchstens noch durch grosse Mosasaurier überboten worden war, der in den warmen Meeren der Kreidezeit » 46 Polar NEWS

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