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PolarNEWS Magazin - 7

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Spektakulär: Die Luft

Spektakulär: Die Luft ist so kalt, dass deren Feuchtigkeit zu Eiskristallen gefriert. Darin wird das Sonnenlicht zu einem sogenannten Halo gebrochen. Einquartiert sind wir in neuen Touristen - häuschen. Jedes umfasst einen grossen Empfangsraum mit Küche, drei Schlaf - zimmer und ein Bad. Solchen Komfort in dieser Gegend hätten wir uns nie und nimmer erträumt. Zwanzig dieser Fertig - häuschen wurden von Kanada hierher gebracht und montiert. Im nahegelegenen Restaurant fragen wir beim Mittagessen nach der Anzahl der Touristen, die Egvekinot besuchen. Zu unserer Überraschung erklärt man uns, dass wir die Ersten seien und die Unterkünfte für den hoffentlich eintretenden Tourismus benötigt werden. Unterkunft im Zelt Für die nächsten Tage werden die Skidoos eingestellt. Es geht weiter mit einem 6x6- Geländebus nach Amguema, das wir nach 100 Kilometern Fahrt durch atemberaubende Gebirgslandschaften erreichen. Unter - wegs überqueren wir den Polarkreis und können auf einem Passübergang auf 300 Meter über Meer ein grosses Sonnen phäno - men bewundern. Da ich mein Weitwinkel - objektiv mit dabei habe, passt das zauberhafte Sujet sogar formatfüllend aufs Bild. Amguema mit 1000 Einwohnern ist nicht weiter erwähnenswert, ausser dass wir hier mit Sack und Pack in Kettenfahrzeuge umsteigen. Vorgesehen ist ein Besuch bei Rentierzüchtern. Da die nächsten 120 Kilo - meter sehr unwegsam sind, ist dies die einzige Transportmöglichkeit. Nach fünf Stunden rumpliger Fahrt treffen wir im kleinen Camp der zwei Tschuktschenfamilien ein. Die Sonne ist bereits untergegangen, in der Dämmerung sehen wir in einiger Ent fern ung eine grosse Rentierherde. In der Zwischen - zeit ist es mit einer Temperatur von -23 Grad bereits wieder kühler geworden. Das Lager der Rentierzüchter besteht aus zwei Jarangas. Diese für die Tschuktschen und Eskimos typische Wohnstätte besteht aus einem runden Zelt, das mit langen Stangen oben zu einem Spitz zusammenläuft. Überzogen wird dieses Gerüst mit zusammengenähten Rentier- und Walrossfellen. Eine Öffnung in der Mitte der Überdachung lässt Licht ein und dient als Rauchabzug. Die eigentliche Ruhestätte, der Polog, besteht aus Rentierfell und wird im hinteren Teil der Jaranga an vier Pfosten aufgehängt. Seine Fläche beträgt rund 2,5 auf 2,5 Meter, man kann darin bequem aufrecht stehen. Ein bis zwei Pologe befinden sich für gewöhnlich in einer Jaranga, hier im Lager stehen zwei Jarangas mit jeweils zwei Pologen. Im Programm steht: Schlafen im Polog. Freundlicherweise überlassen uns die Gastgeber pro Zelt einen Polog. Nun beginnen alle zu rechnen: Irgend etwas geht hier nicht so richtig auf! Aber keiner hat den Mut, sich zu diesem Thema zu äussern. Immerhin: In einer Art stillschweigender Vereinbarung diskutieren wir nach dem Nachtessen ganz lange über Gott, die Welt und Tschukotka, damit die bevorstehende Nacht kürzer wird. Doch unsere Gast geber - familie bittet uns bald, schlafen zu gehen, schliesslich sei morgen für sie ein langer Tag, weil ein Rentier-Rennen mit vielen Zuschauern stattfinde. Ich begebe mich in den mir zugeteilten Polog. Julia, Irina und Polly sind dort bereits damit beschäftigt, sich den besten Platz zu sichern. Ein toller Gedanke: Drei Frauen und ich in einem Bett von 7 Quadratmetern Fläche... Aber meine Vorfreude löst sich in Luft auf, als auch noch Steffen, Stefan und Artem sich zu uns gesellen. Da sitzen wir nun zu siebt in unserer gemeinsamen Schlafstätte, sehen uns an und können uns vor Lachen kaum halten. Wir legen uns schliesslich nach dem «System Sardinen - dose» zur Ruhe. Ehrlich gesagt: Gerade gut schlafe ich nicht. Um 3 Uhr kommt erstmals Bewegung in die Schlafgemeinschaft, das Umschichten beginnt. Eher unfreundlich äussert sich Steffen: «Heiner wälzt sich wie ein Walross durch sein Harem.» Früh raus für ein Bild Um 6 Uhr kann mich nichts mehr halten. Es ist kurz vor Sonnenaufgang, ich möchte die Morgenlandschaft in den «Kasten» bringen. Ich werfe deshalb zuerst mal meine Stiefel aus dem Polog – direkt in die Feuerstelle... Draussen ist’s klirrend kalt, -35 Grad. Da in » 36 Polar NEWS

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