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PolarNEWS Magazin - 7

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Antarktis-Expeditionsreise 7. bis 26. Februar 2009 Mit dem neuen Luxus-Schiff von Silversea, der «Prinz Albert II» Die beliebte «World Discoverer» ist zurück! Renoviert und verschönert fährt Sie ab sofort für die bekannte Luxus-Reederei Silversea. Kommen Sie mit an Bord und entdecken Sie die einzigartigen Naturschönheiten der Antarktis. Highlights: • Besuch der antarktischen Halbinsel • Majestätische Eisberge • Einzigartige Tierwelt • Kuoni-Reiseleitung ab/bis Schweiz Ihr Reiseprogramm: 7.2.09 Zürich–BuenosAires mit Lufthansa 2 Übernachtungen in Buenos Aires 9.2.09 Buenos Aires – Ushuaia Einschiffung auf die Prinz Albert II 11./12.2.09 Falkland Inseln inkl. Stanley 15./16.2.09 Südgeorgien 18./19.2.09 Südorkney-/Südshetland-Inseln 20.–22.2.09 Antarktische Halbinsel 23./24.2.09 Drake Passage 25.2.09 Ausschiffung in Ushuaia. Flug nach BuenosAires – Zürich (Ankunft 26.2.09) Alle nicht genannten Tage sind Seetage. Preise: Suiten-Kategorie Deck Preis / Person View Suite Deck 3 Fr. 17990.– Vista Suite Deck 4 Fr. 18590.– Weitere Kategorien und Suiten zur Alleinbenützung gegen Zuschlag auf Anfrage möglich. Preisänderungen vorbehalten. Buchungscode: 1SL ANTARC Im Preis inbegriffen: • An- und Rückreise Zürich –Buenos Aires– Zürich sowie alle benötigten Transfers • Hotelunterkunft in Buenos Aires • Charterflug Buenos Aires–Ushuaia (retour) • Unterkunft in der gebuchten Suiten- Kategorie mit Vollpension • Kuoni-Reiseleitung ab/bis Schweiz (ab 15 P.) • Lektorenvorträge an Bord • Halbtägige Stadtrundfahrt in Buenos Aires • Teils kostenlose, geführte Landausflüge • Getränke an Bord (inkl.Champagner/Weine) • Hafentaxen und Trinkgelder Im Preis nicht inbegriffen: • Anwendungen im Spa Bereich • Oblig. Annullationskosten-Versicherung • Evtl. Buchungsgebühren Ihrer Buchungsstelle Es gelten die «Allgemeinen Reise- und Vertragsbedingungen» der Reederei sowie der Kuoni Reisen AG. Wir beraten Sie gerne per Telefon: 044 277 49 36 (Mo–Fr 9 –18 Uhr), in Ihrer Kuoni Filiale oder in jedem anderen guten Reisebüro. 10 Polar NEWS

Eckzähnen ausgraben, ist falsch und längst widerlegt. Die Zähne dienen als Waffen, haben eine soziale Signalfunktion, sind dienlich beim Heraushieven auf eine Eisscholle, vergrössern im Nu ein Atemloch im Packeis oder geben ein praktisches «Kopfkissen» ab bei plötzlichen Müdigkeitsanfällen an Land. Und dorthin kommt ein Walross nur, um sich auszuruhen, denn das Leben ausserhalb des Wassers ist für eine derart schwere, plumpe Robbe gar nicht lustig. Walross-Ruhepätze findet man denn auch nur an flachen arktischen Stränden, meist nahe bei guten Nahrungsgebieten in seichten Meeres regio - nen und nur wenige Dutzend Meter vom Meer entfernt. An Land wirken Walrosse plump und schwerfällig. Doch im Wasser manövrieren sie flink und schnell. Dann geht man ihnen sicherheitshalber besser aus dem Weg. am Meeresgrund führt deshalb ganz nebenbei dazu, dass grosse Mengen der oberen Sedimentschicht stark umgepflügt werden. Dies wiederum könnte wesentlich dazu beitragen, dass die Produktivität in den Nah - rungsgebieten der Walrosse mächtig angeheizt wird, weil durch das Pflügen Nähr - stoffe freigesetzt werden. Ohne das Zutun der Walrosse würden diese Stoffe im Boden - schlick eingeschlossen bleiben. Für ein Walross heisst essen also gleichzeitig auch tauchen. Das Meer sollte aber nicht tiefer als rund 80 Meter sein. Am Meeres - grund angekommen, bringt das Walross ein weiteres Merkmal seines urchigen Aus - sehens ins Spiel, die Tastborsten auf der Nase, auch Vibrissae genannt. 600 bis 700 solcher Nasenhaare – mehr als bei anderen Robben arten – zieren eine Walrossschnauze und geben dem Tier sein typisch unrasiertes Äusseres. Diese Borsten sind empfindliche Organe, jede einzelne ist mit Nerven und Blutbahnen versorgt und an kleine Muskeln angehängt. Walrosse können die Tasthaare also gruppenweise bewegen und mit ihrer Hilfe Form und Grösse ihrer Beute erkennen. Dank Polar NEWS Filmaufnahmen durch wissenschaftliche Taucher vor Ostgrönland konnte vor ein paar Jahren erstmals nachgewiesen werden, wie denn nun ein Walross an seine Nahrung gelangt. Erstaunliches Ergebnis dieses Forschungs - projektes: Walrosse neigen dazu, während der Nahrungssuche vor allem die rechte Vorderflosse zu benutzen. Damit wedeln sie die Sedimentschicht weg und legen so die Muscheln frei. Diese Beobachtung wurde noch erhärtet durch Messungen an gut zwei Dutzend Walrossskeletten aus Museums - sammlungen. Tatsächlich, bei allen waren die vorderen Gliedmassen (Schulterblatt, Oberarmknochen, Elle) rechts bedeutend länger als links. Neben dieser bevorzugten Methode, ihre Nahrung freizulegen, benutzen Walrosse auch öfters mal die linke Vorderflosse, produzieren mit dem Mund einen extrem starken Wasserstrahl oder rutschen auf der Schnauze durchs Sediment – womit man den alten Griechen wieder Recht geben muss: Odobenus, der Zahnläufer... Und die Hauer? Die alte Meinung, Walrosse würden ihre Nahrung mit den mächtigen Lange Tragzeit und Aufzucht Im Sommer kehren diese leistungsstarken Schwimmer nach einem opulenten Muschel - mahl beinahe weisshäutig zu einem Ruhe - platz zurück, wo sie dicht an dicht gedrängt, zu Dutzenden bis zu Tausenden friedlich an der arktischen Sonne dösen. Schon nach kurzer Zeit sind die dicken Speck- und Haut - schichten wieder wohlig durchblutet, und die Tiere nehmen eine rosarote Farbe an. Im Winter allerdings leben Walrosse südlich ihrer dann vereisten Sommerplätze, weit im Meer, an der Grenze des Packeises. Irgendwo dort draussen im Eismeer, während des düster-dämmrigen Polarwinters, paaren sich die Walrosse. Es dauert 15 bis 16 Monate, bis das Walrossbaby geboren wird, worauf es gute zwei Jahre gestillt wird – mit ein Grund, weshalb Walross-Weibchen nur alle zwei bis drei Jahre ein Junges austragen können. Bei keiner anderen Robbenart ist die Fortpflanzungsrate derart tief. Und wenn man nun einem Walross lange genug in seine kleinen, kurzsichtigen, roten Augen blickt, an seine traurige Geschichte und sein faszinierendes Leben denkt, dann wird man «diese ungeheuerlichste aller Robben» (Brehms «Thierleben») unwillkürlich in sein Herz schliessen. PolarNEWS Walross-Webtipps: Auf einer Internetseite des US Geological Survey lassen sich kürzlich besenderte Walrosse im Beringmeer verfolgen: http://alaska.usgs.gov/science/biology/ walrus/2008animation.html. Zurzeit können im Internet unter www.biomedcentral.com/1472-6785/3/9, dort im Kapitel «Results», zwei Film - sequenzen herunter geladen werden, welche die eigentümliche Nahrungssuche eines Walrosses auf dem Meeresgrund vor Ostgrönland veranschaulichen. 11

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