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PolarNEWS Magazin - 6

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anstalter, aber auch für die damit verbundenen Erwerbszweige. Über 13 Millionen Menschen pro Jahr halten heute weltweit Ausschau nach einer oder mehreren der insgesamt 86 Walarten. Tendenz weiter steigend. Einige beobachten die majestätischen Meeressäuger von Aussichtspunkten an Land oder aus dem Flugzeug. Die meisten aber stechen in See, um Wale und Delphine zu sehen. Dabei haben sich einige Gebiete richtiggehend zu «Hotspots» des Whale Watching entwickelt. Dazu gehören unter anderem Teneriffa, Hawaii, Kaikoura (Neuseeland) und diverse Abschnitte der Küsten von Neu England (USA), Kalifornien, Québec, New South Wales (Australien) und Island. Sinnlose, teure Waljagd Wieder zurück von der Westmännerinsel, folgt für viele Waltouristen dieser Fahrt der grosse Schock: Beim Walfjord an der isländischen Westküste stösst man auf eine Walfangstation. Zwei tote, über zehn Meter lange Zwergwale werden über eine Rampe in die Walfangstation gehievt. Dann beginnt die blutige Zerlegung und Verarbeitung der geschändeten Meeressäuger. Bei deren Abschuss verenden die Wale stets erst nach qualvollem Todeskampf. Leider hat Island im Jahr 2003 den Walfang nur gerade elf Jahre nach dessen Einstellung wieder aufgenommen. 160 Zwergwale wurden bereits wieder getötet. Auch auf Finnwale wird Jagd gemacht, obschon er auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht. Groteskerweise bleibt ein beträchtlicher Teil des Walfleisches in Lagern liegen oder wurde sogar auf Deponien geschafft, wegen der geringen Nachfrage auf dem heimischen Markt. Ein sinnloses, blutiges «Geschäft», welches den kleinen Staat allein im Jahr 2006 über 1 Million Dollar kostete. Perfekte Alternative Der wirtschaftliche Schaden für Island durch das sinnlose Töten der Meeressäuger ist noch weit grösser. Zahlreiche Reisende boykottieren die Insel, seit die Waljagd wieder aufgenommen wurde. Dazu kommt, dass ausgerechnet die neugierigsten Tiere am ehesten Opfer der Sprengharpunen werden. Doch genau diese Wale wären für die Whale- Watching-Touren besonders wichtig, da sie sich am besten beobachten lassen. Das Beispiel Island illustriert: Mit der nötigen Umsicht betrieben, ist Whale Watching eine sehr rentable Alternative zum Walfang: Schätzungsweise 100’000 Besucher werden im Jahr 2008 auf der Insel am Polarkreis eine Whale-Watching-Tour buchen. Dies bringt geschätzte 18 Millionen Dollar direkte Einnahmen aus den Touren. Fast 30 Millionen Dollar kommen durch indirekte Einnahmen hinzu. Umgerechnet bringen also nicht einmal zehn «Whale Watcher» genauso viel Geld ein wie das geschätzte (und subventionierte) Einkommen durch einen einzigen erlegten Zwergwal. Langsame Erholung Zu den Riesen unter den Walen zählen die Buckel-, Grau- und Finnwale. Auch das grösste Tier, das je die Erde bewohnte, ist ein Wal: Der Blauwal wird bis 30 Meter lang. Der industrielle Walfang hat im 20. Jahrhundert viele Populationen der Meeresgiganten auf weniger als zehn Prozent des ursprünglichen Bestandes reduziert. In der Südhemisphäre schätzt man, dass der Blauwal sogar bis auf zwei Prozent des ursprünglichen Bestandes dezimiert wurde. Erst das Walfangmoratorium 1986 verhinderte den vollständigen Kollaps der kümmerlichen Restbestände. Einige Populationen haben sich seither wieder etwas von der gnadenlosen Jagd erholt. Andere nicht. Denn Grosswale sind in den Weltmeeren auch ohne Bejagung vielen Gefahren ausgesetzt und vermehren sich nur sehr langsam. Sie bringen nur alle paar Jahre ein Kalb zur Welt. Oft können sich die wenigen verbliebenen Tiere in den Weiten der Ozeane zur Paarung kaum noch finden. Um so erfreulicher die Erinnerung an die Fahrt zur Westmännerinsel. Kurz nachdem die Schwertwale verschwunden sind, zeichnen sich im Dunkel des Meerwassers ganz nah beim Schiff plötzlich die bräunlichen Umrisse eines gewaltigen Tieres mit auffällig grossen Brustflossen ab. Das Ausharren in der salzig-kalten Gischt hat sich gelohnt. Ein Buckelwal ist aufgetaucht! Es sollte nicht der letzte sein… PolarNEWS Leichter Nervenkitzel: Beobachtungs-Ausflug mit dem Zodiac. OceanCare und Whale Watching OceanCare engagiert sich in zahlreichen Projekten für den Schutz der Wale und ihrer natürlichen Lebensräume. Seit zehn Jahren beteiligt sich die Schweizer Organisation auch aktiv an einer grossangelegten wissenschaftlichen Studie im Walschutzgebiet Pelagos vor der französischen Mittelmeerküste, um die Bestandesentwicklung und das Verhalten von Walen und Delphinen zu erfassen. In den letzten Jahrzehnten haben die Gefahren für die Meeressäuger massiv zugenommen. OceanCare setzt sich mit Nachdruck ein für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Walen, Delphinen und Robben. Möglich ist dies dank der Unterstützung von Mitgliedern, Gönnern, Stiftungen und Partnerorganisationen. OceanCare hat Ende 2003 einen ausführlichen Bericht zum Thema Whale Watching publiziert, der sowohl ökologische als auch ökonomische Gesichtspunkte thematisiert (http://www.oceancare.org/de/downloads/OceanCare_Re ports/ASMS_SPECIAL_Whale_Watch ing-WEB.pdf). Zudem wurde ein Flyer erarbeitet, der Tipps für die respektvolle Begegnung mit Walen und Delphinen gibt und allgemeine Verhaltensrichtlinien in kurzer Form auf den Punkt bringt (http://www. oceancare.org/de/downloads/Walforsch ung/ASMS-Whale_Watching_Tips. pdf). OceanCare hat erste Whale- Watching-Kooperationen mit der Reisebranche realisiert, indem einerseits eine kurze Schulungsdokumentation für Reiseleiter und Reisekatalogbeilagen erarbeitet wurden. Anderseits führt OceanCare seit zwei Jahren mit Glur Reisen, Kontiki-Saga und Scandinavian Airlines ein Projekt zur standardisierten Bewertung von Whale-Watching-Anbietern durch, damit sowohl Mensch als auch Tier von einer nachhaltigen Praxis profitieren können. Mehr Infos: OceanCare, Postfach 30, 8820 Wädenswil, Tel. 044 780 66 88, Mail: info@oceancare.org, www.oceancare.org. Polar NEWS 41

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