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PolarNEWS Magazin - 6

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nen Bucht an der Nordseite des Fjordes. Krabbentaucher nisten dort in den Blockfeldern der Berghänge, und wir versuchen, möglichst nahe an die Kolonie heranzukommen. Zur Vogelbeobachtung sucht sich jeder einen möglichst bequemen Platz. Es dauert eine ganze Weile, bis sich die Kolonie wieder beruhigt hat, weil die Tiere uns Menschen als Gefahr einstufen. Doch wir verhalten uns mucksmäuschenstill, und nach über einer halben Stunde landen einige wagemutige Krabbentaucher sogar ganz in unserer Nähe. Man könnte fast meinen, sie sind gekommen, um vor unseren Kameras zu posieren. Am Nachmittag nehmen wir Kurs gen Süden. Unterwegs ruft unsere Eisbären-Späherin Valeska über die Bordsprechanlage den elften Bär unserer Reise aus. Das imposante Raubtier liegt faul auf einem Schneefeld am Eingang in die Hamburgbukta. Der Nachmittag steht sozusagen zur freien Verfügung. Die Reisenden sind entspannt: Die einen beobachten auf Deck die Gletscher mit ihren mitgebrachten Feldstechern, andere trinken Kaffee in der Cafeteria und erzählen sich Reisegeschichten, wieder andere ruhen sich in ihren Kabinen aus. Und Heiner lädt natürlich einmal mehr seine volle Fotochip- Karte auf den Computer runter. Richtig Action gibt’s erst wieder nach dem Abendessen: Wir setzen im Lillehögfjord an Land und besichtigen die Überreste der ehemaligen deutschen Wetterstation Knospe und Nussbaum. Verrostete Fässer und alte Kisten liegen herum, es sieht so traurig aus wie auf einer Müllhalde – mitten in der prächtigsten Tundra. Fast wie zum Trost erzählt uns unser Guide viel Wissenswertes über die Station und leitet vom herumliegenden Müll viele historische Details ab. Plötzlich entdecken wir in einiger Distanz hinter der Station schon wieder einen Eisbären. Er sitzt im Moos und beobachtet uns aufmerksam mit seinen schwarzen Augen. Ob das derselbe ist, der uns schon mal mit Beute verwechselt hat? Wer beobachtet hier wen? Samstag, 14. Juli 2007: Schon vom Schiff aus sehen wir mit dem Fernglas eine Herde Walrosse. Ihnen wollen wir uns langsam nähern. Dazu landen wir in guter Entfernung, um sie nicht durch den Motorenlärm aufzuschrecken. Zuerst am Strand und dann übers Hinterland spazieren wir leise zur Herde, ohne sie zu stören. Einige Walrosse zeigen sich sogar ganz neugierig und kommen ganz nah, um ihrerseits uns zu beobachten. Der Rest der Herde liegt gemütlich auf einem Haufen im wahrsten Sinne des Wortes übereinander. Wir geniessen dieses faszinierende Schauspiel beinahe zwei Stunden lang und haben somit reichlich Zeit, so manches postkartenreife Walrossportrait zu knipsen. Auf dem Rückweg kommen die Blumenliebhaber auch noch einmal auf ihre Kosten, denn roter Steinbrech und Rasensteinbrech posieren in schönstem Sonnenlicht. Für den Nachmittag hat unser Expeditionsteam eine besonders vegetationsreiche Tundra zum Wandern ausgesucht. Alkhornet, was «steiles Horn» bedeutet, ist ein imposanter Berg mit vielen Felsen für die Vögel. Wir teilen uns in zwei Gruppen: Die schnelle Gruppe zieht mit Guide Philipp über die grüne Tundra zu den Vogelfelsen. Die langsamere Gruppe schaut über den Isfjorden auf Zeichen der Zivilisation: Barentsburg und zwei weitere verlassene Bergbausiedlungen sind zu sehen. Wir begegnen Rentieren, und auf dem Heimweg kommen wir an einer verfallenen Trapperhütte vorbei. Viel Gischt im Gesicht Sonntag, 15. Juli 2007: Wir erwachen durch den Weckruf von Monika, die gleichzeitig die Eisbärenmeldung des Tages verkündet: Ein Eisbär knabbert gerade an unserer Landestelle bei Bambsebu, einer alten Walfängerhütte, an den Überresten eines gestrandeten Wals. Das bedeutet für uns, dass der Landgang ausfällt. Trotzdem rüsten wir uns für eine Zodiacfahrt, die uns näher zum Bären führen soll. Es ist windig, die Wellen sind hoch, und die Fahrt in die geschützte Bucht ist feucht. Doch o weh: Noch bevor wir die Küste erreichen, trottet der Eisbär davon. Offensichtlich hat er für heute genug gefressen und sucht sich nun ein wind- und sichtgeschütztes Plätzchen für ein Verdauungs-Nickerchen. Auf der Fahrt zurück zum Schiff kriegen wir bei hohen Wellen erneut den einen und anderen Gischt-Spritzer ab. Aber macht nichts: Kaum an Bord, bietet der Kapitän eine PolarNEWS-Reise nach Spitzbergen Auch im Sommer 2008 führt PolarNEWS wieder eine Reise nach Spitzbergen durch, vom 26. Juni bis 7. Juli. Geleitet wird diese Expedition von Heiner und Rosamaria Kubny. Mehr erfahren Sie auf Seite 44/45 oder unter www.polar-reisen.ch Schiffscruise an, und schon bald sichten wir wieder Eisbären: Nummer 14, 15 und 16 in unserer Bärenstatistik. Diesmal ist es wieder ein Weibchen mit ihren Jungen. Später dreht die «Professor Multanovskiy» ab und nimmt Fahrt auf Richtung Norden, denn wir haben noch eine lange Weiterreise bis nach Longyearbyen vor uns. Die Küste zieht langsam an uns vorbei, und wir geniessen das schöne Wetter. Am Abend ankern wir vor Longyearbyen, wo der Tag in einem gemütlichen Abend in der Schiffs-Lounge ausklingt. Wie der Kapitän meldet, haben wir in diesen zehn Tagen auf Schiff exakt 1155,8 nautische Meilen, also 2140,5 Kilometer zurückgelegt. Unsere nördlichste Position war übrigens 80°24’N/18°18’E. Der lange Weg nach Hause Montag, 16. Juli 2007: Wie gewohnt werden wir auch das letzte Mal über Lautsprecher aus dem Schlaf gerissen – diesmal allerdings schon kurz nach Mitternacht. Wir müssen bereits um 2 Uhr von Bord gehen, damit wir den Nachtflug um 5 Uhr ab Longyearbyen rechtzeitig erreichen. Wobei man ja kaum von Nachtflug reden mag, wenn die Sonne 24 Stunden hell am Himmel scheint... Als wir nach einem langen Heimflug in Zürich landen, brauchen wir die Sonnenbrillen jedenfalls nicht mehr. Es regnet... PolarNEWS Alles klar? Eine Bartrobbe ist von ihrem Nickerchen aufgewacht. Polar NEWS 25

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