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PolarNEWS Magazin - 5

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Inserat Vogt-Schild 63

Inserat Vogt-Schild 63 Polar NEWS

Für Luftaufnahmen stieg das Team sogar in einen Heissluftballon. schen die Eisbrocken hindurch schlängeln, und hört, wie sie miteinander kommunizieren. War es schwierig, in der Arktis zu filmen? Thierry Piantanida: Ja, sehr. Tierfilmer sind in einer ganz anderen Situation als eine normale Filmcrew, die mit einer ungeheuren Logistik und mehreren Dutzend Leuten auffahren kann. Wir drehen in der Wildnis, das reduziert sowohl das Team als auch unsere Logistik und macht sie gleichzeitig sehr aufwändig. Nur schon das Tanken der Helikopter war ein grosses Problem. Oder das Campen in totaler Einsamkeit. Und die vielen Mücken… Konnten Sie alles drehen, was Sie sich gewünscht hatten? Thierry Ragobert: Grundsätzlich setzen äussere Umstände Grenzen, die grosse Enttäuschungen zur Folge haben können. Als wir zum Beispiel die Sequenz mit dem Grönlandwal drehen wollten, trafen wir unerwartet auf äusserst trübes Wasser. Zum Zeitpunkt der ersten Ortung war das nicht der Fall, doch in der Zwischenzeit aber hatte sich das Wetter verschlechtert, das Plankton war gewandert und der Wal unauffindbar. Am Ende hatten wir aber alle Aufnahmen, die wir uns wünschten, beisammen. allen Bereichen hauptsächlich auf die Logistik der Inuit gestützt. Sie sorgten für Unterkunft, Essen, Transporte und führten uns zu den Tieren. Im Film spielen die Inuit insofern eine Rolle, als dass ihre Gesänge unsere Bilder untermalen. Thierry Ragobert: Wir drehten in der Nähe von Iglooik, einem ziemlich isolierten und schwer erreichbaren Inuit-Dorf im Nunavut- Distrikt, das also eine gewisse Authentizität behalten hat. Ab Ende Juni verlassen die Inuit Iglooik, um sich im Sommerlager niederzulassen. Sie leben dort in Zelten und jagen. Wir wurden in so einem Lager am Rande des ewigen Eises empfangen. Nach und nach sind immer mehr Familien eingetroffen – was für ein Betrieb! Man kann sich das ein bisschen vorstellen wie Sommerferien in Rimini, nur dass da Eis war statt Strand. Was soll das Publikum von «Der weisse Planet» in Erinnerung behalten? Thierry Piantanida: Unser Film ist eine Hommage nicht nur an die Tiere, sondern an den Weissen Planeten ganz allgemein und dessen wechselndes Gesicht: Innerhalb von wenigen Tagen wandelt sich dort der Winter zum Sommer und offenbart uns plötzlich seine Geheimnisse jenseits der Klischees. «Der weisse Planet» ist der erste umfassende Film, der einen auf die Reise durch die gesamte Arktis mitnimmt. Er zeigt alle Jahreszeiten und Lebewesen und nimmt einen mit in alle wichtigen Regionen. Thierry Ragobert: Wenn wir es schaffen, Emotionen auszulösen und eine Sympathie für die Arktis hervorzurufen; wenn die Polarwelt nicht mehr nur als Eiswüste erscheint, sondern als Lebensraum für Lebewesen, die unserer Aufmerksamkeit bedürfen; wenn die zu erwartende Klimaerwärmung nicht mehr bloss eine abstrakte Bedrohung ist, sondern zu einer realen Gefahr des Verlustes einer reizvollen und fragilen Welt wird – dann sind wir überglücklich! Bearbeitung: Christian Hug Im Film kommen keine Menschen vor… Thierry Piantanida: Die Inuit waren dennoch wichtig für unseren Film, denn wenn man in arktischen Regionen dreht, kommt man ohne sie nicht aus. Wir haben uns in Volle Konzentration: Das Team beim Dreh. Polar NEWS 62

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