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PolarNEWS Magazin - 5

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55 Polar

55 Polar NEWS

dem Frühstück fahren wir deshalb wieder zum Fluss. Heiner stellt das Stativ mit dem 600er-Objektiv ins seichte Wasser – er ist bereit für alles, was uns der «Naturzirkus Beluga» zu bieten hat. Möglichst nahe und hoch aus dem Wasser ragend und bitte recht freundlich, so möchten wir die Weisswale sehen. Als ob sie wüssten, warum wir hier sind, bringen die Belugas «volle Leistung» – schliesslich muss man ja den Gästen etwas bieten. Wenigstens meistens. Denn leider gibt es auch Tage, an den sich die Belugas nicht blicken lassen. Dann bleiben sie meist gleich einen ganzen Tag weg, und deshalb bieten die Veranstalter Alternativprogramme für Beluga-freie Tage an. Riverrafting etwa oder Angeln mit anschliessendem Sushi- Essen oder einfach nur Wandern. Heiner und ich beschliessen, uns den Canyon näher anzusehen. Nach einer Stunde Fahrt stehen wir am Eingang des namenlosen Canyon und tauchen ein in eine andere Welt. Der Unimogfahrer ist gleichzeitig unser Guide. Ein wilder Fluss mit klarem Schmelzwasser, auch er ohne Namen, bahnt sich seinen Weg durch die enge Schlucht. Hinter uns türmt sich rötliches Geröll, hier könnte man den Film zur ersten Marslandung drehen. Vor uns liegen bemooste, steile Abhänge. Überall brüten Vögel in den Felsvorsprüngen. Ständig müssen wir den Fluss überqueren. Da wir mit Gummistiefel und Regenschutz ausgerüstet sind, geht das einigermassen gut. Doch irgendwie ist heute nicht mein Tag: Die glitschigen Steine im Fluss sind mir Ein erhebender Anblick: Hunderte von Belugas schwimmen in der offenen Bucht. Die Jungen halten permanent Körperkontakt mit ihrer Mutter. nicht wohlgesinnt, und schon liege ich flach im Bach. Zum Glück übersteht meine Kamera den unvorhergesehenen Unterwasser-Test hervorragen. Ist ja auch keine billige «Knipse»... Ausflug mit Rettung Immerhin hat uns dieser Ausflug die Lust auf mehr geweckt. Am vorletzten Tag schnappen wir uns ein Quad und erkunden die Umgebung. Wenigstens einen Teil davon, denn die Insel ist riesig. Strassen oder Wege gibt es natürlich keine, und deshalb ist dieser Tripp auf dem vierrädrigen Töff für meinen Rücken doch etwas anstrengend. Aber was soll’s, wir wollen uns hier ja nicht erholen, sondern die Arktis erleben, und zwar so wild, wie sie eben ist. Achtung, fertig, los – und die Fahrt über die Tundra beginnt. Wir knattern zur Flussmündung und können auf der anderen Seite der Barrow Strait die Devon Island sehen. Die Fotografen scheuen weder schwere Kameras noch nasse Füsse, um möglichst nahe an die Wale heranzukommen. Mit der Linse zuvorderst: Heiner. Das Zeltlager Arctic Watch mitten in der Weite der Wildnis. Zum Schutz vor Eisbären tragen die Expeditionsleiter Waffen mit sich. Polar NEWS 54

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