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PolarNEWS Magazin - 5

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Forschung News aus der Polarforschung Zusammengestellt von Peter Balwin Eisbären werden leichter Weil das Packeis mit jedem Jahr früher aufbricht und gleichzeitig auch an Fläche und Dicke verliert, müssen immer mehr Eisbären hungern: Die Zeit, in der die Bären auf dem Eis ihre Nahrung finden, verkürzt sich. Das hat zur Folge, dass die Eisbären immer dünner werden, was vor allem bei den Weibchen fatale Folgen zeitigt: Sie wirf weniger Junge und kann diese nur mit Mühe durchbringen. Der Canadian Wildlife Service hat zusammen mit der Nasa Satellitendaten von 1979 bis 2004 für diejenigen Gebiete in der kanadischen Arktis ausgewertet, in denen vermehrt Eisbären vorkommen: die Hudson und die Baffin Bay sowie die Davisstrasse. Das Fazit: In den meisten der untersuchten Gebiete bricht das Eis immer früher auf. Alleine in der westlichen Hudson Bay beginnt die Sommer- Eisschmelze pro Jahrzehnt sieben bis acht Tage früher. Dies beschert den Eisbärenweibchen bis heute einen ganzen zusätzlichen eisfreien Monat. Wog ein Weibchen aus der westlichen Hudson Bay im Jahre 1980 durchschnittlich noch 295 Kilogramm, so reduzierte sich ihr Durchschnittsgewicht bis zum Jahr 2004 auf 230 Kilogramm. Einer früheren Studie zufolge scheint ein Körpergewicht von 190 Kilogramm für Eisbärenweibchen ein Limit zu sein: Eisbärweibchen mit geringerem Gewicht gebären keine Jungen mehr. (Quelle: Canadian Wildlife Service)lletin 3.05) Meereis taut weiter Neue Satellitendaten der europäischen Weltraumorganisation ESA von Ende August belegen einen dramatischen Eisrückgang in der Arktis – schlimmer noch, als die Polarforscher befürchteten: Neu ist, dass jetzt auch das ganzjährige Packeis in der zentralen Region des Nordpolarmeeres zerfallen ist, und zwar auf einer Fläche von weit über 250'000 Quadratkilometern. «Diese Situation ist anders als alles, was wir in den letzten Jahren mit ihren Rekord- Eisrückgängen sahen», sagt ein Mitglied der ESA-Forschergruppe. Die Ursache für das neuerliche grosse Schmelzen des Meereises vermutet man bei verspäteten Sommerstürmen, welche das Packeis nördlich von Spitzbergen/Svalbard bis hin zur sibirischen Küste und dem Nordpol aufbrechen. Die Winde verfrachten die Eismassen hauptsächlich nach Westen. Während diese neuesten ESA-Meldungen den aktuellen Sommerzustand dokumentieren, veröffentlichte die NASA wenige Wochen zuvor eine weitere Studie, die zeigt, dass die arktische Eisdecke auch in den Wintermonaten rasant schwindet. Demnach lag das Eismaximum in den beiden Wintern 2004/05 und 2005/06 um 6 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen 27 Jahre. Für den kommenden Winter erwarten die Forscher einen erneuten Rekord im Eisrückgang. (Quelle: European Space Agency) 4 Polar NEWS

Ein Stück Mond in der Antarktis Ein schwarzer Stein so gross wie ein Golfball heisst MIL-05035 und steht im Mittelpunkt des Interesses: Der 142 Gramm schwere Meteorit stammt vom Mond und wurde im Dezember letzten Jahres im Transantarktischen Gebirge auf Antarktika gefunden. Die Forscher des amerikanischen Antarktis-Meteoritensuchprogramms entdeckten in den insgesamt vier Feldsaisons schon Hunderte von Meteoriten, allein 238 Stück im Südsommer 2005/2006. Die Funde konzentrieren sich auf das Transantarktische Gebirge – so etwas wie MIL-05035 sahen die Forscher jedoch erst ein Mal zuvor. Das Besondere an diesem Meteorit ist sein hohes Alter und die Herkunft aus tiefen Schichten des Mondes. Von dort wurde dieser Gesteinsbrocken durch Einschläge auf der Mondoberfläche ins Weltall geschleudert und so selbst zum Meteorit. Er könnte wichtige Puzzlestücke liefern, um die Geschichte des Mondes besser zu verstehen. (Quelle: Shackleton online Infolge des riesigen Interesses am Leben und Werk von Sir Ernest Shackleton hat das Scott Polar Research Institute in Cambridge eine neue Webseite aufgeschaltet, auf der Details aus der grossen Shackleton- Sammlung dieses Polarinstitutes online gezeigt werden. Das Projekt ist noch im Wachsen begriffen, neue Artikel und Bilder werden laufend aufgeschaltet. Zu finden unter http://www.spri.cam.ac.uk, dann weiter unter Library >Archives >Virtual Shackleton. (Quelle: Scott Polar Research Institute) «Besucherrekord» in der Antarktis Das Fünfsterne-Kreuzfahrtschiff «Golden Princess» soll am 22. Januar für sechs Tage in die Antarktis fahren. An sich nichts Ungewöhnliches. Allerdings wird dieses Schiff bis zu 2600 Passagiere und 1100 Mann Besatzung transportieren. Es wäre somit bei weitem das grösste Touristenschiff, welches jemals den Weissen Kontinent angelaufen hätte. Eine neuseeländische Umweltschutzgruppe schlägt jetzt Alarm. Sie befürchtet katastrophale Folgen für Mensch und Umwelt im Falle eines Unglücks. So wäre es praktisch unmöglich, eine derart grosse Zahl von Passagieren zu evakuieren. Jetzt wurde die US-Regierung aufgerufen, von der in Kalifornien ansässigen Reederei Princess Cruises vor dem Start eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu verlangen. (Quelle: Das Ozonloch bleibt vorläufig Im September hat das seit Mitte der Achtzigerjahre entstehende Ozonloch über der Antarktis mit 28 Millionen Quadratkilometern seine zweitgrösste Ausdehnung erreicht. Der eben zu Ende gegangene antarktische Winter war sehr kalt, was zu vermehrtem Ozonabbau führte. Zwar wird die Verwendung Ozon-zerstörender Stoffe seit gut zehn Jahren eingeschränkt, doch wird sich das Ozonloch noch längere Zeit nicht erholen, weil die schädlichen Stoffe nur sehr langsam in die Ozonschicht steigen. Im August liess die Meteorologische Weltorganisation (WMO) verlauten, dass sich die Ozonschicht bis ins Jahr 2065 erholt haben könnte und sich dann auch das Loch über der Antarktis wieder schliessen würde. Sie haben somit die voraussichtliche Schliessung des Ozonlochs um rund zehn Jahre weiter in die Zukunft gerückt. (Quelle: World Meteorological Organization) Aus «Besitzung» wird Naturreservat Frankreich hat Mitte Oktober 700’000 Hektar seiner Antarktis-Besitzungen als Naturreservat ausgewiesen. Damit werde «das aussergewöhnliche terrestrische und maritime Ökosystem der Kerguelen und des Corzet-Archipels geschütz», sagte Premierminister Dominique de Villepin in Paris. Das Reservat ermöglicht unter anderem den Schutz von Seevögeln und die Kontrolle der Fischerei. Ein Reservat schränkt nach französischem Recht Eingriffe durch Menschen in die Natur stärker ein als die Einrichtung von Natur- oder Nationalparks. (Quelle: Basler Zeitung) Polar NEWS 5

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