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PolarNEWS Magazin - 25 - D

Mit dem warmen Pelz und

Mit dem warmen Pelz und den gepolsterten Pfoten ist dem Eisfuchs auch im kältesten Wetter immer warm. Wir lieben es frostig! Kompromisslos und engagiert sorgen wir für die umweltgerechte und wirtschaftliche Kältetechnik. logistikbetriebe detailhandel lebensmittelindustrie gastronomie Chemie SSP Kälteplaner 22 AG | CH-4702 Oensingen | CH-6004 Luzern | CH-1800 Vevey Tel +41 62 388 03 50 | www.kaelteplaner.ch SSP Kälteplaner AG | D-87787 Wolfertschwenden PolarNEWS Tel +49 8334 259708 0 | www.kaelteplaner.ch

Rubriktitel Bei Vogelkolonien gibts üppig Nahrung – ein idealer Aufzugsort für Nachwuchs. Die Jungen versammeln sich dann spontan zu einer Art Kindergarten. Bild: iStock/DmitryND (links), Norbert Rosing (rechts). Eisfuchs, macht noch dazu Jagd auf ihn und überträgt Parasiten wie die Krätzmilbe und den Fuchsbandwurm. So auch in Schweden und Finnland, wo die Zoologen diesen Verdrängungsprozess aufmerksam verfolgen: Die Eisfüchse werden in qualitativ schlechtere Lebensräume abgedrängt. Kommt hinzu, dass der Rotfuchs dem Eisfuchs die Baue wegschnappt. Bereits ist offenkundig, dass die Eisfuchs-Population in Norwegen (nur noch 80 Individuen) und in Schweden (120 Tiere) extrem abgenommen hat. In diesen beiden Ländern gilt der Eisfuchs als vom Aussterben bedroht. Auch in Finnland ist die Lage besorgniserregend: Es wurden seit 1996 bloss noch 6 Tiere sporadisch beobachtet. Umso grösser war die Freude bei den Biologen, als im letzten Sommer ein Eisfuchspaar in eine Kamerafalle geriet – erstmals nach zwei Jahrzehnten besteht nun in Finnland Hoffnung auf Nachwuchs! Gefahr von allen Seiten Nicht nur an Land, auch auf dem gefrorenen Meer zeichnen sich Probleme für den Eisfuchs ab. Weil die Fläche des Meereises im Arktischen Ozean stetig geringer wird, schrumpft auch der Lebensraum des Eisbären. Und Ringelrobben haben zunehmend Mühe, in der immer dünner werdenden Schneedecke auf dem Meereis geeignete Geburtshöhlen für ihre Jungen anzulegen. Der Eisfuchs jedoch braucht beide Tierarten zum Überleben: einerseits den Eisbären, weil der Fuchs im Hochwinter die Reste von Bärenmahlzeiten verwertet. Anderseits junge Ringelrobben, um sie zu jagen – ein Unterfangen, das angesichts der Erderwärmung ebenfalls schwieriger wird. Zoologen sind ernsthaft besorgt, was die Zukunft des Eisfuchses angeht. Die Weltnaturschutzunion IUCN hat den Eisfuchs im Jahr 2009 als eine von zehn Tier- und Pflanzenarten bezeichnet, welche als Symbole für den anhaltenden Klimawechsel stehen. Doch das ist leider noch nicht alles: Umweltgifte aus unseren Breiten gelangen in die Arktis und belasten dort die Nahrungskette. Die Eisfuchs-Population in Spitzbergen zählt deshalb zu den am stärksten verseuchten Raubtieren der Arktis. Polychlorierte Biphenyle (PCB, giftige Chlorverbindungen) und das Pestizid Chlordan führen die Liste der Schadstoffe an, die sich im Körper eines Eisfuchses ansammeln, vor allem im Fettgewebe, in den Nebennieren und in der Leber. Sobald der Eisfuchs in den beutearmen Wintermonaten seine im Sommer angelegten Fettreserven verwertet, werden solche Schadstoffe in den Körper freigelassen. Wanderfuchs Als einer, der weit herumkommt, legt der Eisfuchs jedes Jahr beträchtliche Strecken zurück, häufig im Winter auf dem Meereis. Dank der Satellitentelemetrie haben zahlreiche wissenschaftliche Studien in den letzten Jahren erstaunliche Kilometer-Leistungen ans Licht gebracht. Zum Beispiel eine Untersuchung am bereits erwähnten Karrak Lake in Nunavut: Die dort markierten Eisfüchse wurden später etwa 850 Kilometer entfernt im Ort Resolute Bay auf der Cornwallis-Insel wiedergesehen. Um ein Vielfaches weiter wanderten zwölf ausgewachsene Eisfüchse, die vor gut zehn Jahren von kanadischen Forschern auf der Bylot-Insel vor der Nordküste der grossen Baffin-Insel eingefangen wurden. Jedes Tier erhielt einen 95 Gramm leichten Satellitensender umgehängt, dann wurden sie wieder freigelassen. Zwei dieser besenderten Füchse – ein Weibchen und ein Männchen – wanderten auffallend weit und lieferten ihre Daten über ein ganzes Jahr hinweg. Das Eisfuchs-Weibchen legte mit 4919 Kilometer die längste Strecke zurück; das Männchen wanderte immerhin 2597 Kilometer weit. Den grössten Teil dieser Strecken legten beide Tiere zwischen Februar und Juli zurück (fast 94 Prozent beim Weibchen; rund 85 Prozent beim Männchen). Die beiden Wanderfüchse kamen nicht nur weit – sie bewegten sich auch rasant über Tundra und Meereis: Die höchste Reisegeschwindigkeit lag bei 90 Kilometern pro Tag! Die Forscher fanden heraus, dass das Weibchen diese hohe Tagesleistung auf dem Meereis erzielt hatte, und zwar auf einer praktisch ganz geschlossenen Packeisfläche. Dem Männchen hingegen gelang diese grosse Tagesdistanz an Land, in der Tundra. Wer so leichtfüssig und flink weite Strecken übers Packeis eilt wie ein einzelgängerischer Eisfuchs, dem kann es durchaus passieren, selbst mitten im Polarwinter in einer grenzenlosen Einsamkeit auf andere Tiere zu stossen. Da saust unser kleiner Jäger hinter einem Presseisrücken hervor – und steht unvermittelt an der Festtafel eines Eisbären. Aber wie wir jetzt wissen, besteht kein Grund zur Panik: Möglicherweise folgt unser Fuchs diesem Eisbären schon seit Wochen. Erst wenn der Fuchs sich aufdringlich verhält, könnte der dicke Bär dem dünnen Eisfuchs gefährlich werden. Wir aber wissen: Dieser Eisfuchs wird seinen Anteil an der Robben- Mahlzeit abbekommen… PolarNEWS 23

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