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PolarNEWS Magazin - 24 - D

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Frühling 1905: Der

Frühling 1905: Der Schnee um die Hütte auf Camp Abruzzi taut ab, die Hunde geniessen die Sonne auf dem Dach. Der einzige Nutzen der Expedition: In den zwei Jahren bis zu ihrer Rettung hatte die Mannschaft Zeit für wissenschaftliche Forschung. nehmen. Doch auch beim dritten Mal im März 1905 kam er nicht weit – noch in Sichtweite der Rudolf-Insel stoppte offenes Wasser seine Reise. Fiala und seine Mitstreiter mussten ihren Traum, als Eroberer des Nordpols in die Geschichte einzugehen, definitiv begraben. Camp Abruzzi wurde geräumt, und alle Männer machten sich auf den Weg nach Süden, um das erhoffte Versorgungs- beziehungsweise Rettungsschiff zu besteigen und nach Hause zu reisen. Endlich die Rettung In Kap Flora war unterdessen die Nahrung knapp geworden, weshalb ein Teil der Gruppe auf der Alger-Insel überwinterte, im Camp, das Baldwin einige Jahre zuvor als Vorratslager errichtet hatte. Ein Ausguckposten wurde zudem auf Kap Dillon auf der McClintock-Insel errichtet, um das Rettungsschiff auf keinen Fall zu verpassen. Von dort wurde die «Terra Nova» dann tatsächlich entdeckt, als sie Ende Juli in Franz- Joseph-Land eintraf. Gross waren Freude und Erleichterung über die Rettung, die von Fialas Mentor William Ziegler losgeschickt worden war. Der Financier erlebte die Rettung seiner Expedition jedoch nicht mehr, denn er war kurz nach der Entsendung der «Terra Nova» in New York verstorben. Neben einem warmen Bad und sauberen Kleidern an Bord freuten sich die Männer über etwas am meisten: endlich Nachrichten von zu Hause, von der Familie zu bekommen und die von der «Terra Nova» mitgebrachten Briefe und Pakete zu öffnen! Am 1. August 1905 waren die Expeditionsteilnehmer in guter Gesundheit an Bord, dazu als Souvenirs drei junge Eisbären. Das Schiff legte ab in Richtung Norwegen. Bei beiden Ziegler-Expeditionen fällt etwas besonders auf: die Diskrepanz zwischen vollmundigen Ankündigungen und der eher dilettantischen Ausführung. Doch woher rührte die frappante Selbstüberschätzung sowohl von Ziegler wie auch von seinen beiden Expeditionsleitern? Offensichtlich waren sie wirklich der Überzeugung, dass unbeschränkte Geldmittel ein Garant für den Erfolg seien. Anders kann man es sich nicht erklären, dass Baldwin verkündet hatte: «Die Baldwin-Ziegler-Expedition wurde zu dem Zweck organisiert, den Pol zu erreichen.» Sie werde sich weder mit wissenschaftlicher Forschung noch mit einem Rekord der «höchsten jemals erreichten nördlichen Breite» zufriedengeben: «Allein die Ankunft an jenem begehrten Ort, von wo aus man nur nach Süden zeigen kann, wird unseren Erwartungen genügen.» Beide Expeditionen kamen schliesslich nicht über den 82. Breitengrad hinaus (der Rekord lag beim 86.). Dachten sie wirklich, dass ihre «Materialschlacht» automatisch den Erfolg bringen würde? Dass die Ausrüstung wichtiger sei als Erfahrung und Kompetenz? Man muss es vermuten. Bereits Zeitgenossen äusserten sich abschätzig über diesen Hochmut – etwa der britische Arktisforscher Henry Feilden (1838-1921). Als «nicht hinreichend durchdachtes, schlecht geleitetes, undiszipliniertes Unternehmen» bezeichnete er die Ziegler-Fiala-Expedition und Fiala selber als «ganz und gar inkompetent». Das ist wohl etwas gar hart. Klar ist aber, dass weder Baldwin noch Fiala zu prägenden Figuren in der Geschichte der Arktis-Erforschung wurden. Etwas blieb doch… Die Expeditionen des Backpulver-Königs William Ziegler mit dem Ziel, am Nordpol die amerikanische Flagge zu hissen, scheiterten zwar kläglich. Als kleiner Trost posthum mag gelten, dass sich der Fabrikant immerhin auf der Weltkarte bis heute verewigt hat: Der mittlere Norden von Franz-Joseph-Land wurde während der Ziegler-Fiala-Expedition neu kartiert, und eine dabei als eigenständig identifizierte Insel erhielt den Namen Ziegler-Insel. Ein weiterer positiver Effekt: Die Forschungsstation im Norden war während zweier Jahre durchgehend besetzt und lieferte deshalb wertvolle, weil lückenlose Beobachtungsreihen über diesen ganzen Zeitraum. Solche Temperatur- und Wetterdaten sind für die Klimaforschung bis heute von Bedeutung. Mit den Fotografien von Anthony Fiala sind der Nachwelt zudem qualitativ hochwertige Dokumentationen der Arktisforschung überliefert. Nicht zu vergessen die Erfahrungsberichte der Expeditionsteilnehmer: Aus ihnen wurde klar, dass der Nordpol mit Schlitten über Franz-Joseph-Land nicht zu erreichen ist. 54 PolarNEWS

Vertreter der PolarNews-Crew sind an den Ferienmessen am eigenen Stand live vor Ort. PolarNEWS an den Ferienmessen Im Herbst und Frühling ist es wieder soweit: Dann ist wieder Ferienmessen-Saison. Reiseveranstalter aus der ganzen Welt präsentieren ihre Angebote. Abenteuerlustige können an den wichtigsten Ferienmessen in Deutschland und Österreich auch am Stand von PolarNEWS Ferienluft schnuppern. hug. Alle lieben Ferien und Reisen. Und wer sich früh genug informieren und planen will, führt sich die ganze Angebotspalette verschiedener Anbieter zu Gemüte. Auf diese Weise garantiert man sich im voraus ein unvergessliches Urlaubserlebnis. Ob Golfen, Wandern, Surfen oder baden und relaxen. Ja warum nicht mal ein berauschendes Trekking oder eine abenteuerliche Reise in unberührte Gebiete? Vielleicht auch nur mal schnuppern, was es so gibt... Die Ferienmessen inspirieren die Besucher. Auch PolarNEWS wird im Herbst dieses Jahres und im Frühling nächsten Jahres an den wichtigsten Ferienmessen Deutschlands wieder mit einem Stand vertreten sein. Wir bieten Ihnen vor Ort die Möglichkeit, sich über unserer Reisen ausführlich zu informieren. Hier ist PolarNEWS dabei Mannheim: ReiseMarkt Rhein-Neckar-Pfalz 6. bis 8. Januar 2017 Wien: Ferienmesse Wien 12. bis 15. Januar 2017 Stuttgart: CMT Kreuzfahrten & Seereisen 19. bis 22. Januar 2017 Hannover: abf Reisen & Urlaub 1. bis 5. Februar 2017 Hamburg: Reisen Hamburg 8. bis 12. Februar 2017 Essen: SkandinavienWelt 15. bis 19. Februar 2017 München: f.re.e. 2017 22. bis 26. Februar 2017 Weitere Informationen zu den Messen unter www.polar-reisen.de PolarNEWS 55

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