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PolarNEWS Magazin - 24 - D

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Rubriktitel Wir wecken

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Rubriktitel Oben: Nach einer Woche auf dem Eis kehren die Jäger zurück nach Qaanaaq. Links: Das Zelt der Berufsfischer – der Fang wird per Schlitten abtransportiert. Aussenschuh. Sie müssen vor dem Trocknen gewendet werden. Das Trocknen der Kleider nimmt viel Aufmerksamkeit in Anspruch. Zu Recht, denn Feuchtigkeit ist Gift in der Kälte. Auf der Jagd Unsere Jäger versuchen mehrmals Robben zu schiessen. Hierfür braucht man als erstes ein gutes Auge: An gewissen Stellen hat das Eis eine kleine runde Öffnung, die kaum sichtbar und häufig mit einer dünnen Eisschicht bedeckt ist. Die Hunde reagieren auf solche Stellen, werden dann aber sofort 20 Meter davon entfernt abgestellt. Der Jäger geht mit dem Gewehr hin und wartet einfach, bis die Robbe an der Stelle Luft holen kommt. Trotz ausdauerndem Warten zeigt sich aber während unseres ganzen Aufenthaltes keine einzige Robbe. Die Jagd auf diese Tiere ist Glückssache... Ganz anders sieht es bei den Fischen aus: Der Klimawandel soll auch dafür verantwortlich sein, dass das Vorkommen des schwarzen Heilbutts ganz im Norden von Grönland zugenommen hat. Fischer als Beruf gilt hier als neuere Profession. Die Jäger sagen, dass die Eisschicht heute um einen Meter dünner ist als früher. Wir konnten fünf Hundeschlittenstunden von Qaanaaq entfernt auf der gegenüberliegenden Fjordseite Eisfischer bei ihrer Tätigkeit beobachten. Der schwarze Heilbutt gilt als Delikatesse und ist vor allem in Asien heiss beliebt. Sein schneeweisses aromatisches Fleisch enthält viel Fett und ist reich an Omega-3-Fettsäuren. Er eignet sich deshalb gut zum Räuchern und für Sushi und Sashimi. Da er in den Tiefen des eiskalten Meeres von 250 bis 2000 Metern lebt, sind die Angelleinen entsprechend lang. Von einer grossen Rolle abgewickelt sinkt die Leine, beschwert durch eine Metallplatte, durch ein 50 Zentimeter breites Loch im Eis dem Meeresboden entgegen. An ihr hängen alle zwei Meter die Köder, bestehend aus Rochenfleisch, das als Beifang gilt und sonst nur noch von den Hunden gefressen wird. Jetzt heisst es einige Stunden warten, bevor zwei der Fischer mit vereinten Kräften die Beute an die Oberfläche kurbeln. Nach unserer Beobachtung hing ungefähr an jedem vierten Haken ein Fisch, davon war etwa die Hälfte schwarzer Heilbutt. Die Fische werden von der Angel genommen und auf das Eis geschmissen. Dort finden sie den Kältetod bei minus 20 Grad. Der gefrorene schwarze Heilbutt wird gestapelt und einmal die Woche von Hundeschlitten, die Container angehängt haben, abgeholt und per Flugzeug von Qaanaaq nach Ilulissat geflogen. Von da aus geht er in die ganze Welt. Nach sechs Tagen in der Eis-Wüste (für uns vielmehr Eis-Schöne) queren wir die Bucht vor Qaanaaq. Sie ist übersät mit riesigen Eisbergen und Eisbrocken, durch die die Sonne in ihrer vollen Kraft strahlt. Die Distanzen erscheinen viel kürzer – wir werden wie von einer Fata-Morgana getäuscht. Die Eisberge scheinen über dem Eis zu flimmern und sehen aus wie auf Sockeln stehend. Nach fünf Stunden Schlittenfahrt erscheinen am Horizont endlich die farbigen Häuser von Qaanaaq, bei untergehender Sonne in oranges Licht getaucht. Wir werden schon erwartet, denn alle Einwohner haben von ihren Häusern freie Aussicht auf die Bucht. Wir sind überglücklich, dass es die lokalen Götter in jeder Beziehung gut mit uns gemeint haben: kein Sturm, kein Schnee, kein Unfall, keine Erfrierung, nur strahlende Sonne, liebenswürdige und aufmerksame Menschen, wunderbare Landschaft, Frieden und Entspannung. Wir betreten wieder festes Land, und die Hunde lassen ein Freudengeheul los, als sie die vertrauten Menschen erkennen. PolarNEWS 43

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