Aufrufe
vor 5 Monaten

PolarNEWS Magazin - 24 - D

  • Text
  • Polarnews
  • Arktis
  • Antarktis
  • Kilometer
  • Buenos
  • Antarktische
  • Fiala
  • Welt
  • Frankfurt
  • Aires

Abenteuer Von der Kunst

Abenteuer Von der Kunst des Ü Wenn die Männer von Qaanaaq hinaus aufs gefrorene Meer zur Jagd fahren, m sich warm anziehen: Eine Woche unterwegs mit Hundeschlitten. 36 PolarNEWS

Hundeschlittenführer Adu und seine Hunde ziehen in den gefrorenen Fjord. Text: Sylvia Furrer Bilder: Holger Hoffmann Ich schaue aus dem Fenster der knallrot lackierten Turboprop-Maschine der Air Greenland und staune. Gletscher, so weit das Auge reicht. Riesige Eisberge türmen sich in der mit Rissen durchzogenen Eisfläche der Fjorde auf. Die Zwischenlandung in Ilulissat an der Disco Bay, welche zum Unesco-Weltnaturerbe gehört, ermöglicht uns einen näheren Blick auf diese Naturschönheiten. Eisberge sind in ihrer Ästhetik mit Sanddünen vergleichbar. Sie sind etwas vom Schönsten und Entspannendsten, das unsere Erde dem Auge zu bieten hat. Eine Grönlandreise im März hat den Vorteil, das Farbenspiel von Sonnenauf- und Sonnenuntergang intensiv erleben zu können und auch das des Nordlichtes. Bereits am ersten Abend in Ilulissat hatten wir das Glück, dieses grandiose Spektakel zu erleben. Die Kehrseite des Naturspektakels: Die Dunkelheit während der Wintermonate schlägt auch den daran gewöhnten Grönländern aufs Gemüt. Die Suizidrate ist hoch. Die aktuelle Nachricht vom Suizid eines 16-jährigen jungen Mannes ist denn auch Thema bei jeder unserer Begegnung mit den Inuit. berlebens uss man Willkommen im Norden Am nächsten Morgen fliegen mein Mann Holger und ich weiter in den hohen Norden der Insel, nach Qaanaaq, früher auch Thule genannt. Qaanaaq hat 635 Einwohner. Der Ort wird nur einmal pro Woche angeflogen, und auch das nur, wenn das Wetter gut genug ist. Fällt der Flug aus, gilt es, eine Woche zu warten. Denn ein Landweg existiert nicht, und der Schiffsverkehr ist von September bis Mai eingestellt. Diese fehlende Verkehrs-Infrastruktur ist Teil der Politik, die im Süden in der Hauptstadt Nuuk gemacht wird. Grönland zählte im Juli 2014 exakt 57’728 Einwohner auf einer Fläche, die mit 2’166’086 Quadratkilometern 50 Mal so gross ist wie die Schweiz. Die meisten Grönländer leben im südlichen Teil, alleine Nuuk zählt 17’000 Einwohner. Für die paar tausend weit verstreuten Bewohner des hohen Nordens bedeutet der staatliche Aufbau einer Verkehrs-Infrastruktur somit einen sehr hohen Aufwand PolarNEWS 37

© 2015 by PolarNEWS • Redaktion Heiner Kubny – Impressum