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PolarNEWS Magazin - 23 - D

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Wir wecken Ihr Fernweh!

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ekonstruieren: Das Bärenjunge, vielleicht getrieben von Neugier und/oder Hunger, ist im Dunkel der Nacht unter dem elektrischen Zaun hindurch gekrochen und durch das Camp spaziert, hat jedoch den Ausgang nicht mehr gefunden. Seine Mutter, wahrscheinlich aus Sorge oder angelockt durch die Rufe des Kleinen, hat den Zaun durchbrochen und ihr Junges gesucht. Und wenn man schon mal drin ist im Camp, kann man sich ja auch ein bisschen umsehen... Mama hat denn auch den Jackpot in Form der Kühltruhe gefunden, die für eine 300 Kilo schwere Bärin keinerlei Herausforderung ist: Einmal kurz daran gerüttelt, und schon ist sie offen vor ihr gelegen mit all den Tiefkühlhühnchen, dem Speck... und einer 10-Kilo-Büchse Eiscreme. Vermutlich hat sich die Bärin wie im Schlaraffenland gefühlt. Den Speck hat sie wohl gleich weggemampfelt, und die Zeit hat noch gereicht, ein Hühnchen zu verspeisen, bevor die Guides, aufgeweckt durch den Krach, mit ihren Schrotgewehren angerannt kommen. Die Mutter schnappt sich ein zweites Hühnchen, das Kleine nimmt die Büchse Eiscreme und dann nichts wie weg. Alles, was uns noch bleibt, ist zuzusehen, wie die beiden im Lichtkegel eines Scheinwerfers genüsslich unsere Leckereien verputzen... Guten Appetit, ihr beiden! Nach diesen aufregenden 36 Stunden, in denen sich die kanadische Arktis in Hochform präsentiert hat, sind die folgenden Tage ruhiger und trotzdem spannend. Eine Wanderung in die Umgebung bringt uns in Bewegung, die Sonne herrliches Licht in die verschneite Landschaft. Und eine Schnee- Eule sowie sehr aktive, neugierige Polarfüchse sorgen für dezente Aufregung und schöne Fotomotive. Eisbären zeigen sich keine mehr, dafür verwöhnt uns die Arktis nochmal mit zwei Abenden voller Feuerwerk und Magie in Form von Polarlichtern. Am zweitletzten Abend nach dem Essen zeigen sie sich zuerst als grünes Band, das immer stärker wird und bald den Himmel erleuchtet wie der Schweif eines Kometen. Das ist schon grosses Kino. Letzte Vorstellung Am letzten Abend wird nochmals mit der ganz grossen Kelle angerührt: Schon beim Eindunkeln werden die ersten Schlieren sichtbar, die sich danach bei völliger Dunkelheit immer stärker zu grünen Wirbeln formen. Mit jeder Minute werden die Lichter intensiver, in das Grün mischt sich Rot hinein, hin und wieder mit etwas Weiss drin. Schnell wabernde Vorhänge verlieren sich über unseren Köpfen, um sich an einer anderen Stelle neu zu bilden. Völlig fasziniert bleiben unsere Blicke am Himmel hängen, wir können uns nicht sattsehen an dieser einmaligen Vorstellung. Sogar das Abendessen rückt in den Hintergrund. Wer kann schon bei einem solchen Schauspiel ans Essen denken. Immer wieder erscheinen wie von Geisterhand neue Schwaden und Vorhänge. Die Kameras arbeiten trotz eisigen Temperaturen und aufkommenden Winds mit Höchstleistung, die Fernauslöser werden immer wieder gedrückt. Die Intensität der Polarlichter ist teilweise so stark, dass weite Teile der Tundra erhellt sind. Wenn jetzt noch ein Bär… Nein, das wäre zuviel des Guten. Es ist auch so perfekt, eisig und hell. Besser geht es nicht. Am nächsten Morgen heisst es zusammenpacken und Abschied nehmen. Die letzten Stunden verbringen wir nochmals draussen mit unseren fuchsigen Freunden. Noch ein paar letzte Fotos, und schon sitzen wir im Flieger in Richtung Churchill. Unser kanadisches Abenteuer ist vorbei, die Zivilisation hat uns wieder in Form von Handyempfang und unzähligen Leuten. Die fünf Tage auf der Wanderroute der Eisbären der Hudsonbucht gehören für uns zu den intensivsten und erlebnisreichsten überhaupt. Die kommenden paar Tage in Winnipeg und Toronto scheinen unwirklich, fast zu kontrastreich und doch irgendwie erholsam genug, um die unzähligen Eindrücke zu verarbeiten. Die kanadische Arktis hat uns alles gezeigt, was sie zu bieten hat in ihrer eisigen Schönheit. Und ganz sicherlich sind uns die Eisbären nicht nur vor der Kameralinse noch näher gekommen, sondern auch in unseren Herzen. Beobachten und lernen: Das gilt in diesem Fall für beide Seiten. PolarNEWS 65

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