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PolarNEWS Magazin - 23 - D

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Legende Die befahrenen

Legende Die befahrenen Küstenabschnitte wurden auch gezeichnet – damals für die Daheimgebliebenen reines Kopfkino. chan und Mitchell, die anderen beiden James, ermunterten ihn, seine so unverhoffte wie grossartige Pionierleistung in einem Reisebericht bekannt zu machen. Sonderbarerweise stiess Weddells Büchlein «Reise nach dem Südpol in den Jahren 1822 bis 1824» auf so gut wie gar kein öffentliches Interesse. Denn wenn der grosse James Cook gesagt hatte, dass niemand je weiter nach Süden segeln würde als er, wie hatte Weddell das denn bewerkstelligen können? Und war seine Geschichte vom eisfreien Meer überhaupt glaubwürdig? Zudem waren die Wissenschaftler Englands gerade sehr beschäftigt mit Expeditionen in den Norden und hatten wenig Interesse an den Jagdgründen der einfachen Robbenjäger. Auch die an Langeweile grenzende Sachlichkeit, mit der Weddell seinen Reisebericht verfasst hatte, vermochte die edlen Herren nicht zu überzeugen. Frei vom üblichen Pathos der Entdeckerberichte erwähnt Weddell immer wieder ausführlich Wind und Wetter, Wellengang und Schiffsposition und verzichtet auf jede Art von Heldenhaftigkeit, im Gegenteil: In seinem Buch beschreibt er ganz sachlich seine Gründe zur Umkehr. Und statt an dieser Stelle in Jubel auszubrechen über seine Heldentat, lobt er die «auffallende Genauigkeit» seiner drei Chronometer, die zusammen 240 Pfund gekostet haben. «Eine solche Vollkommenheit in dieser höchst nützlichen Maschine können Befehlshaber der Schiffe nicht genug schätzen.» Weddell und viele Matrosen seiner Mannschaft bezeugten unter Eid, dass kein Wort aus dem Buch gelogen sei – vergebens. Schliesslich machte Weddell der britischen Admiralität das Angebot, quasi als Beweisführung seine Reise zu wiederholen, falls diese das Unternehmen finanziere. Es wurde abgelehnt. Totalverlust James Weddell wandte sich wieder der Handelsschifffahrt im Atlantik und nach Tasmanien zu, weil die Robbenbestände in der Antarktis inzwischen dermassen dezimiert waren, dass sich eine Beutefahrt kaum mehr lohnte. 1829 musste die «Jane» wegen eines Lecks auf den Azoren ausgemustert werden. Auf der Weiterfahrt Richtung London zerschellte das Ersatzschiff auf der Insel Pico, Weddell überlebte nur, weil er sich an einen Felsen klammern konnte. Der Verlust der «Jane» bedeutete für Weddell den finanziellen Ruin. Er liess sich bis 1834 als Kapitän in Lohn und Brot anheuern und starb am 9. September 1834 in London im Alter von 47 Jahren. Todesursache unbekannt. Er galt zeitlebens als sehr guter Kapitän und enthusiastischer Führer. Von einer Ehefrau und Kindern ist nichts überliefert. Nachhall James Weddells Süd-Rekord wurde erst 1841, also 18 Jahre später, von James Clark Ross gebrochen, allerdings auf der anderen Seite der Antarktis, im heutigen Rossmeer. 1900 wurde das König-George-IV.-Meer zu Ehren unseres Helden in Weddell-Meer umbenannt. Auch die nur in der Antarktis lebende Weddell-Robbe ist nach ihm benannt. Erst 88 Jahre später, 1911, drang der Deutsche Wilhelm Filchner im Weddell-Meer weiter nach Süden vor als James Weddell. Die Route, die James Weddell gefahren war, ist seit den Aufzeichnungen bis heute sogar für Eisbrecher unpassierbar: In dieser Gegend liegt sehr viel sehr langsam sich bewegendes Treib- und Packeis. Weddell hatte 1823 das ausserordentliche Glück gehabt, ein eisfreies Jahr zu erwischen. 52 PolarNEWS

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