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PolarNEWS Magazin - 23 - D

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Die Route von James Weddell bis zum südlichsten Punkt – und die vom Kapitän sorgsam eingetragenen Positionen (kleines Bild). se 444 Kilometer weiter nach Süden gesegelt als James Cook. Er befand sich 2200 Kilometer von Südgeorgien entfernt. Aber was jetzt? Weddell hatte ja keine Ahnung, was weiter südlich kommen würde. Aber er wusste, dass der aufkommende Südwind ihm die Weiterreise Richtung Südpol erschweren, in umgekehrter Richtung aber die Rückfahrt enorm begünstigen würde. Und aus Erfahrung wusste er, dass aufkommende Winde in der Antarktis schnell in heftige Stürme ausarten können. Sollte er sich und seine Mannschaft also in eine vermeidbare Gefahr begeben? Und überhaupt: Die Tage waren schon merklich kürzer geworden. Die Matrosen waren müde und zeigten wenig Entdeckergeist, sie waren schliesslich Robbenjäger und ihr Lohn war abhängig von der Menge der gemachten Beute. Bereits waren in der Mannschaft erste Anzeichen von Skorbut aufgetreten. Und die Lebensmittel wurden langsam, aber sicher knapp. James Weddell entschied sich zur Umkehr, liess die Kanone abfeuern, seine Mannschaft dreimal «Hurra» rufen, eine Extraportion Grog austeilen und befahl Kurs Nord. Doch er bereute seinen Entscheid einige Tage später, als die Schiffe wieder in sicheren Gewässern waren: Der Südwind hatte sich nicht zum Sturm entwickelt. Er gab dem neu entdeckten Meer den Namen König-George- IV.-Meer. Heute weiss man: Wäre Weddell nur 170 Seemeilen beziehungsweise 315 Kilometer weiter gesegelt, hätte er als erster Mensch das antarktische Festland gesehen. Das wäre eine Seereise von zwei Tagen gewesen. Aber es steht in den Sternen, ob die Mannschaft dann auch wieder heil nach Hause gekommen wäre. Zeit für Spekulationen Weddell kehrte zurück zu den Falkland-Inseln und richtete sich dort für eine Überwinterung ein. Nun hatte er genügend Zeit, seine unterwegs gemachten Beobachtungen nochmal zu überdenken und einige Schlüsse daraus zu ziehen. Er kam zu folgenden Ergebnissen: Vermutung 1: Die Kälte der Antarktis, insbesondere im Eisgürtel zwischen dem 60. und 61. südlichen Breitengrad, stammt «unstreitig» von den Südshetland-Inseln. Vermutung 2: Das Eis, das auf dem Meer treibt, entsteht in seichten Buchten von Inseln und treibt anschliessend aufs offene Meer. Damit widerspricht Weddell dem grossen Vorbild James Cook, der zwar diese Meinung ebenfalls vertrat, sie später aber widerrief. Vermutung 3: Das Eis, das auf dem Meer treibt, stammt nicht vom Südpol. Weil nämlich das Meer, das er besegelt hatte, eisfrei war. Vermutung 4: Daraus lässt sich folgern: Der Zugang zum Südpol, wie immer der aussehen mag, ist eisfrei. Vermutung 5: Weil auf dem von ihm befahrenen Meer kein Eis treibt, entstehen am Himmel auch keine Südlichter (Aurora australis). Kein Ruhm, keine Ehre Im folgenden Frühling stach die «Jane» noch einmal Richtung Süden zur Robbenjagd auf und kehrte am 9. Juli 1824 mit reicher Beute nach London zurück. Weddells Partner Stra- PolarNEWS 51

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