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PolarNEWS Magazin - 23 - D

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Nachrichten News aus der

Nachrichten News aus der Polarforschung Zusammengestellt von Peter Balwin Bei den Adéliepinguinen kriegen männliche und weibliche Küken nicht dasselbe Futter. Der vermessene Adélie Wenn sich Männchen und Weibchen einer Tierart in der Grösse unterscheiden, dann müssen sich auch unterschiedliche Wachstumsraten bei einzelnen Körperteilen finden lassen. Ein Forscherteam von Wissenschaftlern aus Neuseeland, Südafrika und den USA hat sich die Adéliepinguine auf der Rossinsel in der Antarktis genau angeschaut. Bei den Adélies sind die Männchen etwa 11 Prozent schwerer als die Weibchen, und sie haben einen um 8 Prozent län- geren Schnabel sowie 3 Prozent längere Flügel. Aus einem Bestand der weltweit grössten Adéliekolonien mit über 270’000 Brutpaaren haben sich die Biologen 45 Männchen und 40 Weibchen ausgesucht und diese Vögel alle fünf Tage genauestens vermessen. Einige der erstaunlichen Resultate: Männliche Küken legen durchschnittlich 15,6 Gramm pro Tag an Gewicht mehr zu als weibliche; zehn Tage vor Verlassen des Nestes waren Männchen um 450 Gramm schwerer und hatten einen um 2,3 Millimeter längeren Schnabel als Weibchen. Verständlich, dass die Adélie-Jungs schneller wachsen und grösser werden – die Eltern verfüttern ihnen viel häufiger eine fetthaltige Kalorienbombe, den Antarktischen Silberfisch. Die weiblichen Küken bekommen hingegen meistens den Eiskrill (Euphausia crystallorophias) vorgesetzt, und der ist bedeutend weniger nahrhaft. Quelle: PLOS Wöchentlich News aus der Polarforschung auf polar-news.de Jungen Grönländern fehlt Vitamin D Eine vergleichende Studie mass den Gehalt an Vitamin D bei fast 2900 Grönländern im Alter von über 18 Jahren. Junge Leute unter 30 wiesen die tiefsten Vitamin-D-Werte auf, mit zunehmendem Alter stiegen die Werte hingegen an. Gesamthaft hatten die Probanden aller Altersstufen in den Jahren 2005 bis 2010 aber zwischen beachtlichen 32 und 58 Prozent weniger Vitamin D im Körper als im Vergleichsjahr 1987. Hauptgrund für diese Mangelversorgung, so eine dänische Untersuchung, ist die Abkehr von traditionellen Lebensmitteln (Fisch, Meeressäuger, einheimische Pflanzen und Beeren) und von einer aktiven bewegungsintensiven Lebensweise. Heute verzehren die Grönländer zunehmend importiertes Fleisch, Süssigkeiten, Soft Drinks etc. und frönen vielfach einer sitzenden Lebensweise. Quellen: PLOS 16 PolarNEWS

Einzigartiger Mammutfund Die frühesten Zeugnisse menschlicher Besiedelung in der eurasischen Arktis gingen bisher etwa 35’000 Jahre zurück. Im Jahr 2012 fanden russische Forscher auf 72 Grad nördlicher Breite jedoch Überreste eines Mammuts, die übersät waren mit Wunden, die eindeutig von menschlichen Waffen stammten und dem Tier vor und nach seinem Tod beigebracht wurden. In der jetzt veröffentlichten Studie werden die spannenden Details dazu publiziert. So etwa ergab die Altersbestimmung dieser Eismumie, dass das Mammut vor etwa 45’000 Jahren gestorben war. Die vielen Spuren, besonders am Kopf und an den Rippen, könnten von Speeren herrühren, und einer der Stosszähne war von den Urmenschen entfernt worden. Die Forscher der russischen Akademie der Wissenschaften spekulieren, dass damals Fortschritte bei der Bejagung der Mammuts wesentlich dazu beigetragen hatten, dass Menschen so weit im Norden überleben konnten und sich weit über das nördlichste arktische Sibirien ausbreiteten – und womöglich deshalb auch Nordund Südamerika erobern konnten. Neue Gefahr: Sonnenbrand Als ob die Eisschmelze und der Eintrag von Umweltgiften nicht schon genug gefährlich sind für die Tiere der Polarregionen – jetzt hat auch die erhöhte Ultraviolett-Strahlung des Sonnenlichtes in der Arktis erste, lange unterschätzte Folgen gezeitigt. Kanadische Forscher haben an fünf Walrossen aus Nord- Quebec Gewebeproben entnommen und auf UV-Schäden untersucht. Die starke UV- Strahlung in den Polargebieten geht auf die geringe Ozonkonzentration in der höheren Atmosphäre zurück (Ozonloch). Gerade Walrosse suchen im arktischen Sommer Ruheplätze an den Küsten auf, wo sie stundenlang der prallen Sonne ausgesetzt sind. Obwohl die Forscher eine ganze Reihe von Hautanomalien im mikroskopischen Bereich finden konnten, stellten sie keine grösseren Quelle: Science Diese 45’000 Jahre alte Mammut-Mumie weist deutliche Spuren von Speeren auf. Liegen Walrosse lange an der Sonne, wird ihre Haut rötlich. Jetzt kriegen sie dazu auch noch Sonnenbrand. Schäden fest wie etwa Blasenbildung, Hautrötungen oder grauer Star. Dazu seien weitere Untersuchungen an grösseren Walrossgruppen nötig. Quelle: PLOS IN KÜRZE Lummen I: Sturzflug Seit jeher war die Dickschnabellume für die Grönländer eine wichtige Nahrungsquelle. Heute gilt die Art laut Weltnaturschutzunion IUCN jedoch als vom Aussterben bedroht. Die Bestände von 13 der verbliebenen 19 Populationen auf Grönland nehmen äusserst stark ab. Um den Zusammenbruch zu verhindern, wehrt sich der WWF gegen die Verlängerung der Jagdzeiten. Quelle: WWF Lummen II: Massensterben In Alaska, insbesondere an den Küsten des Katmai National Park, sterben die Dickschnabellummen seit Monaten in Massen. Bis Mitte März wurden mehr als 36’000 tote Vögel gezählt. Forscher können sich dieses Drama nicht erklären: Es gibt genügend Futter, es wurden auch keine Giftstoffe festgestellt oder sonstige mögliche negative Einflüsse. Quelle: Alaska Dispatch News Pflanzen: Weniger Blätter Beunruhigende Beobachtung in der Hocharktis: Weil die Temperaturen wärmer geworden sind, fällt mehr Schnee. Dieser schmilzt im Frühling langsamer und hindert so die Pflanzen am Wachstum. Weshalb diese heute weniger Blätter entwickeln können als noch vor 20 Jahren und auch eher zur Farbe Grau tendieren als zur Farbe Grün. Das haben norwegische Forscher festgestellt. Bilder: Heiner Kubny / Vladimir V. Pitulko / pixabay.com Elche ziehts nordwärts Wo die hohen Sträucher wachsen, das geht der Elch hin – neuerdings gegen Norden. Die Erwärmung des Erdklimas bringt es mit sich, dass sich Strauchvegetation immer weiter nach Norden ausdehnt und somit Tundraflächen überwächst. In Alaska haben Biologen nun aufgezeigt, dass Elche ihr Verbreitungsgebiet vom angestammten borealen Waldgürtel bis weit in die nördliche Tundra ausdehnen. Dabei folgen die mächtigen Tiere den Flussläufen, wie etwa dem Colville River. Dort wachsen neuerdings in den Flussauen Sträucher, die offenbar auch hoch genug sind, um im Winter über die Schneedecke zu reichen und von den Elchen abgeäst werden können. Die ständig früher einsetzende Schneeschmelze in der Arktis kommt den Elchen so weit im Norden ebenfalls gelegen. Quellen: PLOS Quelle: forskning.no Antarktis: Schmelzwasser errechnet Ein Team von Wissenschaftlern der Technischen Universität Dresden hat die über Jahre gesammelten Daten der deutsch-amerikanischen Satellitenmission Grace ausgewertet. Fazit: Seit 2002 schmelzen in der Antarktis jährlich 100 Gigatonnen Eis. Das entspricht einer Masse von 100 Kubikkilometern Wasser. Frühere Studien über die Eisschmelze in der Antarktis sind somit bestätigt. Quelle: TU Dresden PolarNEWS 17

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