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PolarNEWS Magazin - 22 - D

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Wir lieben es frostig!

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Wie die Hirsche bei uns regeln auch Rentiere die Rangordnung innerhalb der Herde mit harten Kämpfen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich solche Wärmewellen im Winter häufen werden. Die dadurch ausgelösten winterlichen Regenfälle führen vermehrt zur gefährlichen Vereisung der Bodenoberfläche – deshalb sagen Zoologen dem Svalbard-Ren keine guten Zukunftsaussichten voraus. Solche Anzeichen der weltweiten Erwärmung könnten rasch zum Niedergang des Rentieres auf ganz Svalbard führen. Die Tiere würden verhungern. Schuld daran wäre die menschgemachte Klimaveränderung. Die Kleinen aus dem Norden Solche Prognosen schrecken auf. Und sie erinnern gleichzeitig daran, dass bisher nicht einmal geklärt ist, woher das Spitzbergen- Ren eigentlich stammt. Von wo aus hat es diese hocharktische Inselgruppe überhaupt besiedelt? Sicher lässt sich sagen, dass sein abgeschiedenes Leben wahrscheinlich schon vor mehr als zehntausend Jahren besiegelt wurde, als sich die Gletschermassen der letzten Eiszeit zurückzuziehen begannen und sich kleine Gruppen von Rentieren auf Inseln wiederfanden, die recht abgeschnitten vom Rest der Welt vom nördlichen Polarmeer umgeben sind. Durch die Gletscher und das Schicksal in die Isolation einer einsamen Inselgruppe getrieben, entwickelten sich die Spitzbergen-Rentiere aus zoologischer Sicht zu einer Unterart, die sich durch Aussehen und Verhalten deutlich von anderen Rentieren unterscheidet. Bei den Svalbard-Rentieren sind die Männchen etwas grösser als die Weibchen und tragen auch grössere Geweihe. Die Tiere sind etwa drei Mal kleiner als ihre Verwandten, die Waldrentiere im Norden Finnlands. Die Rentiere Spitzbergens zeichnen sich aus durch kurze Beine und einen kurzen Hals, einen kleinen und eher rundlichen Kopf sowie ein dichtes Fell, das im Winter sehr viel heller erscheint als im Sommer. Das norwegische Polarinstitut schätzt den Bestand auf 11’000 Tiere. Obwohl es in fast allen eisfreien Tundra-Gebieten Svalbards anzutreffen ist, erreicht das Spitzbergen-Ren seine grösste Dichte im Reindalen («Rentier- Tal») im Nordenskiöld Land sowie auf den östlichen Inseln Edge- und Barentsøya. Weibchen tragen Geweih Im Gegensatz zu den grossen domestizierten Rentierherden in Skandinavien und Sibirien (das Ren ist die einzige Hirschart, die domestiziert wurde) sind die Svalbard-Rentiere wilde, frei lebende Tiere ohne irgendwelche Bindung an den Menschen. Man trifft sie in kleinen Gruppen von höchstens 3 bis 5 Individuen – für grössere Herden reicht die Nahrung nicht in der hocharktischen Tundra. Zur Brunftzeit im Spätherbst jedoch kommen grössere Gruppen von Rentieren zusammen. Dann nämlich halten sich die Männchen einen Harem mit bis zu zehn Weibchen. Auch in extremen Wintern, wenn viele der üblichen Nahrungsgebiete verschneit oder vereist sind, entstehen auffallende Ansammlungen dort, wo es noch zu fressen gibt. Das prächtige Geweih, das nicht nur die Tiere in Svalbard, sondern auch alle anderen Rentier-Unterarten tragen, verdient eine besondere Erwähnung. Nicht nur, dass es äusserst fotogen und stolz zur Schau getragen wird – es verdient auch einen weiteren Superlativ, denn beide Geschlechter tragen ein Geweih. Somit ist das Rentier die einzige Hirschart, bei denen auch das Weibchen Geweihträgerin ist. Bei den Männchen wächst das neue Geweih zwischen April und Juli. Im August/September wird dann der Bast abgewetzt, und Anfang Winter, unmittelbar nach der Brunft, PolarNEWS 21

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