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PolarNEWS Magazin - 22 - D

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Nachrichten News aus der Polarforschung Zusammengestellt von Peter Balwin Lebte zuletzt auf der Wrangel-Insel, die damals noch keine Insel war: Mammut. Die letzte Heimat der Mammuts Bevor Mammuts von der Erdoberfläche verschwanden, verbrachte das letzte Tier seine letzten Tage auf der Wrangel-Insel in der russischen Arktis. Zu diesem Schluss kommen der schwedische Zoologe und Genetiker Love Dalén und sein 11-köpfiges Team nach Vergleichen der Genstrukturen von Wollmammuts aus Sibirien. Die Wis- senschaftler untersuchten einen fast 45’000 Jahre alten Hautfetzen eines Wollmammuts aus dem Osten der russischen Teilrepublik Jakutien sowie einen rund 4300 Jahre alten Stosszahn der gleichen Mammut-Art von der Wrangel-Insel. Fazit der Studie: Das letzte Wollmammut dieser Welt muss demnach auf der Wrangel-Insel gelebt haben. Erst mit dem Ende der letzten Eiszeit und dem damit einhergehenden Anstieg des Meeresspiegels wurde Wrangel zu einer Insel. Die dort festsitzende Mammut-Population muss offenbar an Inzucht gelitten haben, was deren Niedergang erklärt. Quelle: University of Southampton Fischen verboten! Die Arktis taut Mitte Juli stimmten die fünf Arktis-Anrainerstaaten Dänemark, Kanada, Norwegen, Russland und die USA einem Moratorium zu, welches die kommerzielle Fischerei in der zentralen Arktis verbietet. Die Fischereiflotten dieser Länder sollen so lange auf Fangfahrten verzichten, bis genügend Wissen vorhanden ist, um die Fischbestände der zentralen Arktis nachhaltig zu kontrollieren und zu nutzen. Es soll zuerst erforscht werden, inwiefern die Erwärmung des Arktischen Ozeans und das rapide Schmelzen des Meereises den Fischbeständen zusetzt. Das Moratorium umfasst die internationalen Gewässer ausserhalb der 200-Meilen-Zone dieser Länder. Es gilt nicht für andere Staaten wie etwa China, Japan, Korea oder Spanien, deren Flotten weiterhin ungehindert ausbeuten können. Quellen: WWF, New York Times Wöchentlich News aus der Polarforschung auf polar-news.de 14 PolarNEWS

Das Erdinnere wärmt die Westantarktis Erste geothermische Messungen unter der Eisdecke der Westantarktis haben ein erstaunliches Resultat gebracht: Die Zufuhr von Wärme aus dem Erdinnern ist überraschend hoch. Laut den Forschern der Universität von Kalifornien ist diese Erdwärme jedoch nicht der Grund, weshalb die Eispanzer der Westantarktis derart rasant wegschmelzen. Die Ergebnisse lassen vielmehr den Schluss zu, dass die vielen Seen unter dem Eis und vielleicht auch die hohe Fliessgeschwindigkeit einzelner Eisgebiete auf diese Wärmequelle zurückgeführt werden können. Die Menge an Erdwärme, welche den Sockel des Eispanzers erreicht, liegt bei etwa 285 Milliwatt pro Quadratmeter – was etwa der Wärmestrahlung eines kleinen LED- Lämpchens am Weihnachtsbaum entspricht. Quelle: EurekAlert Tundrapflanzen wachsen besser Eine der grössten Vegetationsstudien im Nordpolargebiet zeigt auf, dass die globale Erderwärmung zu dramatischen Veränderungen in der Arktis führt. Forscher aus neun Ländern untersuchten das Wachstum der Jahrringe an 25 arktischen Pflanzenarten im Buschwerk der Tundra über die letzten 60 Jahre, um einen Zusammenhang zwischen dem Klima und den Veränderungen der Vegetation zu finden. Die Wissenschaftler analysierten ein beschleunigtes Wachstum, das auf die Erwärmung zurückzuführen ist – und gleichzeitig selber die Erwärmung ankurbeln wird: Unter anderem verhindern höher wachsende Sträucher und Büsche wie Erlen und Weiden die Reflektion von Sonnenwär- Zwei Forscher der University of California kontrollieren den Austritt der Bohrsonde aus dem Eis der Westantarktis. Gehölze wachsen wegen des Klimawandels vermehrt in der Tundra – und tauen den Permafrostboden auf. me, vor allem in mittleren arktischen Breiten. Dies kann die Bodentemperatur, den Energie- und Wasserhaushalt beeinflussen sowie den Dauerfrostboden auftauen. Quelle: Nature IN KÜRZE Seebär: Auf Abwegen Im August 2014 entdeckte man 400 Kilometer nördlich von Santiago de Chile einen (untergewichtigen) Antarktischen Seebären, wie das Wissenschaftsjournal «Polar Biology» in seiner neuesten Ausgabe berichtet. Der Fund ist die nördlichste Beobachtung eines Seebären im südöstlichen Pazifik – 4200 Kilometer von der Antarktis entfernt. Quelle: Polar Biology Antarktis: Viele Tiere Eine neue umfangreiche Auswertung wissenschaftlicher Daten bringt es an den Tag: Auf dem Meer rund um den weissen Kontinent ist das Leben offenbar ungleich verteilt – zum Beispiel wiesen besonders windige Meeresgebiete eine grössere Biodiversität auf als andere. Zudem ist die Antarktis artenreicher als bisher angenommen. Quelle: ScienceDaily Eissturmvögel: Plastik fliegt mit Von 40 auf Spitzbergen untersuchten Eissturmvögeln hatten 35 Individuen (88 Prozent) Plastikteile im Magen. Im Durchschnitt hatte jeder dieser Vögel 15 Plastikteilchen aufgenommen, der traurige Rekord lag bei 200 Teilchen. Nach letzten Schätzungen befinden sich mindestens 5,25 Trillionen Plastikteilchen in den Weltmeeren – 270’000 Tonnen. Bilder: Madeleine Deaton / Flickr, Wissard, UCSC, pd Expedition Kara-Winter ist beendet Zehn Wochen unterwegs für die Forschung im Auftrag der Erdölfirma Rosneft: Eisbrecher «Yamal». Der russische Atom-Eisbrecher «Yamal» hat Mitte Juni eine der grössten Arktis-Expedi- tionen der letzten Jahrzehnte abgeschlossen. Das mächtige Schiff kehrte nach einem zehnwöchigen wissenschaftlichen Zickzack-Kurs entlang fast der gesamten russischen Arktisküste in seinen Heimathafen Murmansk zurück. Hinter der Expedition Kara-Winter 2015 steht die russische Erdölfirma Rosneft, eine der grössten in dieser Branche. Deshalb fanden unterwegs jene Meeresgebiete besondere Beachtung, für welche Rosneft Förderlizenzen unterhält, so etwa in der Barentsund der Karasee. Die Wissenschaftler an Bord des «Yamal» installierten unter anderem über hundert Sensoren an Eisfeldern und Eisbergen, um deren Driftverhalten zu erforschen. Quellen: Rosneft, Barents Observer Quelle: Polar Biology Buckelwale: Krill-abhängig Hat es in der Antarktis viel Wintereis, dann gibt es im Sommer darauf viel Krill, an dem sich die Buckelwale satt essen können. Der so im Körper angelegte Energievorrat muss den Walen in den weit entfernten Winterquartieren, wo sie keine Nahrung zu sich nehmen, für Geburt und Jungenaufzucht reichen. Veränderungen in der Meereisbedeckung des Südozeans wirken sich auf die Krillbestände und somit auf den Fortpflanzungserfolg der Buckelwale aus. Quelle: Polar Biology PolarNEWS 15

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