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PolarNEWS Magazin - 21 - D

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Um Meereisforschung

Um Meereisforschung adäquat betreiben zu können, sind Kooperationen mit Ländern, die Schiffe in der Antarktis betreiben, notwendig, u.a. auch mit den USA und ihrem Eisbrecher «Nathaniel B. Palmer». © Katherine Leonard eine Menge Geld, ohne dass auch nur eine Messung stattgefunden hat. Kommt hinzu: Die Kooperationspartner stellen ihre Stationen und Materialien nicht umsonst zur Verfügung. Somit sind solche Projekte sehr kostspielig, und nach typisch schweizerischer Manier kommen schnell die entsprechenden Fragen auf: Rentiert denn das? Muss man das machen? Kann man das billiger haben? Nun, die einfache Antwort auf alle Fragen könnte lauten: Ja! Wir brauchen diese Forschung und nehmen den dafür nötigen Aufwand in Kauf. Denn der Klimawandel betrifft die ganze Welt und geht uns alle an. Und eine Station zu teilen, ist kostensparend. Doch ganz so einfach ist es dann doch wieder nicht. Die Schweiz als Polarnation? Beziehungsweise: Natürlich sind diese Antworten richtig. Aber man könnte, auch das ein überaus gutschweizerischer Ansatz, die Effizienz der nationalen Polarforschung steigern, sowohl was die Kosten als auch die Forschung betrifft: mit einem eigenen Polarinstitut. Ein solches ist nötig, um die Schweizer Polarforschung zu zentralisieren und die verschiedenen Projekte zu koordinieren. Zwar besteht eine Schweizerische Kommission für Polar- und Höhenforschung, aber es fehlen wiederum die Lokalitäten. Mit einem eigenen Institut müsste man dann nicht mehr wie bisher in mehrere verschiedene Institute und Anstalten investieren, die allesamt ähnliche Strukturen besitzen, die unterhalten werden müssen. Die Kosten für ein eigenes Polarinstitut könnten sich Bund und Kantone teilen. Das Binnenland Österreich, als Alpenstaat der Schweiz nicht nur geographisch naheliegend, hat vor kurzem ein eigenes Polarforschungsinstitut eröffnet. Des weitern müsste der Bund das Madrider Protokoll zum Schutz der antarktischen Umwelt endlich ratifizieren, damit die Schweiz als Antarktisvertragsstaat eigene Forschungsprojekte durchführen kann. Der Wille zu einem verstärkten Engagement der Schweiz in Sachen Polargebiete ist durchaus da. Im letzten Jahr war die Ratifizierung des Madrider Protokolls in den geplanten Vernehmlassungsverfahren aufgelistet. Und vor einigen Monaten hat die Schweiz beim Arktisrat, dem politischen Gremium der arktischen Staaten, ihr Beitrittsgesuch für den Beobachterstatus eingereicht. Leider wurde Ende April am Ministertreffen des Arktisrates aufgrund der gegenwärtigen politischen Spannungen zwischen Russland und dem Rest der Welt auf keines der Beitrittsgesuche eingegangen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Langsam und unaufhörlich schiebt sich die Schweiz in die Reihen der Polarnationen… genauso wie einst die Gletscher sich von den Alpen ins Mittelland geschoben haben. Bleibt zu hoffen, dass dieser coole Vorwärtsdrang nicht durch erhitzte Gemüter ins Stocken gerät. Schweizer Polarforschung Der Bund hat im Rahmen seines Beitrittsgesuchs zum Arktisrat eine Broschüre über Schweizer Polarforschung herausgegeben. Auf 34 Seiten stellt das Eidgenössische Amt für auswärtige Angelegenheiten EDA Arbeitsgruppen in der Arktis und der Antarktis vor. Angefangen vom grössten Projekt in Grönland, wo sich das Swiss Camp mitten auf dem Inlandeis befindet und als Basis für Eiskernbohrungen und Klimaforschung dient, bis hin zum Tundra-Experiment Itex, das auch in der Schweiz Feldarbeit betreibt, geben die Artikel einen Einblick in die Mannigfaltigkeit der Schweizer Polarforschung. Das Ziel dieser Broschüre ist es zu zeigen, dass die Schweiz durchaus ein ernstzunehmender Partner in der Welt der Polarforschung ist. Die Broschüre kann entweder direkt beim Informationsdienst des EDA (www.eda.admin.ch/publikationen) oder bei PolarNEWS (redaktion@polarnews. ch) kostenlos bezogen werden. Konrad Steffen, Professor Klima und Kryosphäre. Hubertus Fischer, Professor Klima und Umweltphysik. Thomas Stocker, Professor Klima und Umweltphysik. 58 PolarNEWS

Broschüre Polarforschung DE.indd 1 05.02.15 08:24 Möchten Sie mehr darüber wissen, welche Rolle Arktis und Antarktis für Klimawandel und unser Erdsystem spielen? Dann lassen Sie sich von Forschenden aus der Schweiz einweihen in die geheimnisvolle Welt von Eis und Schnee. Schweizer Polarforschung Pioniergeist, Leidenschaft und Spitzenleistungen Photo: Claudia Ryser, ETH Zürich Schweizer Polarforschung Pioniergeist, Leidenschaft und Spitzenleistungen Internet-Version unter www.eda.admin.ch/publikationen (Suchbegriff: Polarforschung). Gratis bestellen via publikationen@eda.admin.ch oder redaktion@polarnews.ch und telefonisch unter +41 44 342 36 60. PolarNEWS 59

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