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PolarNEWS Magazin - 21 - D

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Nachrichten News aus der Polarforschung Zusammengestellt von Peter Balwin Nur dank offener Stellen im Eis überlebte die Spezies Kaiserpinguin die letzte Eiszeit. Die guten Gene der Überlebenden In der letzten Eiszeit vor rund 30’000 Jahren verunmöglichten immense Eismassen fast jegliches Leben in der Antarktis. Dies war selbst den Kaiserpinguinen zu viel, den Meistern der Kälte: Damals gab es etwa siebenmal weniger Kaiserpinguine als heute, und sie hatten in nur noch drei zurückgezogenen Populationen überlebt. Das bedeutendste Rückzugsgebiet muss dank einer grossen Polynia (eisfreies Meer inmitten des Packeises) das Rossmeer gewesen sein. Tatsächlich: Noch heute unterscheiden sich die Kaiserpinguine des Rossmeeres genetisch von ihren Artgenossen in anderen Teilen der Antarktis. Quelle: University of Southampton Seebären als Stammkunden Weibliche Antarktische Seebären sind in hohem Masse ortstreu, wenn es um ihre Nahrungsgebiete geht. Eine neue Studie von Wissenschaftlern aus Australien, Grossbritannien und Südafrika belegt, dass diese Robbenart gut 50 Prozent ihres gesamten Nahrungssuchgebietes über die Jahre immer wieder nutzt. Seebären legen zwischen der Kolonie und dem Nahrungsgebiet durchschnittlich fast 1300 Kilometer pro Weg zurück. Der maximale Messwert lag sogar bei 4500 Kilometer. Quelle: PLOS Antarktische Seebären kehren gerne zu ihren Jagdgründen zurück. 14 PolarNEWS

Bilder: Heiner Kubny, Michael Wenger, Karte: National Snow and Ice Data Center, Boulder, CO Drake-Strasse: Meeresvögel als Zeiger Grosse Ansammlungen von Seevögeln in der berüchtigten Drake-Strasse, jener Meeresenge zwischen Feuerland und der Antarktischen Halbinsel, zeigen diejenigen Stellen an, wo sich die hydrografischen und ökologischen Zonen befinden. Hohe Vogelkonzentrationen gibt es demnach an der Nordgrenze des antarktischen Zirkumpolarstroms (Subantarktisfront, 55 Grad Süd), nahe der Polarfront (58 bis 60 Grad Süd) sowie bei der Südlichen Polarfront (etwa 61 Grad Süd). An solchen Fronten treffen Wassermassen mit unterschiedlichen Temperaturen und Salzgehalten zusammen. Die Daten für diese Langzeitstudie sammelten Forscher während 48 Überfahrten in 14 Jahren. Quelle: Polar Biology Wieder weniger Wintereis Im späten Winter erreicht die Meereisfläche im Arktischen Ozean jeweils ihre grösste Ausdehnung, bevor sie wieder kleiner wird. Dieses Jahr war es am 25. Februar 2015 soweit: Die Fläche des Meereises hatte mit 14,54 Millionen Quadratkilometern ihre maximale Grösse erreicht – sie war jedoch noch nie so gering, seit es Satellitenmessungen gibt. Kommt hinzu, dass das Packeis heuer 15 Tage früher wieder abzuschmelzen begann als im Durchschnitt der letzten drei Jahrzehnte. Quelle: NSIDC/National Snow & Ice Data Center Eisfläche 2015 (weiss): Unterdurchschnittlich gross (rot). Alaskas Tundra trocknet aus Eine vergleichende Untersuchung von rund 2800 Tundra-Tümpeln auf der Barrow-Halbinsel in Alaska hat gezeigt, dass 17 Prozent der Teiche und kleinen Seen ganz verschwunden beziehungsweise überwachsen sind. Somit ist die Grösse der verbleibenden Wasserflächen verglichen mit den Werten aus dem Jahr 1948 um durchschnittlich einen Drittel geschrumpft. Solche Tundra-Tümpel dienen etlichen bedrohten arktischen Zugvögeln als hauptsächliche Nahrungsquelle sowie als Neststandort. Quelle: University of Texas Vögel markieren Mischzonen. Wöchentlich News aus der Polarforschung auf polar-news.de IN KÜRZE Antarktis: Hitzewelle In der argentinischen Forschungsstation Esperanza, am Nordzipfel der Antarktischen Halbinsel gelegen, hat man am 24. März 2015 mit 17,5 Grad die höchste Temperatur gemessen, die es jemals auf dem Kontinent Antarktika gab. Der Messwert ist um 0,4 Grad höher als der bisherige Rekord aus dem Jahr 1961. Quelle: National Geographic Rekord: Längster Tauchgang Vor der Nordküste der Insel Spitzbergen tauchte ein Eisbär während 3 Minuten und 10 Sekunden, um sich schlafenden Bartrobben auf einer Eisscholle zu nähern. Auf diesem Pirschtauchgang legte der Bär 45 bis 50 Meter unter Wasser zurück. Diese Beobachtung beschreibt die längste Tauchstrecke, von der jemals berichtet wurde. Quelle: Polar Biology Lemming: Angriffslustig Im Gegensatz zum Braunen Lemming (Lemmus trimucronatus) besitzt der Norwegische Lemming (Lemmus lemmus) einen auffallend schwarz-weiss-gelb gefärbten Kopf. Eine Studie hat nun gezeigt, dass diese Färbung nicht der Tarnung dient, sondern ein Warnzeichen ist: Achtung gefährlich! Tatsächlich ist der Norweger viel aggressiver als seine Verwandten. Quelle: Behavioral Ecology and Sociobiology Makrelen: Vorstoss Erstmals hat man im Isfjorden auf Spitzbergen Makrelen festgestellt. Noch nie zuvor stiess dieser Speisefisch aus Mittelmeer und Nordsee so weit nach Norden vor. Auch andere Fischarten aus dem Nordatlantik sind bis Spitzbergen gewandert. Grund dafür dürften die steigenden Wassertemperaturen im Arktischen Ozean sein. Quelle: Arctic Institute of North America PolarNEWS 15

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