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PolarNEWS Magazin - 20 - D

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Die Wanderrouten junger

Die Wanderrouten junger Königspinguine, die ihre Brutplätze auf den Falklands (oben, Stern) und auf Südgeorgien haben. Polynjas – grossen eisfreien Wasserflächen mitten im Packeis – begünstigt. Viel reisefreudiger verhielten sich die Artgenossen von der Signy-Insel, einer der Südorkney-Inseln: Sie blieben über neun Monate abwesend (das heisst – im Wasser!) und legten dabei Strecken bis zu 2235 Kilometer zurück (im Durchschnitt rund 1100 Kilometer). Dabei blieben sie nördlich oder nordöstlich der Signy-Insel und hielten sich innerhalb des Packeises auf, bevorzugt bei einer Eisbedeckung von bis zu 80 Prozent. Im Eis nutzen die Adélies Bruchstellen in der Eisdecke, um ins Wasser (und wieder heraus) zu gelangen. Grosse Distanzen Solche Risse im Packeis können mehrere zehn bis Hunderte von Metern breit sein. Dort fressen die Adélies im Winter kleine Fische und den Antarktiskrill Euphausia superba. Dieser besiedelt auch die Unterseite des Packeises und erzielt seine höchsten Konzentrationen etwa 200 Kilometer vor der Packeiskante – just dort, wo sich die Adélies von Signy am liebsten aufhalten. Solche erstaunlichen Forschungsresultate werfen Schlaglichter auf einige Momente aus dem Leben der Pinguine im Winter. Vermehrt kommen jene kleinen Datenlogger in der Wissenschaft zum Einsatz und belegen – meistens erstmals –, wo und wie genau diese faszinierenden Meeresvögel den antarktischen Winter verbringen. Es gäbe deshalb noch viel zu berichten, zum Beispiel vom Goldschopfpinguin: Er legt eine starke Gebietstreue an den Tag – ganze Populationen besuchen jeden Winter die gleichen Meeresgebiete. Seine gesamte Reisestrecke während über 180 Tagen im Meer lag bei 9700 Kilometern. Keiner der besenderten Vögel kam im Winter an Land, sie lebten über sechs Monate lang pausenlos im Wasser! Selbst die eher zierlichen Felsenpinguine von den Falklandinseln können gut mithalten: Innert vier Monaten legte einer etwa 4500 Kilometer zurück und besuchte ein Meeresgebiet von einer halben Million Quadratkilometer Ausdehnung! So viel Reisen macht sicherlich müde. Aber wie ruhen die Pinguine im Winter mitten im Meer? Es ist anzunehmen, dass Pinguine auf der Wasseroberfläche schlafen, oder auf Eisschollen stehend. Vermutlich wird wenig, unregelmässig und nur kurz geschlafen – genaue Forschungen zu diesem Thema stehen aber noch aus. Irgendwann ist auch der härteste Antarktiswinter wieder vorbei. Und darauf haben Millionen von Langschwimmern gewartet: Der Sommer naht, das Meer taut auf. Bald wird man sich wieder in vielen lauten Kolonien an Land treffen, balzen, brüten, putzen und Jungpinguine schlüpfen sehen. Der unglaubliche Rhythmus des Zugvogels Pinguin beginnt von vorne. Bilder: plosone.org, Stefan Gerber. Nach rund neun Monaten kehren die Pinguine zum Brüten aufs Festland zurück – der Zyklus beginnt von vorne. 64 PolarNEWS

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