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PolarNEWS Magazin - 20 - D

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Priska Abbühl Eisbären

Priska Abbühl Eisbären hautnah Das Eisbärweibchen führt das Männchen an der Nase herum. Wir befinden uns auf der «Ortelius», nördlich von Svalbard. Plötzlich gibt es Eisbärenalarm. Wie angewurzelt stehe ich am Bug des Schiffes und hoffe insgeheim, dass diese zwei elfenbeinfarbenen Punkte grösser werden. Tatsächlich laufen sie auf unser Schiff zu. Es handelt sich um ein ausgewachsenes, empfängnisbereites Weibchen, das von einem Riesenmännchen verfolgt wird. Das grazile Weibchen erkundet den Rumpf des Schiffes und schaut zu uns hinauf, direkt in meine Augen. Es läuft mir kalt den Rücken herunter. Das Weibchen umrundet das Schiff, reckt und streckt sich genüsslich, und damit es das Männchen verwirren kann, nimmt es eine Abkürzung durch eine kleine offene Wasserstelle. Es macht der Eisbärdame sichtlich Spass, das Männchen an der Nase herumzuführen. Das Vorwärtskommen für den Koloss gestaltet sich als sehr mühsam, bei jedem Schritt sinkt er knietief ein. Sichtlich genervt tut er seinen Unmut mit einem Knurren kund. Nach wenigen Minuten hat sich das Weibchen bereits wieder in einen kleinen Punkt verwandelt, verfolgt vom Bärenmann, der auf seine Chance wartet. Priska Abbühl, 49, von Rüti (Winkel), ist Flight Attendant bei der Swiss International Air Lines und seit 2007 Reisebegleiterin für PolarNEWS. Wenn die Kubnys unterwegs sind, koordiniert sie mit ihrem Mann Ruedi ihren Swiss-Einsatz so, dass sie sich im Flieger treffen. 48 PolarNEWS

Ruedi Abbühl Das perfekte Timing Ruedi hatte das Glück, Zeuge einer Nestübergabe zu sein. Die «Plancius» hat auf der Nordseite vor Südgeorgien geankert. Auf der Steuerbordseite präsentiert sich die kleine, vollständig mit Tussockgras bewachsene Insel Prion Island, ein Brutplatz für die Wanderalbatrosse. Gespannt stehen wir auf der Aussichtsplattform. Direkt vor uns brütet ein Wanderalbatros. Ich fühle mich überglücklich, so nahe bei diesen majestätischen Seglern zu sein. In unmittelbarer Nähe landet, nach mehreren Probeanflügen, sein Partner. Auf wundersame Weise klappt er seine ausladenden Flügel zusammen und stapft mit ausgestrecktem Kopf direkt zum Nest. Sodann findet ein ausgiebiges Begrüssungsritual statt, bei dem Zärtlichkeiten ausgetauscht werden. Der brütende Vogel erhebt sich, verlässt das Nest und trifft erste Startvorbereitungen. Nur für sehr kurze Zeit ist das 550 Gramm schwere Ei sichtbar. Nun nimmt der Partner genüsslich seinen Platz ein. Minuten später ist Take off. Die Eiübergabe ist ein Ereignis und findet unter Umständen nur alle zwei Wochen statt. Was hatten wir doch für ein Glück! Ruedi Abbühl, 50, aus Rüti (Winkel), ist Maître de Cabine bei der Swiss International Air Lines und Biologe. Seit 2007 steht er als Reisebegleiter für PolarNEWS im Einsatz. PolarNEWS 49

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