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PolarNEWS Magazin - 2

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is sechs Meter lang und

is sechs Meter lang und bis fünf Tonnen schwer. Wenn im September die Paarungs - zeit beginnt, erscheinen zuerst die Bullen am flachen Strand. Unmittelbar darauf fechten sie untereinander heftige Rangordnungs - kämpfe aus. Nur die Stärksten nehmen die Plätze am Strand ein. Wenn wenig später die tragenden Weibchen ankommen, sortieren die «Strandbullen» so viele von ihnen für ihr Harem aus, wie sie überwachen können. Kurz nach der Ankunft gebären die Weibchen ihr Junges, mit dem sie elf Monate lang trächtig waren. Bei der Geburt wiegen die Jungen 40 bis 50 Kilogramm. Während dreier Wochen werden sie mit Muttermilch gesäugt, die mehr als 50 Prozent Fettanteil hat. Nach wenigen Wochen wiegen die Jungen 140 bis 180 Kilogramm und sind von jetzt an auf sich selbst angewiesen. Bevor die Weibchen ihren Nachwuchs verlassen, werden sie von den Bullen begattet, um elf Monate später am gleichen Ort erneut Nachwuchs zu gebären. Wahrscheinlich wurde South Georgia erstmals im April 1675 vom britischen Kauf - mann Antoine de la Roché gesichtet. Dieser geriet am Kap Horn in schlechtes Wetter und wurde weit vom Kurs abgetrieben. Er entdeckte ein gebirgiges Land mit tiefen Buchten. Diese Beschreibung kann in dieser Gegend nur auf Südgeorgien zutreffen. Es dauerte weitere einhundert Jahre, bis der erste Mensch South Georgia betrat. James Cook landete am 17. Januar 1775 an Bord der «Resolution» in einer Bucht, die er kurzerhand Possession Bay nannte, und kartographierte einen Teil der Küstenlinie. Geschichte Er segelte weiter bis zu Südspitze der Insel, die er Cape Disappointment nannte, weil nun offensichtlich wurde, dass South Georgia nicht der antarktische Kontinent sein konnte, nach dem Cook eigentlich suchte. Auf seiner Reise um South Georgia entdeckte Cook auch die South Sandwich Islands. Er nannte sie nach Lord Sandwich, Erster Lord der Admiralität. Cook erwähnte in seinen Be - richten, dass es in South Georgia und seinen Gewässern reiche Vorkommen an Robben gibt. Dies führte 1786 alsbald zum Beginn der Robben jagd, die bis 1909 andauerte und fast zur Ausrottung dieser Tiere führte. 1904 gründete der Norweger Carl Anton Larsen die Walfangstation Grytviken. Sage und schreibe 175’250 Wale erlegten die dort stationierten Jäger bis 1965, dann musste die Station geschlossen werden – es gab in dieser Gegend schlicht keine Wale mehr. Touristen können Überbleibsel der Walfang industrie heute noch an einigen Stellen der Insel besichtigen. Die Walfangstation in Grytviken wurde im Südsommer 2004/05 grösstenteils abgebrochen. In Grytviken ruht zwischen den Gräbern norwegischer Walfänger auch der Polarforscher Ernest Shackleton, der hier am 5. Januar 1922 zu Beginn seiner vierten Expedition, die ihn erneut in die Antarktis führen sollte, an Herzversagen starb. Die erste «unfreiwillige» Erkundung des Landes - inneren machte Sir Ernest Shackleton 1916, als er bei der Überfahrt von Elephant Island mit zwei Gefährten von der King Haakon Bay aus die bergige Insel durchqueren musste. Die erste wissenschaftliche Expedition zur Erkundung der Insel fand 1928 statt, als der Deutsche Ludwig Kohl-Larsen zusammen mit seiner Frau und dem Kameramann Albert Benitz die Insel besuchte. Ab 1925 erhob Argentinien Ansprüche auf South Georgia und die South Sandwich Islands, die es während des Falklandkrieges 1982 durchzusetzen versuchte. Die Insel geriet damals kurzzeitig unter argentinische Besatzung, der Hauptkonflikt spielte sich aber auf den Falklandinseln ab. Ein daraufhin am King Edward Point errichteter Truppen - standort wurde von den Engländern bis 2001 unterhalten, um dann Platz für die Forscher der British Antarctic Survay zu machen. Grytviken, der einzige Ort auf der Insel, beherbergt lediglich das Walfang museum und einige Forscher der British Antarctic Survey in einer nahe gelegenen Station am King Edward Point. Gelegentlich machen dort Touristen halt, um Ernest Shackletons Grab oder das Museum zu besuchen, das Teil der früheren Walfang station war. Das Überseeterritorium wird vom Gouverneur der Falklandinseln als Kommissar verwaltet, der als Vertreter der britischen Königin und Regierung fungiert. 10 Polar

PolarNEWS Dies und Das Mehr Treibhausgase über Spitzbergen Oslo. Norwegische Wissenschaftler haben für das vergangene Jahr eine Zunahme von Treibhausgasen über der polaren Insel Spitz - bergen gemessen. Der Anstieg von Fluor - kohlen wasserstoffen sei drastisch, teilen die Forscher mit und warnen vor «erheblichen Konsequenzen». Arktis erwärmt sich dramatisch schnell Nuuk (Grönland). Die Region um den Nord - pol erwärmt sich fast doppelt so schnell wie der Rest der Welt. Das berichten 250 Wissen - schaftler aus acht Ländern. Bei ungebrems - tem Temperaturanstieg könnte das Arktis-Eis innerhalb von 1000 Jahren vollständig verschwinden. Antarktis-Tieren droht Hungersnot! Wale, Robben und Pinguine in der Antarktis sind in Gefahr, weil der Bestand an Krill drastisch geschrumpft ist. London. – Die Zahl der Krill genannten Kleinkrebse, die einen zentralen Platz in der antarktischen Nahrungskette haben, sei seit den Siebzigerjahren um etwa 80 Prozent gesunken, berichtet Angus Atkinson vom British Antarctic Survey in seiner neusten Studie. Ursache dafür sei vermutlich die Klimaerwärmung, die das Eis schmelzen lasse. Die Lufttemperatur auf der antarktischen Halbinsel sei in den vergangenen 50 Jahren um mehr als 2,5 Grad Celsius gestiegen – fünfmal stärker als im weltweiten Durchschnitt. Dies habe zu einer grossen Eisschmelze geführt. Die unter dem Eis lebenden Algen seien jedoch die Hauptnahrungsquelle des antarktischen Krills (Euphausia superba), was vermutlich den dramatischen Rückgang des Krillvorkommens erkläre. Das Krillsterben wiederum ist nach Darstellung der Forscher möglicherweise der Grund dafür, dass die Bestände mehrerer Pinguinarten in den letzten Jahren geschrumpft sind. Auch zahlreiche andere Tierarten sind vom Krillschwund betroffen. Da der südliche Ozean ein wertvoller Fischgrund ist, drohen ausser Umweltfolgen auch wirtschaftliche Konsequenzen. Nachwuchsprobleme im Zoo Der Zoo hat ein Problem: Drei der fünf Pinguin-Paare sind homosexuell. Vier «Schwedinnen» sollen jetzt Abhilfe schaffen. BREMERHAVEN (D). Jahrelang balzten die Humboldtpinguine im Bremerhavener Zoo, dass es eine reine Freude war. Trotzdem blieb der erhoffte Kinder segen aus – statt Eier brüteten einige Paare Steine aus. Ratlosigkeit machte sich breit, bis eine Analyse zeigte: Drei der fünf Pärchen sind schwul. Damit hatte der Zoo ein Problem, denn die Humboldtpinguine sind vom Aussterben bedroht. Deshalb unternahmen die Verant - wortlichen alles, damit sich die Tiere trotz ihrer Liebe zum gleichen Ge schlecht hübsch weitervermehren. So erhielt die Gemein - schaft der Pinguine Zuwachs: Vier knackige junge Schwedinnen vom Zoo Kol marden sollten die Herren nach allen Regeln der Kunst verführen und die schwulen Männchen «bekehren». Auf dass sich bald der ersehnte Nach wuchs einstellt. Ob das klappt? Viel - leicht. Frühere Forsch ungen zeigten allerdings, dass es sich mit Homo sex ua lität bei Tieren wie bei den Menschen verhält – die Paare lassen sich in der Regel nicht auseinander bringen. Aber damit die Pinguin- Damen aus Schweden schliesslich nicht Polar NEWS alleine dastehen, importiert der Zoo auch noch zwei weitere Männchen, ebenfalls aus dem hohen Norden. Bislang ist der Erfolg der Pinguin-Partnerbörse eher mässig. Die Männer strafen die schönen Schwedinnen mit Desinteresse und halten sich lieber an ihre vertrauten Gefährten. «Wahrscheinlich ist es schon zu spät, weil sich die Paare bereits zusammengefunden hatten», ver - mutet die Zoodirektorin Heike Kück. Nicht überraschend, denn die Brutzeit hat bereits begonnen. Enttäuscht ist sie nicht, aufgeben will sie aber auch noch nicht. Schliesslich kann schon bei der nächsten Paarungszeit alles ganz anders aussehen. Möglich ist aber auch, dass die Pinguine einfach nicht zu überzeugen sind. PolarNEWS in der Antarktis Anlässlich des Besuches der argentinischen Forschungsstation Orcadas auf den South Orkneys vom 30. November 2004 überbrachte Heiner Kubny dem Kommandanten Dr. Martin Fernando Diaz die Erstausgabe von PolarNEWS. Somit hat PolarNEWS nur wenige Wochen nach ihrem Erscheinen die Antarktis erreicht. Geburtsstunde von PolarNEWS 17. Oktober 2004 um 13.24 Uhr. Es ist soweit, die ersten Exemplare verlassen die Druckmaschine. PolarNEWS ist geboren. Möge sie erfolgreich sein und vielen Lesern Freude bereiten. 11 ALLES GUTE !!

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