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PolarNEWS Magazin - 19 - D

Youtube ein Hit wurde.

Youtube ein Hit wurde. Besonders freut die Seglerin, dass eine steile Rinne südlich des Lemaire-Kanals als Skye-Rinne benannt wurde. International bekannte Skifahrer und Bergsteiger wie Chris Davenport und Doug Stoup wählen regelmässig die «Australis» als Basislager für ihre Antarktisexpeditionen. «Sie kennen das Boot, die Erwartungen ihrer Klienten und das Gebiet», erklärt Ben. «Alles passt zusammen. Wir halten das Boot in Schuss und haben die lokalen Kenntnisse, sie schauen nach ihren Gästen an Land – alle sind glücklich.» Die «Australis» diente als Supportschiff für einige der anspruchsvollsten Antarktisabenteuer unserer Zeit, beispielsweise die Wiederholung der Shackleton-Odyssee von Tim Jarvis 2013 mit der Überfahrt von Elephant Island nach Südgeorgien und dort der Durchquerung nach Stromness. Unvergessen für die «Australis»-Crew bleibt die Unterstützung der BBC-Dokumentationsreihe «Frozen Planet» im Jahr 2009. «Ich war stolz, in dieser bedeutsamen und kultigen Die Tierwelt aus nächster Nähe: Weddelrobbe auf Eisscholle. Produktion mit dabei gewesen zu sein», sagt Ben. Vor kurzem wurde die «Australis» für die 3D-Produktion «Penguin Island» von Sky 3D TV eingesetzt. Ben reizte diese Herausforderung. «Ich mag die Gruppendynamik von Projektarbeiten. Jeder an Bord ist fokussiert auf eine Aufgabe, aber jeder arbeitet für dasselbe Ziel.» Der Dreh dauerte fünf Monate. Quasi als Bonus erlebte die Crew den Übergang vom Sommer in den Winter in Südgeorgien. «Das war fantastisch! Die Filmcrew hatte grosse, schwere 3D-Ausrüstung und testete neue 3D-Unterwasserkameras. Also mussten wir unsere technischen Geräte nutzen, etwa Hebebühnen und Luftkompressoren.» Noch wichtiger war aber Bens Wissen über die Gegebenheiten: «Nach mehreren Monaten hatte das Team schon eine Menge Filmmaterial von den grossen Pinguin-Kolonien bei Salisbury Plain und St Andrews Bay im Kasten.» Doch der Produzent fragte: «Toll, aber können wir noch einen drauflegen?» Ben: «Ich hatte da eine Idee: Da gibt es diese Königspinguinkolonie, wie wir bisher nur einmal oder zweimal gesehen hatten, ganz in der Nähe des Fortuna-Gletschers. Aber es braucht die richtigen Bedingungen, um dorthin zu kommen. Bilder: Ben Wallis Wir lieben es frostig! Kompromisslos und engagiert sorgen wir für die umweltgerechte und wirtschaftliche Kältetechnik. logistikbetriebe detailhandel lebensmittelindustrie gastronomie Chemie SSP Kälteplaner 64 AG | CH-4702 Oensingen | CH-6004 Luzern | CH-1800 Vevey Tel +41 62 388 03 50 | www.kaelteplaner.ch SSP Kälteplaner AG | D-87787 Wolfertschwenden PolarNEWS Tel +49 8334 259708 0 | www.kaelteplaner.ch

Wir planten sehr sorgfältig, bereiteten alles minutiös vor, und als die Zeit kam, gingen wir rein.» Die Filmer bekamen fantastische Aufnahmen in den wenigen Stunden, die das Wetter ihnen zugestand. Bens Liebe für die Ozeane und die Antarktis inspirierte ihn, das Stipendium-Programm Ocean Expeditions ins Leben zu rufen. «Jedes zweite Jahr bieten wir einem Wissenschaftler an, gratis an Bord zu kommen und die «Australis» als sichere Arbeitsplattform für Antarktis-Studien zu nutzen. Die einzige Bedingung ist, dass die wissenschaftlichen Ergebnisse veröffentlicht werden müssen. Das soll helfen, das antarktische Ökosystem besser zu verstehen», erklärt Ben. Das erste Stipendium ging an Jorge Acevedo, war für mich einfach weltbewegend. Es eröffnete mir eine völlig neue Dimension. In 15 Jahren Arbeit hier war es für mich das erste Mal, dass ich erfuhr, was hier unten eigentlich passiert. Diese schrillen, markerschütternden und doch sehr schönen Rufe eines singenden Seeleoparden zu hören, war einfach wundervoll», schwärmt Ben. Dank des technologischen Fortschritts, der kleinere, aber leistungsfähigere Forschungsgeräte ermöglicht, werden kleine Jachten wie die «Australis» immer wichtiger als Hilfsschiffe. «Es braucht nicht immer riesige Schiffe», meint Ben. «Es gibt kleine ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge, die man mit einem Laptop bedienen kann, während man unter Deck in einer Kabine sitzt; billige Drohnen, die vom Deck aus gestartet und per iPad ferngesteuert werden, um an Orte zu gelangen, wo kein Mensch seinen Fuss hinsetzen kann. Unsere Jacht ist ein sehr vielseitiges Werkzeug. Wir können unsere Geräte entsprechend den Anforderungen austauschen. Beispielsweise haben wir für wissenschaftliche Fahrten ein Windensystem für Greifer und Bodenentnahmen an Bord, wir haben Nass- und Trockenlabore, Seitenscanner mit Multistrahl-Sounder und weitere hydrographische und wissenschaftliche Gerätschaften. Es ist eine kosteneffektive Art, Leute an abgelegene Orte zu bringen, um dort zum Beispiel Aufzeichnungsgeräte zu installieren oder abzuholen», meint Ben. Im Einsatz für die Forschung: Zwei Biologen besendern einen Albatros (links), ein anderer geniesst einen Ausflug mit dem Kajak (unten). einen chilenischen Biologen, der Walforschung betreibt. «Es war aufregend, ihn bei der Identifizierung eines Tieres zu beobachten, die er anhand von Fluken- und Rückenflossenfotos und Biopsieproben machte», erzählt Skye. Einmal katalogisiert, hat das Tier einen Platz in der Wissenschaft, eine Geschichte. Es wird ein Individuum, ein Vertreter seiner Art, ein lebendiges Wesen, das wir erkennen und besser verstehen können. Die australische Stipendiatin Marlee Tucker machte Tonaufnahmen von den Paarungsrufen von dreissig männlichen Seeleoparden entlang der antarktischen Halbinsel. Diese Informationen helfen beim Bestimmen der Populationsdichte und der Umweltcharakteristika, die für diese Robbenart wichtig sind. DVD «Die In unserem Unterwasserwelt Shop finden der Sie Antarktis diverse zu DVDs hören, PolarNEWS 65

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