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PolarNEWS Magazin - 19 - D

Serie Vergessene Helden

Serie Vergessene Helden Teil XV Ein erster und ein vierter Rang 19. Januar 1958: Man hatte extra Journalisten zur USamerikanischen Station am Südpol eingeflogen, weil die ganze Welt gespannt war, ob das grosse Abenteuer gelingt: Vivian Fuchs, 40 Jahre alt, der berühmte englische Geologe mit deutschen Wurzeln, von der National Geographic Society mit der Goldmedaille ausgezeichneter Armeemajor und verdienter Afrikaforscher, dieser Vivian Fuchs also war seit Wochen mit 12 Mann, Traktoren, Raupenfahrzeugen, Schlittenhunden und begleitet von Flugzeugen in der Antarktis unterwegs, und es sah ganz so aus, als würde er es tatsächlich schaffen, als erster Mensch den Weissen Kontinent auf dem Landweg zu durchqueren. Vivian Fuchs musste jeden Moment am Südpol eintreffen. Die Journalisten waren aber auf etwas ganz anderes gespannt: Würde es einen heftigen Streit geben zwischen Sir Vivian Fuchs, 1908 –1999. Vivian Fuchs und Sir Edmund Hillary? Es war nämlich so: Die Commonwealth Trans-Antarctic Expedition unter der Leitung von Vivian Fuchs sah vor, dass Fuchs von der Küste des Weddellmeeres startete, zum Südpol vorstiess und von dort zur gegenüberliegenden Küste am Rossmeer weiterzog. Am Zielpunkt an der Rossmeerküste war Sir Edmund Hillary, jawohl, der Mann, der fünf Jahre zuvor als erster Mensch auf dem Gipfel des Mount Everest gestanden hatte, Edmund Hillary also war mit seinem Team bereits eingerichtet und fuhr, ebenfalls mit Traktoren und Raupenfahrzeugen, Fuchs entgegen: Das Team Hillary hatte nämlich die Aufgabe, Nahrungs- und Materialdepots einzurichten, damit das Team Fuchs die letzten paar hundert Kilometer sicher über die Runden kommt. Hillary erledigte seinen Job problemlos, und weil er grad so nah am Südpol war, entschloss er sich spontan und gegen den Expeditionsplan, zum Südpol vorzurücken und Fuchs dort in Empfang zu nehmen. Dumm nur: Edmund Hillary war somit der dritte Expeditionsleiter überhaupt, der den Südpol zu Fuss erreichte – nach dem spektakulären Wettlauf von Roald Amundsen und Robert Falcon Scott sagenhafte 47 Jahre zuvor. Und diese Ehre hätte eigentlich Vivian Fuchs zugestanden. Verständlich also, dass Fuchs allen Grund hatte, auf Hillary sauer zu sein. Die Begegnung verlief dann allerdings friedlich: «Hallo Bunny», schrieben die Journalisten Hillarys Worte mit (Bunny war Fuchs’ Spitzname aus Studententagen). «Verdammt froh, dich zu sehen, Ed», entgegnete Fuchs entspannt. Der Rest war Friede, Freude, Eierkuchen, Fuchs lobte sogar das Engagement von Hillary und hatte keine Mühe damit, «lediglich» der vierte Expeditionsleiter zu sein, der je zu Fuss den Südpol erreichte. Vivian Fuchs brach bald wieder auf, er musste ja noch zum Rossmeer weiter. Sein Tross nahm exakt die Route, auf der Hillary zuvor die Depots angelegt hatte. Hillary selbst bevorzugte für seinen Retourweg den Flieger. Am 2. März 1958 erreichte Vivian Fuchs mit seinen Mannen die Scott-Basis am Rossmeer – und war somit der erste Mensch, der die Antarktis auf dem Landweg durchquert hatte. 3473 Kilometer in 99 Tagen. Zwei Jahre minutiöse Vorbereitung, zwei Überwinterungen unter widrigsten Wetterverhältnissen und Tonnen von verlorengegangenem Material hatten sich gelohnt. Noch in der Basis informierte ihn die englische Königin Elizabeth II., unter deren Schirmherrschaft die Commonwealth Trans-Antarctic Expedition durchgeführt wurde, dass sie Fuchs für diese Leistung zum Ritter zu schlagen gedenke. Im gleichen Jahr wurde Fuchs auch zum Direktor des British Antarctic Survey ernannt. Auf heutige Massstäbe umgerechnet, hatte die Expedition rund 13 Millionen Franken gekostet; es war eine Zusammenarbeit des Vereinigten Königreichs mit Neuseeland, Australien und Südafrika, die ausschliesslich über Spenden finanziert wurde. Da war es tröstlich, dass Vivian Fuchs von unterwegs auch viele geologische Forschungsergebnisse mitbrachte. Unter anderem zündete er alle 30 bis 50 Kilometer eine Bombe im Eis und mass mittels seismografischer Messungen die Eisdicke und die Beschaffenheit des Bodens unter dem Eis. Aus heutiger Sicht scheint es einfach, die Antarktis mit Traktoren und Raupenfahrzeugen, mit der Unterstützung von Flugzeugen und einem zweiten Team, das Depots einrichtete, zu durchqueren. Tatsächlich könnte man Fuchs’ Expedition auch als Materialschlacht bezeichnen. Das wird aber der erbrachten Leistung keineswegs gerecht angesichts des Umstands, dass die zweite Durchquerung der Antarktis auf dem Landweg nach mehreren erfolglosen Versuchen erst 1981 gelang, 23 Jahre nach Vivian Fuchs. Greta Paulsdottir 28 PolarNEWS

Intern Grosserfolg in Deutschland Hektische Zeiten für das Team von PolarNEWS: Von Mitte Januar bis Ende Februar 2014 standen in Deutschland und der Schweiz insgesamt acht Ferien- und Freizeitmessen auf dem Programm. Der Andrang der Besucher war gewaltig, vor allem in Deutschland. «Die Messen in der Schweiz können wir dank jahrelanger Erfahrung gut einschätzen. Jedoch grosse Probleme bereiteten uns die Messen in Stuttgart, Hamburg und München, waren wir doch zum ersten Mal in Deutschland», zieht Heiner Kubny von PolarNEWS Bilanz. «Die Dimensionen und der Ansturm der Besucher waren enorm, wir mussten unsere Zeitschrift und den Reiseprospekt mehrmals nachliefern lassen», meint Rosamaria Kubny. «Während der Messe in Stuttgart habe ich sogar mal eben schnell selber über Nacht in Zürich Nachschub geholt.» Knapp ging es in Hamburg aus: Bei Messeschluss am Sonntagabend lagen noch 15 Zeitschriften und drei Reisekataloge im Prospektständer. Heiner: «Den Vogel abgeschossen haben wir in München. Ich glaube, da hatten wir ein Blackout. Bereits am zweiten Tag ergab die Hochrechnung, dass der Vorrat höchstens bis zur Hälfte der Ausstellung reichen würde.» Ein Anruf bei unserem Standbauer genügte, und einige Stunden später war Dani Koller in München. «Natürlich freute sich das PolarNEWS-Team über den Ansturm des interessierten Publikums. Nach den positiven Erfahrungen haben wir uns bereits wieder für die Messen im nächsten Jahr angemeldet. Von den riesigen Dimensionen werden wir im nächsten Jahr sicherlich nicht mehr überrascht werden und wir freuen uns schon heute wieder dabei zu sein», meint Rosamaria. Eine Überraschung erlebte Heiner Kubny in Basel. Ganz aufgeregt kam Vreni Gerber von einem Rundgang zurück: «Heiner, in der Halle nebenan sah ich eine Kuh mit einem Pinguinbild von dir», meinte Vreni. Ungläubig machte sich Heiner auf den Weg und fand zu seiner Überraschung eine blaue Plastikkuh mit aufgemalten Pinguinen. Heiner darauf lakonisch: «Kuh trägt Pinguin... Nicht schlecht, da hat ein Malergeschäft das Bild von meiner Flug-Expedition vom Dezember 2000 für seine Webezwecke missbraucht. Dieses Bild wurde schon mehrfach geklaut. Ich rege mich deswegen schon lange nicht mehr auf. Immerhin: Ein Freund meinte schon vor Jahren, nur gute Bilder werden geklaut.» Michael Wenger Das PolarNEWS-Team an der Fespo in Zürich: (hinten v.l.) Heiner Kubny, Michael Wenger, Rosamaria Kubny, Stefan Gerber, Panos Alpis, (vorne v. l.) Vreni Gerber, Priska Abbühl, Ruedi Abbühl. München: Gute Beratung ist wichtig. Der Stand an der CMT in Stuttgart. Muba Basel: Da hat jemand Heiners Bild geklaut und auf die Kuh gemalt. PolarNEWS 29

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