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PolarNEWS Magazin - 18 - D

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Die Rückkehr der

Die Rückkehr der Weibchen Mitte September ist es endlich so weit. Die Männchen stehen immer noch dicht an dicht im Huddle und versuchen, so viel Energie wie möglich zu sparen. Im Licht der untergehenden Sonne erscheinen in weiter Ferne helle Punkte am Horizont. Es sind die leuchtend weissen Bäuche der zurückkehrenden Weibchen. Fast schlagartig löst sich das Huddle auf, es macht sich grosse Aufregung breit. Man kann die Aufregung und die Vorfreude der Tiere förmlich spüren. Nach und nach trudeln die Weibchen ein und beginnen mit ihren Rufen und ihren charakteristischen Kopfbewegungen eine Art Willkommenstanz. Binnen weniger Minuten können sie so ihren Partner aus der Menge tausender Tiere finden. Die Männchen präsentieren stolz den Nachwuchs und übergeben das Küken an die Mütter. Nur wenige Minuten später machen sie sich selbst auf den langen und anstrengenden Weg zum Meereis, um dort ihre Energiereserven aufzufüllen. Diesem Zug schliessen sich auch die Weibchen an, bei deren Männchen das Ausbrüten nicht gelungen ist. Im Vergleich zu den wohlgenährten und fitten Weibchen sehen die Männchen geradezu abgemagert und kränklich aus. Einige von ihnen werden zu schwach sein, um den 20 Kilometer langen Weg über das zerklüftete Meereis zu überstehen. Tödliche Gefahr Die Kleinen werden jetzt zwar aus dem voll gefüllten Kröpfen ihrer Mütter mit frischer Nahrung versorgt, aber sie sind deswegen noch lange nicht in Sicherheit. Sie sind nach wie vor nur gering befedert und deshalb extrem kältesensibel – und der Winter ist trotz der Rückkehr der Sonne noch nicht vorbei. Immer wieder fegen starke Stürme erbarmungslos über das Meereis. Dabei kommt es eins ums andere Mal vor, dass Jungtiere aus der Bauchfalte ihrer Mutter fallen und diese im Schneetreiben nicht wieder finden. Ihr ängstliches Fiepsen und Rufen wird vom tosenden Wind übertönt, so dass sie binnen weniger Minuten auskühlen und erfrieren. Trotz all der Hingabe ihrer Eltern kommt für sie jede Hilfe zu spät. 52 PolarNEWS

Rubriktitel Pingu-Kinder Schon nach drei Wochen kehren die Männchen sattgefressen vom Meer zurück, um ihrerseits die Weibchen abzulösen. Das Paar behält diesen Rhythmus während der ganzen Aufzucht bei. Ein paar Wochen nach Ihrer Geburt haben die Jungtiere ein dichtes Federkleid ausgebildet und können bereits frei umherlaufen. Zwar bleiben sie die meiste Zeit in unmittelbarer Nähe ihres Elternteils, doch suchen sie immer wieder auch die Nähe zu ihren Altersgenossen. Dabei formieren sie sich oftmals zu kleinen Trupps und erkunden gemeinsam die Umgebung. PolarNEWS 53

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