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PolarNEWS Magazin - 17 - D

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Wir lieben es frostig!

Wir lieben es frostig! Kompromisslos und engagiert sorgen wir für die umweltgerechte und wirtschaftliche Kältetechnik. logistikbetriebe detailhandel lebensmittelindustrie gastronomie Chemie SSP Kälteplaner AG | CH-4702 Oensingen | CH-6004 Luzern | CH-1800 Vevey Tel +41 62 388 03 50 | www.kaelteplaner.ch SSP Kälteplaner AG | D-87787 Wolfertschwenden Tel +49 8334 259708 0 | www.kaelteplaner.ch PN_Online_D_Layout 1 25.04.13 16:37 Seite 1 Fast täglich aufdatiert, finden Sie auf unserer Website die neusten Nachrichten aus den Gebieten rund um den Südpol und den Nordpol, Blogs, Bilder und natürlich sämtliche Ausgaben von PolarNEWS. Besuchen Sie uns deshalb immer wieder und so oft sie möchten auf www.polarnews.de 156 Polar NEWS 1 PolarNEWS

perfekt. Überall sind Eisberge in verschiedensten Grössen und Formen zu sehen, sie ragen wie eisige Burgen und Türme in den stahlblauen Himmel. Viele dieser Kolosse stammen von den Gletschern im hinteren Bereich des Fjordsystems, das mit rund 38’000 Quadratkilometern fast so gross wie die Schweiz ist. Wir nutzen die Gelegenheit einer ruhigen See und strahlender Sonne für eine Eisbergrundfahrt mit den Zodiaks, damit wir eine Ahnung von den Dimensionen dieser Riesen bekommen. Einfach fantastisch! Die Fahrt bringt uns weiter in den hinteren Bereich des Fjordsystems, wo wir staunend vor den hohen Bergflanken stehen, die teilweise senkrecht ins Wasser reichen. Die Geologie dieser Gegend ist bemerkenswert: Wir erfahren, dass Schweizer Geologen seit den 1930er-Jahren einen wesentlichen Beitrag zur Erforschung dieses Gletschersystems beigetragen haben, unter anderen auch der Vater eines Passagiers an Bord. Dieser war in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts mit dem dänischen Geologen Lauge Koch hier unterwegs und hatte die Region mitkartographiert. Zu seinen Ehren wurde eine kleine Halbinsel auf den Namen Basler Halbinsel getauft. Eisfelder, die sich im glatten Wasser des Fjords wiederspiegeln und spannende Motive bilden, während wir mit unseren Zodiaks vor den imposanten Gletscherwänden kreuzen. Und dies alles unter der strahlenden grönländischen Herbstsonne... Wir haben alles gesehen, mehr kann uns der Osten Grönlands nicht mehr bieten – denken wir ganz glücklich. Doch die Natur setzt noch einen drauf mit einer faszinierenden «Zugabe»: Polarlichter! Wabernd beleuchten sie in den sternenklaren kurzen Nächten den Scoresbysund in allen Varianten von prächtigem Grün. Zuerst nur schwach, dann aber immer stärker werdend, bis uns vor lauter Staunen die Worte fehlen. Harte «Landung» Unser letzter Halt, bevor wir uns auf den Heimweg machen, ist Ittoqqortoormiit, eine von zwei Ortschaften auf der Ostseite Grönlands. Mit seinen rund 450 Einwohnern ist Von oben nach unten: Die «Plancius« liegt im Rødefjord vor Anker. Zodiakfahrt zwischen den Eisbrocken des Rollige Bre (Lustiger Gletscher). Perfekte Spätsommer-Abendstimmung mit einem kleinen See bei Blomsterdalen. Unsere Landgänge und Zodiakfahrten, zum Beispiel im Harefjord und im Jameson-Land sind aufregend: Wir geniessen die arktische Flora mit ihren teilweise kniehohen Polarweidenbüschen, die in herbstlicher Pracht daherkommen. Wie entdecken neben vielen anderen faszinierenden Pflanzenarten Arktische Weidenröschen, auch Niviarsiaq genannt. Sie sind die Nationalblume Grönlands, ihre roten Blüten sind herrlich anzusehn. Mehrere Male sehen wir Moschusochsen, Polarfüchse und sogar Polarhasen. Auch Robben tauchen vor unseren Augen auf, sie ruhen sich auf den Eisschollen aus oder jagen im Wasser nach Krebsen und Fischen. Wir bewundern grossartige Gletscher und das Dorf nicht gross, aber es bietet sämtliche Aspekte der modernen Zivilisation. Durch die ungepflasterten Strassen brausen Quads, es gibt einen Supermarkt mit den in Grönland üblichen hohen Lebensmittelpreisen und Handyempfang. Was für ein Unterschied zu den vergangenen Tagen in der Natur! Die vier Stunden, die wir hier verbringen, geben Aufschluss über das heutige Leben der Grönländer, das irgendwo zwischen Tradition und Moderne, zwischen hauseigenem Eisbärenfell und Satellitenschüssel steht. Man sieht Fischer und Jagdutensilien und erfährt dann gleichzeitig von der hohen Arbeitslosigkeit, sieht den Stolz der Männer im windgegerbten Gesicht und findet dann leere Bierflaschen auf einem Kinderspielplatz. Mit denselben gespaltenen Gefühlen kehren wir zurück auf die «Plancius» und stechen wieder in See, um unsere letzte Etappe nach Island in Angriff zu nehmen. Von dort aus geht es dann per Flugzeug wieder zurück in unsere Zivilisation, vor der wir ein wenig geflohen sind, um die Arktis und die Natur zu erleben – und die uns wieder schneller eingeholt hat, als uns eigentlich lieb war. Trotzdem bleiben sowohl den Mitgliedern meiner Gruppe wie auch mir selbst vor allem die wahnsinnig schönen Eindrücke von einer unglaublichen und einmaligen Reise in die Arktis abseits von Spitzbergen. PolarNEWS 57

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