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PolarNEWS Magazin - 17 - D

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Sicherheitshalber: Im

Sicherheitshalber: Im Tussockgras werden die Pellets auch von Hand ausgestreut. Plage: Die Nager sehen zwar niedlich aus, sind aber eine ernste Gefahr für die Insel. insgesamt 48 Tonnen Giftköder über mehrere Gebiete von insgesamt 128 Quadratkilometern. Der Hubschrauber absolvierte pro Gebiet drei Überflüge auf einer Höhe von 45 bis 150 Metern, je nach Wind und Gelände. Beim ersten Flug wurden 2 Kilogramm Köder pro Hektare über sämtlichem nicht-vergletscherten Boden abgeworfen. Beim zweiten Überflug 4 Kilogramm pro Hektare über dem Küstenbereich. Und 5 bis 7 Tage später 4,5 Kilogramm pro Hektare über dicht bewachsenen Arealen, von denen man weiss, dass hier die meisten Ratten leben. Danach begann die Kontrollphase: Zwischen Februar und Juni 2012 setzten die Helfer in den «behandelten» Gebieten Stöcke mit nach Erdnussbutter riechenden Wachsködern aus und kontrollierten diese auf Bissspuren. Ausserdem suchten sie nach Rattenkot, angebissenen Tussockgräsern und sonstigen Frassspuren. Die Feldbiologen gingen dabei zu Fuss und manchmal sogar auf allen Vieren durch die Areale. Die gute Nachricht: Die Methode scheint Erfolg zu haben! Bisher wurden keine weiteren Ratten mehr gefunden. Phase 1, die auch als Versuchsphase diente, war erfolgreich: 12 Prozent der von der Plage betroffenen Fläche ist jetzt rattenfrei! Angetrieben vom Erfolg der ersten Phase, ist im Februar 2013 Phase 2 angelaufen. Dies ist die grösste Phase des Projekts und soll weitere 60 Prozent der Gesamtfläche von Ratten befreien. Zusammen mit Projektleiter Tony Martin sind 24 weitere Helfer, drei Helikopter und 420 Tonnen Material von den Falklandinseln aus in See gestochen. Nachdem während des ganzen Februars entlang der Küste Depots mit den Ködern erstellt wurden, hat wiederum Anfang März die Verteilung der Köder begonnen. Am 4. März startete die Phase 2 offiziell. Zu Beginn klappte alles wie am Schnürchen. Bereits am 7. März waren die ersten Köderdepots aufgebraucht. Doch dann folgte ein typisches Südgeorgien-Phänomen: heftiges Schneetreiben praktisch über Nacht, eisige Winde und Nebel. Langfristiges Projekt Tony Martin schreibt dazu am 11. März per Mail an PolarNEWS: «Man sagt, dass man in Südgeorgien alle vier Jahreszeiten an einem Tag erleben kann. Gestern war das so. Heute gibt es nur eine Jahreszeit, und das ist Winter.» Trotzdem nutzte man jede Gelegenheit, um die Helikopter in die Luft zu bringen und so den Zeitplan einzuhalten. Die wenigste windige Zeit ist meistens am frühen Morgen nach Sonnenaufgang. «Das bedeutet, dass wir normalerweise gegen 5 Uhr morgens bei kompletter Dunkelheit aufstehen, und das ist ziemlich ermüdend, da es Tag für Tag für Tag geschieht, über Wochen und Monate», schreibt Tony Martin. «Deswegen haben wir unsere eigene Zeitzone eingerichtet, die Team-Ratte-Zone, der Grytviken-Zeit zwei Stunden voraus. Das heisst, wir stehen gegen sieben Uhr auf. Beim Frühstück eine halbe Stunde später ist es hell genug, um zu sehen, was das Wetter macht.» Neben den Helikopterflügen müssen auch die alten Walfangstationen mit Ködern versetzt werden. Das bedeutet viel Handarbeit, denn die Pellets müssen hier in jeden noch so versteckten Winkel gestreut werden. Keine leichte Arbeit inmitten von rostigen Ruinen, die teilweise noch mit Asbest versetzt sind. Schutzkleidung ist Pflicht! Trotz widriger Wetterbedingungen sind bis Mitte März bereits 2000 Flugkilometer erreicht worden, womit der erste grosse Teil von Phase 2 abgeschlossen ist. Das Camp wurde danach abgebrochen und weiter nördlich wieder aufgebaut, um von dort aus die nächsten Operationen durchzuführen. So hangeln sich Tony Martin und sein Team von Punkt zu Punkt entlang der Küste, um der Rattenplage auf Südgeorgien ein Ende zu bereiten. Sollte der erste Teil von Phase 2 erfolgreich beendet werden (das stand bis zum Redaktionsschluss noch nicht fest), kann im kommenden Jahr mit dem zweiten Teil von Phase 2 begonnen werden: der südliche Teil von Grytviken. Dazu sind aber weitere Spenden und die Unterstützung offizieller Stellen in der Gesamtsumme von 2 Millionen Pfund (2,9 Millionen Franken) nötig. Dieses Geld zusammenzubringen, sollte laut Tony Martin kein Problem sein. Weitere Spenden werden aber nötig sein, um das Projekt bis 2015 zu Ende zu bringen. Denn eines ist sicher: Die (rattenfreie) Tierund Pflanzenwelt Südgeorgiens ist einmalig und verströmt eine eigene Magie und Faszination. Es lohnt sich, diese zu schützen und zu erhalten. Das «South Georgia Habitat Restoration Project» ist eine gute Sache. Wie wir helfen können Wie im Text erwähnt, sind die Kosten des Projekts durch die gesamte Logistik und den Aufwand sehr hoch. Der South Georgia Heritage Trust ist deshalb auf Spenden angewiesen. Mit einer Spende von 90 Pfund (129 Franken) kann eine Hektare auf Südgeorgien gesponsert werden, und man erhält ein entsprechendes Zertifikat zugeschickt. Aber es können auch allgemeine Spenden gemacht werden. Weitere Informationen finden Sie auf www.sght.org/make-donation 50 PolarNEWS

Wie klingt eigentlich Spitzbergen? Dies & Das Das dänische Trio Efterklang ist seit Jahren berühmt für ihre eigenwillige Definition von Popmusik: Wenn Mads Brauer, Casper Clausen und Rasmus Stolberg zu den Instrumenten greifen, scheint die Welt zu schweben. Für ihr neues Album «Piramida» reisten die drei nach Spitzbergen und brachten über tausend Tonaufnahmen von Landschaften, Tieren und Menschen mit nach Hause, aus denen sie neue Lieder komponierten. Auch wenn die sogenannten Field recordings auf dem Album selten direkt zu hören sind: Eine tolle Idee, reinhören lohnt sich allemal. Efterklang: «Piramida» (4AD/Musikvertrieb) Drei neugierige Männer auf Feldklangforschung. Nordpol-Spezial «Mare – Die Zeitschrift der Meere» war schon immer eines unserer Lieblingsmagazine. Jetzt umso mehr: In der Ausgabe Nummer 96 ist der Nordpol das Titelthema. Auf insgesamt über 20 Seiten betrachtet Georg Rüschmeyer den historischen Wettlauf zum Nordpol aus neuer Perspektive, und Judith Scholte beobachtet das politische Gerangel um Besitzansprüche in der Arktis. Beide tun das in gewohnt souveräner und ausführlicher Art und Weise. www.mare.de Schöne Tierbilder auf dem Handy. App: PoleToPole Der mehrfach mit dem «Pressebild des Jahres» ausgezeichnete Fotograf Paul Nicklen hat die wunderschöne App PoleToPole entwickelt, auf der eine Bilderreise durch die Arktis und die Antarktis in mehr als 160 fantastischen Bildern dokumentiert ist. Die App ist in Englisch. «Mare»: Nordpol auf dem Cover. Auf Robbenjagd Die Mutter des Inuit-Jungen Inuk ist dem Alkohol verfallen – Inuk kommt in ein Kinderheim und von dort zu einer Jagd auf Robben mit dem erfahrenen Jäger Ikuma im gefährlichen Eis von Grönland: «Inuk», der neue Film des Regisseurs Mike Magidson setzt sich nicht nur mit der Zerrissenheit der Inuit zwischen Tradition und Moderne auseinander, er ist darüber hinaus ein spannender Actionfilm und eine beispielhafte Entwicklungsgeschichte. Kein Wunder, wurde «Inuk» mit Preisen verschiedenster Filmfestivals überhäuft. Jetzt gibt es den Film auch auf DVD. Spannend: «Inuk». IMPRESSUM Auflage: 75’000 Herausgeber: KubnyArt, CH-8049 Zürich Redaktion: Christian Hug, Heiner & Rosamaria Kubny Redaktion Schweiz: PolarNEWS Ackersteinstrasse 20, CH-8049 Zürich Tel.: +41 44 342 36 60 Fax: +41 44 342 36 61 Mail: redaktion@polarnews.ch Web: www.polarnews.ch Redaktion Deutschland: PolarNEWS Am Kaltenborn 49-51 D-61462 Königstein Blattmacher: Christian Hug, CH-6370 Stans Layout: HUGdesign, CH-1737 Plasselb Korrektorat: Riccardo Caravina, CH-6060 Sarnen Druck: Druckhaus Kaufmann, D-77907 Lahr Anzeigen: KubnyArt, CH-8049 Zürich Tel.: +41 44 342 36 60 Fax: +41 44 342 36 61 Mail: redaktion@polarnews.ch Sonja Gartmann, 8310 Grafstal Tel.: +41 79 413 24 27 Mail: sonja@polarnews.ch Mitarbeiter dieser Ausgabe: Norbert Rosing, Peter Balwin, Michael Wenger, Greta Paulsdottir, Sandra Floreano Gefällt mir: PolarNEWS auf Facebook! PolarNEWS 51

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