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PolarNEWS Magazin - 16 - CH

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Rubriktitel 10. – 13.

Rubriktitel 10. – 13. Januar 2013 Messeplatz Bern Do / Fr 13 – 20 Uhr Sa / So 10 – 18 Uhr www.ferienmesse.ch FESPO. 31. Jan – 3. Feb 2013 Messe Zürich Do / Fr 13 – 20 Uhr Sa / So 10 – 18 Uhr www.fespo.ch Basler Ferienmesse. Die grosse und Reisen Die grosse Messe für Ferien und Reisen Basel, 15.–17. Februar 2013 Basel, 15.–17. Februar 2013 22. – 24. Februar 2013 Messe Basel, Halle 1 Fr / Sa / So 10 – 18 Uhr www.baslerferienmesse.ch Projekt1_Layout 1 11.05.12 07:32 Seite 1 Fast täglich aufdatiert, finden Sie MALEDIVEN_POLARNEWS_216X154.indd 1 07.11.12 16:2 auf unserer Website die neusten Nachrichten aus den Gebieten rund um den Südpol und den Nordpol, Blogs, Bilder und natürlich sämtliche Ausgaben von PolarNEWS. Besuchen Sie uns deshalb immer wieder und so oft sie möchten auf www.polar-news.ch 30 PolarNEWS

4 werk. Dafür ist die schiffseigene Sauna mitsamt gewärmtem Meerwasserpool ganz angenehm. Einer der Vorteile, das AKW gleich mit an Bord zu haben, ist, dass man guten Gewissens Energie verschwenden kann – es hat ja mehr als genug davon... In der Kabine ist es so warm, dass auch zum Schlafen ein Fenster geöffnet bleibt. Unbändige Kraft Tag fünf. Jede Menge gebratener Speck zum Frühstück und dann nichts wie raus auf Deck: Erstens ist es jetzt arktisch kalt geworden. Und zweitens ist der Eispanzer jetzt richtig dick. Zwei bis drei Meter. Endlich bewegt sich die «50 Years of Victory» in ihrem Element. Mit 20 Knoten pflügt sich das Schiff mühelos und unbeirrt durch das harte Eis: Knackt Dutzende von Metern lange Risse durch den Panzer, schiebt fussballfeldgrosse Trümmer beiseite, mischt mehrere meterhohe Brocken auf, die sich wie Wale in Zeitlupe der Schiffswand entlang auftürmen und wieder ins Wasser sinken, ein faszinierendes Schauspiel. Wie eine Klinge durch warme Butter zieht das Schiff durch die Eisfläche, die uns nun von Horizont zu Horizont umschliesst, mit der Geschwindigkeit eines gut frisierten Töfflis. Keinerlei Ausweichmanöver: Was dem Schiff im Weg liegt, wird aufgebrochen und weggeschoben. Nur eine Handvoll Schiffe auf der ganzen Welt können so dickes, das dickste Meereis durchbrechen. Das stärkste von ihnen, das unsrige, entwickelt eine Leistung von 75’000 PS, das entspricht 150 Porsche Cayenne Turbo. Unglaublich, was für eine Kraft dieses 160 Meter lange Schiff hat. Die «50 Let Pobedy», erzählt Kapitän Dmitry Lobusov auf der offenen Brücke, kommt auch im März, wenn das Eis am härtesten ist, bis zum Nordpol hoch. Hilfreich ist beim Vorwärtskommen die Bauweise des Bugs, der nicht spitz zuläuft, sondern wie ein Löffel gebaut ist: Das Schiff bricht das Eis nicht nur entzwei, es schiebt sich auch auf die Eisdecke und zerdrückt sie unter sich. Der Kiel befindet sich 11 Meter unter Wasser. Die Passagiere stehen stundenlang an der Reling und staunen sprichwörtlich Klötze. Zirkeln im Eis Die Stimmung und das Schiff nähern sich dem Höhepunkt: Nur noch wenige Kilometer bis zum Nordpol. Jan, unser deutscher Expedition-Guide, klärt uns auf, dass wir am Pol nicht von Bord gehen werden, sondern dass der Captain nach Erreichen der 90 Grad Nord einen Platz suchen wird, wo die Eisdecke so sicher ist, dass die Gäste und die Crew von Bord gehen können. Und das wird nicht bei 90 Grad sein. Dann also alle Gäste auf Vorderdeck. Die Crew macht den Champagner bereit. Alle anderen ihre Fotoapparate und Flaggen. Jemand hat ein iPad dabei, es zeigt 89,973023 Grad Nord, alle schweigen aufgeregt. 89,97273 – wir sind am Punkt vorbeigefahren. Neuer Anlauf. 89,989324. Es ist 21.49 Uhr mitteleuropäische Zeit. Neunzig Komma Null 90,00000! Das Schiffshorn bläst, die Passagiere jubeln, die Crew verteilt Champagner, Umarmungen, Küsse, Gratulationen, «we have reached the north pole», ruft Jans Stimme aus den Lautsprechern, der Captain hat Präzisionsarbeit geleistet. Und ich möchte rausgehen, vom Schiff hechten, mich auf dem Eis wälzen, das Eis unter den Füssen spüren, nicht das Schiff. Aber das geht nicht. Das Eis ist zu dünn. Vor vier Monaten war es hier noch minus 30 Grad, jetzt ist es knapp unter Null, auf dem Eis haben sich grosse Schmelzwasserlachen gebildet. Der Punkt, 90 Grad, ist nur ein Punkt. Vor vier Monaten war er viel mehr ein Ort. Obwohl 90 Grad Auch wenn dieses Bild mit dem Fischauge gemacht wurde: Die Fahrt durch das endlos weite Eis ist aufregend, man meint die Krümmung der Erde förmlich am Horizont zu sehen. PolarNEWS 31

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