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PolarNEWS Magazin - 15

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Dies & Das Dank der

Dies & Das Dank der Zählung mit neuster Satellitenfotografie entdeckten die Forscher auch sieben neue Kaiserpinguin-Kolonien. Bestand verdoppelt Bisher schätzte man die Zahl der Kaiserpinguine auf 270’000 bis 350’000 Tiere. Jetzt weiss man es genauer. Da staunten die Forscher nicht schlecht: In der Antarktis leben rund doppelt so viele Kaiserpinguine als bisher angenommen, sprich rund 595’000 Tiere. Das ergab eine «Volkszählung» vom Weltall aus. Das aktuelle Ergebnis von 238’000 brütenden Pinguinpaaren übertrifft die letzte Schätzung von 135’000 bis 175’000 Paaren bei weitem. Aus der Zahl der Paare schlossen die Forscher dann auf die Gesamtzahl der Tiere von 595’000 Individuen, denn «nur» rund 80 Prozent aller Kaiserpinguine in allen Kolonien brüten pro Jahr. Wie das Fachblatt «Plos One» berichtet, kamen bei dieser Untersuchung neuste Satellitenbildtechnik und fortgeschrittene Bildanalysetechnik zum Einsatz, mit denen man die Pinguine eindeutig von ihrem Schatten oder Kothaufen unterscheiden kann. Wir freuen uns für die Kaiserpinguine. «Dies ist die erste umfassende Volkszählung einer Art vom All aus. Wir sind begeistert, eine solch hohe Zahl von Kaiserpinguinen entdeckt und identifiziert zu haben», erklärt Peter Fretwell, Hauptautor der Studie und Geograph des British Antarctic Survey. In Zukunft sollen weitere Studien mit dieser Satellitenbildtechnik zu anderen Tierarten unternommen werden. Heiner Kubny IMPRESSUM Auflage: 35’000 Herausgeber KubnyArt Ackersteinstr. 20, 8049 Zürich Tel. +41 44 342 36 60 Fax +41 44 342 36 61 Mail: redaktion@polar-news.com Web www.polar-news.com Redaktion Heiner Kubny Christian Hug Rosamaria Kubny Blattmacher Christian Hug 6370 Stans Korrektorat Riccardo Caravina, Sarnen Layout Hug Design Sadia Hug, Petit-Vivy, 1783 Barberêche Gefällt mir: PolarNEWS ist jetzt auch auf Facebook! Druck Vogt-Schild Druck AG Gutenbergstrasse 1, 4552 Derendingen Anzeigen Kubny Art, 8049 Zürich Tel. +41 44 342 36 60 Fax +41 44 342 36 61 Mail: redaktion@polar-news.com Mitarbeiter dieser Ausgabe Kevin Lee Marcel Schütz Peter Balwin Greta Paulsdottir Simon Zuberbühler Sandra Floreano 48 PolarNEWS

Herzerwärmend: «Eistau» Ilija Trojanows neuer Roman führt in die Antarktis. Eine Geschichte des Verzweifelns, die getragen ist von Hoffnung. Zeno ist verbittert: Der Glaziologe musste hilflos mitansehen, wie seine geliebten Berggletscher wegen des Klimawandels dahinschmelzen. Das ewige Eis der Antarktis versprach Rettung. Aber in seinem neuen Job als Expeditionsleiter auf der MS «Hansen» wird Zeno auch nicht glücklich: Seine Reisegäste lauschen zwar gespannt seinen Vorträgen und seiner missionarischen Aufklärungsarbeit, aber sie gehen nach Hause und fahren trotzdem weiter Auto. Was Zeno bleibt, ist der Ärger über den «Ungehorsam» der Passagiere, eine verständnisvolle Geliebte und die tröstende Schönheit der Antarktis. Der in Ungarn geborene und in Deutschland und Afrika aufgewachsene Schriftsteller Ilija Trojanow hat in seinem neuen Roman «Eistau» den Klimawandel zum Thema gemacht und schickt dazu seine Hauptfigur Zeno dorthin, wo die Erwärmung der Erde am besten sichtbar wird, in die Antarktis. Ungemein präzise lässt er Zeno vom Alltag auf dem Expeditionsschiff erzählen, genauestens beschreibt er die Menschen, die solcherart Reisen unternehmen, und ebenso sicher und gut informiert setzt er sich mit dem Klimawandel und der Machtlosigkeit des Einzelnen angesichts so kolossal globaler Veränderungen auseinander. Auch wenn der Protagonist Zeno zwischen Hoffnung und Verzweiflung hin- und hergerissen ist, bleibt die Hingabe und die Bewunderung, die der Autor Trojanow für die Antarktis hegt, in jeder Zeile spürbar. So fühlt sich der Leser schnell in die aussergewöhnliche Szenerie hineinversetzt, er hofft und zweifelt mit dem Expeditionsleiter. Dass Ilija Trojanow ein grosser Stilist und begeisterter Reisender ist, braucht hier nicht weiter erläutert zu werden: Frühere Werke wie «Der Weltensammler», «Die Welt ist gross und Rettung lauert überall» oder «Gebrauchsanweisung für Indien» wurden internationale Bestseller, die Liste der Auszeichnungen ist lang. «Eistau» hält das hohe Niveau von Trojanows Veröffentlichungen und ist nicht nur Antarktis-Reisenden wärmstens zu empfehlen. Christian Hug Ilija Trojanow: «Eistau». Verlag Hanser, 170 Seiten. Forscher appellieren – wir laden ein App Rund 2000 Wissenschaftler aus 67 Ländern fordern in einem offenen Brief an die Anrainerstaaten ein Verbot der Fischerei in diesem Gewässern der hohen Arktis. Wir helfen mit. Keine Fischerei in der Arktis! Die Arktis schmilzt. Viele Länder rangeln seit Jahren um Territorien, weil dereinst in der Arktis Bodenschätze fördern wollen. Auch die Fischerei könnte ein überaus lukratives Geschäft werden, wenn Fischbestände bis in den hohen Norden ausgebeutet werden – was heute bereits möglich ist. Die forscher haben deshalb an die Anrainerstaa- Nützliche Einkaufshilfe: WWF-App. ten USA, Kanada, Norwegen, Dänemark und Russland einen dringenden Appell gerichtet, sofort zu handeln und das zentrale Nordpolarmeer zu schützen. Solange es weder Begleitmassnahmen noch ausreichende Erkenntnisse über die Folgen des Fischfangs für das Ökosystem gebe, müsse ein Moratorium erlassen werden. Ein Regelwerk sei nötig, um eine nachhaltige Entwicklung der Fischzucht sicherzustellen. Wir schliessen uns dem Appell an und informieren uns beim nächsten Einkauf über die Herkunft der Fische und Meeresfrüchte. Denn sich dem Kauf bedenklicher Angebote zu verweigern, ist das klarste und wirkungsvollste Signal, das wir als Konsumenten setzen können. Die Gratis-App «WWF Ratgeber» des World Wide Fund For Nature ist die beste Hilfe dazu! Christian Hug PolarNEWS 49

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