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PolarNEWS Magazin - 15

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Nachrichten News aus der Polarforschung Zusammengestellt von Peter Balwin Kleiner Vogel, grosse Leistung Steinschmätzer (Oenanthe oenanthe) sind Zugvögel der nördlichen Breiten; es gibt sie auch bei uns in den Schweizer Alpen. Aus allen diesen nördlichen Brutgebieten fliegen die Steinschmätzer im Nordwinter nach Ostafrika. Ornithologen des deutschen Instituts für Vogelforschung haben jetzt erstaunliche Details über die genaue Reiseroute dieser kleinen Singvögel herausgefunden. Sie versahen mehrere Steinschmätzer aus Alaska und von der kanadischen Arktisinsel Baffin mit bloss 1,2 Gramm schweren Datenloggern. Südozean unter Beobachtung Die Vögel von Alaska flogen Ende Sommer schnurstracks über die Beringstrasse, durch Russland, Kasachstan und Arabien bis nach Ostafrika – im Durchschnitt 160 Kilometer pro Tag (auf dem Rückweg im Frühling sogar rund 250 Kilometer pro Tag). Die Steinschmätzer der Baffininsel hingegen wählten einen südöstlichen Kurs: zuerst rund 3500 Kilometer weit über den offenen Atlantik (Rekord für einen Singvogel) zu den Britischen Inseln, dann südwärts nach Mauretanien und von dort in den Osten Vier Jahre haben die Vorbereitungen gedauert, nun ist das Southern Ocean Observing System, kurz SOOS, gegründet worden: Der Zusammenschluss verschiedenster Nationen ist ein wissenschaftliches Überwachungssystem für den Südozean, definiert von den südlichsten Subtropen bis zu den Küsten von Antarktika und von der Meeresoberfläche bis zum Meeresboden. SOOS will die unterschiedlichsten Forschungsrichtungen unter einen Hut bringen, um den riesigen Südozean, der den Kontinent Antarktika umgibt, besser zu verstehen und entsprechend die richtigen Massnahmen für die Zukunft zu definieren. Es geht um global wichtige Fragen wie Klimawandel, Anstieg des Meeresspiegels, Versauerung des Ozeans sowie nachhaltige Nutzung der dortigen Ressourcen. Bald lassen sich die Arbeiten von SOOS im Internet mitverfolgen unter www.soos.aq. Quelle: British Antarctic Survey Eine Messsonde wird gewassert. Afrikas. Um von der Subarktis ins Winterquartier nach Ostafrika zu gelangen, legen die Steinschmätzer von der Baffininsel jedes Jahr bis zu 29’000 Kilometer zurück – beträchtlich für einen Vogel mit maximal 28 Gramm Körpergewicht und einer Flügelspannweite von 30 Zentimetern. Quelle: Scienceticker Bilder: Weatear/Dreamstime, Paul Holland/BAS, Joachim Ploetz/AWI 18 PolarNEWS

See-Elefanten tauchen tiefer Auch der Südozean ist vor der globalen Erwärmung betroffen: Er erwärmt sich bis zu einer Wassertiefe von 1000 Metern. Genau in dieser Zone leben Kalmare und Fische, die für die mächtigen See-Elefanten, die grösste Robbenart der Erde, wichtige Beutetiere sind. Nun haben Biologen des Alfred-Wegener-Institutes (AWI) zusammen mit Robbenforschern aus Südafrika beobachtet, dass die See-Elefanten viel tiefer tauchen als bisher. Vermutlich weichen die Beutetiere wegen der steigenden Temperaturen in grössere Wassertiefen aus – was die Robben zwingt, ihnen zu folgen. Wenn nun See-Elefanten in sich erwärmenden Meeren tiefer tauchen müssen, bleibt ihnen weniger Zeit zur Nahrungssuche. Die Forscher nehmen deshalb an, dass die Tiere in wärmerem Wasser weniger Beute machen. Die untersuchten Robben auf Marion Island im südlichen Indischen Ozean tauchen jetzt sogar bis dicht an ihre körperliche Leistungsgrenze. Ein solches Tieftauch- Verhalten könnte die Überlebensrate dieser See-Elefanten langfristig verringern. Quelle: AWI IN KÜRZE Quecksilber im Südozean Meeresvögel im Südozean wie etwa Albatrosse und Sturmvögel weisen viermal höhere Quecksilber-Konzentrationen im Blut auf als andere Seevögel irgendwo sonst auf der Welt. Woher das Quecksilber stammt, war bisher unklar. Nun zeigt es sich, dass die Verschmutzung des bisher als absolut sauber geltenden Südozeans vom Menschen verursacht ist. Quelle: SciencePoles Alles für die Kohle Trotz weltweiten Klimaveränderungen hat die Regierung von Norwegen grünes Licht gegeben zur Öffnung einer weiteren, neuen Kohlegrube in Spitzbergen. Die geplante Mine grenzt nicht nur an einen Nationalpark, sie soll dereinst 1,9 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr fördern – eine Menge, bei deren Verbrennung 5,5 Millionen Tonnen neues CO 2 freigesetzt würden. Quelle: WWF Eiszeitpflanze wächst wieder Forschern der Russischen Akademie der Wissenschaften ist es gelungen, 32’000 Jahre alte Früchte eines Leimkrauts, die tief im sibirischen Permafrostboden überdauerten, wiederzubeleben. Sie konnten vitale und fruchtbare Pflanzen heranziehen. Laut den Wissenschaftlern belegt dies, dass der Dauerfrostboden ein Depot für uraltes Erbgut darstellt, das vielleicht schon längst von der Erdoberfläche verschwunden ist. Das Pflanzenmaterial für dieses Experiment stammte aus einem fossilen Bau eines Ziesels, der in 38 Meter unter dem Boden in einem Hang am Fluss Kolyma in Nordostsibirien gefunden worden war. Quelle: Scienceticker Fällt mit dem nächsten Haarwechsel ab: Messgerät an See-Elefant. Weniger Eis – kältere Winter Forscher des Alfred-Wegener-Institutes (AWI) haben einen Mechanismus entschlüsselt, wie eine schrumpfende Meereisbedeckung im Sommer in der Arktis die Zirkulations- und Luftdruckmuster in der arktischen Atmosphäre verändert – und unser europäisches Winterwetter mitbestimmt. Weniger Eis im Arktischen Ozean führt zu einer Erwärmung der Nordpolarregion, weil einerseits die Sonnenstrahlung nicht mehr vom Eis zurückgeworfen werden kann und sich so das Nordpolarmeer erwärmt. Anderseits fehlt der eisige Deckel, der bisher verhinderte, dass im Ozean gespeicherte Wärme in die Atmosphäre gelangen konnte. Die erwärmte arktische Atmosphäre bringt hingegen den Luftdruckgegensatz zwischen dem hohen Norden und den mittleren Breiten aus dem Gefüge, so dass vermehrt im Winter arktische Kaltluft nach Europa vordringen kann. Quelle: AWI Unten kalt – oben warm Während wir Schweizer auf einen extrem kalten Winter zurückblicken, meldete die Ortschaft Longyearbyen in Spitzbergen im Februar einen neuen Wärmerekord: mit 7 Grad über dem Gefrierpunkt war es 23 Grad wärmer als der «normale» Mittelwert für Februar. Als Zürich -12 Grad verzeichnete, regnete es in Longyearbyen. Quelle: Spitzbergen.de Weniger Mikroben-Arten Kleinstlebewesen wie Mikroben oder Bakterien stellen das Gros der Lebewesen im Arktischen Ozean. Kanadische Wissenschaftler untersuchten nun, wie sich diese mikrobiellen Gemeinschaften seit dem grossen Wegschmelzen des Meereises ab 2007 entwickelt haben. Es wurde eine augenfällige Änderung bei der Zusammensetzung der Arten festgestellt. So war zum Beispiel die Gemeinschaft der Bakterien nach 2007 weniger artenreich. Quelle: Spitzbergen.de PolarNEWS 19

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