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PolarNEWS Magazin - 13

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im Winter aufhält. Wie tief und wie lange er taucht. Welche Meerestiefen er zu welcher Jahreszeit bevorzugt. Wie schnell er sich fortbewegt. Welches seine liebsten Zugrouten sind. Oder welcher Typ von Meereis ihm genehm ist. Noch dramatischer verlief die Geschichte in Spitzbergen. Bereits zwölf Jahre nach der Entdeckung der Inselgruppe durch den Holländer Willem Barents im Jahre 1596 begannen dort vor allem Holland, England und Deutschland mit der kommerziellen Jagd auf Wale und Robben. Zwischen 1660 und 1912 erbeuteten die Wal - fänger allein in den Gewässern um Spitz - bergen etwa 90’000 Grönlandwale, gut 350 Tiere pro Jahr. Heute zählt die Spitzbergen- Population des Grönlandwales weniger als hundert Tiere und wird auf der Roten Liste unter «vom Aussterben bedroht» geführt. Die Wale in den Meeresgebieten der Bering - see vor Alaska blieben bis 1848 verschont. Erst dann fiel dort die Walfangindustrie ein, blieb bis 1910 aktiv und halbierte in dieser Zeit die Anzahl dort lebender Grönlandwale. Mit heute etwas über zehntausend Individuen, immerhin fast allen des heute auf gut 12’000 geschätzten Weltbestandes, weckt die Popula - tion der Grönlandwale wenigstens in der Bering-/Tschuktschen-/Beaufortsee Hoffnung en auf eine mögliche Bestandser holung: Die Population weist eine Wachstums rate von rund 3 Prozent aus. Charakteristische Merkmale des Grönlandwals: Sein überaus langer Kopf mit dem weissen Unterkiefer und dem riesigen Maul. rern folgen konnte. Zudem ging dieser Wal nicht unter, wenn er totgeschossen war. Es war also, etwas banal formuliert, handwerklich sehr praktisch, genau diesem Wal nachzusetzen. Entsprechend wurde der Grönland - wal unter Walfängern auch «the right whale» genannt, der richtige Wal. Doch das ist zum Glück Geschichte. Die Boote, welche sich heutzutage einem Grön - landwal nähern, verfolgen ganz andere Absichten: Forscher applizieren Satelliten - sender oder platzieren Unterwasser mikro - fone, um die geheimen Seiten des Grön - landwals zu entschlüsseln. Die Resultate sind erstaunlich. Dank intensiver Forschung weiss man jetzt, wo sich der Grönlandwal im Sommer und wo Neue Forschungs-Ergebnisse Während sich viele andere nordische Wal - arten für die Wintermonate in die Subtropen verkrümeln, bleibt der Grönlandwal der Kälte und dem Eis treu: Er hält sich das ganze Jahr über im vereisten Nordpolarmeer auf. Trotz - dem sind seine Sommer- und Winterquartiere oft bis zu 4000 Kilometer voneinander entfernt. Rund 10’000 Grönlandwale aus der Beau fort - see vor den Nordküsten Kanadas und Alaskas ziehen im Herbst, wenn die hohe Arktis zu - friert, durch die Beringstrasse ins Beringmeer in die Gegend der Aleuten und Kamtschatka – das tun sie mit Geschwindigkeiten von 2 bis 5 Kilometern pro Stunde entlang der Küsten, wo das Wasser weniger als 50 Meter tief ist. Im Frühling schwimmen sie dieselbe Strecke wieder zurück. In der östlichen nordamerikanischen Arktis hat die jährliche Herbstversammlung ziehender Grönlandwale in der Isabella Bay bei der Baffin-Insel Berühmtheit erlangt: Seit Ur - zeiten halten sich dort im Herbst über hundert Tiere auf, was die zuständigen Behörden dazu bewog, in der Isabella Bay das weltweit erste Schutzgebiet für Grönlandwale einzurichten (siehe auch PolarNEWS Nummer 10 vom Oktober 2009). Andere Forschungen haben gezeigt, dass die Grönlandwale in den Sommermonaten, wenn sie sich weiter nördlich aufhalten, täglich 300 bis 900 Kilogramm Kleinkrebse vertilgen. » Der «richtige Wal» Weshalb aber musste ausgerechnet der Grön - landwal derart unter Verfolgung leiden, mehr noch als andere Walarten? Vor allem aus zwei Gründen: Zum einen lieferten seine enorme Körperfülle und sein Vorkommen in scheinbar unendlicher Zahl wirtschaftlich äusserst rentable Rohstoffe in reichlicher Menge. Zum anderen wegen seiner – rekordverdächtigen – Langsamkeit: Der Grönlandwal verhält sich derart träge und langsam, dass ihm selbst noch die Schaluppe mit den faulsten Rude - Hält seine Fluke hoch aus dem Wasser: Auch Grönlandwale können anhand ihrer Schwanzflosse identifiziert werden. Polar NEWS 17

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