Aufrufe
vor 2 Jahren

PolarNEWS Magazin - 13

  • Text
  • Polar
  • Polarnews
  • Lummen
  • Heiner
  • Rosamaria
  • Kunst
  • Kubny
  • Zeit
  • Wasser
  • Morgen

News aus der

News aus der Polarforschung Zusammengestellt von Peter Balwin Volkszählung der Eisbären In der Arktis leben momentan zwischen 20’000 und 25’000 Eisbären. Sie teilen sich in 19 Untergruppen (Subpopulationen) auf, die sich übers gesamte Nordpolargebiet verteilen. Diese Zahlen werden von der «Spezialisten - gruppe Eisbären» der Inter natio nalen Natur - schutzunion IUCN regelmässig neu erhoben. Die IUCN betont jedoch, dass den Daten eine grosse Fehler quote anhaftet, weil die Be stands erhebungen von 7 der 19 Unter - gruppen unzureichend seien. Des weiteren seien Trends erkennbar: Eine Subpopulation nimmt zahlenmässig zu, drei sind stabil, und bei acht Gruppen nimmt die Zahl der Eisbären ab. Die aktuelle Tabelle findet sich nebst anderen spannenden Informationen aus der Welt der Eisbären auf der Webseite der IUCN/Polar Bear Specialist Group: http:// pbsg.npolar.no/en/status/status-table.html. Quelle: IUCN Rekord-Schwimmerin Ein mit einem Sender ausgerüstetes Eis bären- Weibchen schwamm in neun Tagen ohne Pause 687 Kilometer weit. Nicht nur diese Rekordschwimm strecke haben die Forscher aus Alaska in den zwei Monaten registriert, in denen das Weibchen den Sender trug – es legte zusätzlich in dieser Zeit noch 1800 Kilometer zurück, mal auf der Eisdecke, mal im Wasser. Quelle: Scienceticker Nur knapp bis zum See geschafft Seit 14 Millionen Jahren schirmt die 4 Kilometer dicke Decke des antarktischen Inlandeises den Wostok-See unter dem Eisdom der Ostantarktis von jeglichen Ver - änderungen ab. Nachdem das Sekre tariat des Antarktis-Vertrages diese Saison grünes Licht für eine Bohrung gegeben hatte, frassen sich die Spezialbohrköpfe eines russischen Forscherteams durch den Eispanzer. Wegen Zeitmangels musste die Bohrung jedoch am 5. Februar 2011 für diese Süd - sommersaison bei 3720,47 Metern eingestellt werden – nur 29,53 Meter vom geheimnisvollen Süsswassersee entfernt. Im Dezember 2011 soll der Rest noch geschafft werden. Während die einen fasziniert davon sind, möglicherweise einmalige Lebensformen in dem wohl 35 Millionen Jahre alten See zu finden, machen sich andere berechtigte Sorgen, dass das Bohrprojekt den See verschmutzen könnte. Quellen: Scar / SciencePole Bohrpause kurz vor dem Durchstich. 10 Polar NEWS

Ungeahntes Rendez-vous der Zwergwale Seit Jahrzehnten setzen Pinguinforscher auf eine gängige Methode, um das Leben dieser Meeresvögel zu studieren: Den Pinguinen wird ein Flügelband angelegt. Ein solches Vorgehen gilt nun als umstritten, seit eine neue Studie beweist, dass derart markierte Pinguine Zeit ihres Lebens leiden. Königspinguine, die ein Flügelband trugen, hatten fast 40 Prozent weniger Küken. Zudem sank ihre Überlebensrate um 16 Prozent, sie erschienen viel später am Brutplatz und benötigten noch nach zehn Jahren viel länger für die Nahrungssuche als ihre nicht-markierten Artgenossen. Somit widerlegt diese Studie die landläufige Annahme, dass sich die Vögel letztlich an ihre Markierung gewöhnen würden. Flügelbänder beeinträchtigen das soziale Leben der Königspinguine. Forschungsmethode gefährdet Pinguine Quelle: Nature, Vol. 469 Einschneidende Markierung. Wesentlich stärkere Erwärmung ohne Eis Die seit über 30 Jahren schrumpfende Eis decke über dem Arktischen Ozean reflektiert bedeutsam weniger Sonnenlicht ins All als bisher angenommen. Eisfreie Meeresteile und immer häufiger schneefreies Land nehmen mehr Sonnenwärme auf und führen so zu einer stärkeren Erwärmung. Dieser Rückkoppelungseffekt ist laut einer neuen Studie von Geo - wissenschaftlern beinahe um das Doppelte stärker, als bisherige Model lrechnungen gezeigt haben. Das Eis im Arktischen Ozean erreichte im Januar 2011 nur noch 13,55 Millionen Quadratkilometer – die ge ringste Fläche, seit 1979 die Satelliten messun gen begannen. Damit war die Eisfläche im Januar 2011 um 1,3 Millionen Quadratkilo meter kleiner als der Durchschnitt in den Jahren 1979 bis 2000. Quellen: Universität Michigan / National Snow and Ice Data Center Dramatischer Rückgang: Kleinste Eisfläche seit 1979. Erbgut-Analysen eines 2007 im Nordost- Atlantik erlegten Zwergwals haben jetzt ergeben, dass dessen Mutter aus der Antarktis stammte. Gewebeproben eines 1996 ebenfalls im Nordatlantik gefangenen Zwergwales zeigten, dass jener Wal ein reinrassiger Antarktischer Zwergwal gewesen war. Bedingt durch die jahreszeitlich gegensätzlichen, äquatorwärts gerichteten Wander - be wegungen in den jeweils entgegengesetzten Sommer- beziehungsweise Winter - monaten hatte man bisher angenommen, dass sich Zwergwale (und andere Walarten) der beiden Gebiete gar nie begegnen können. Gruppen-Sprache bei Pottwalen Quelle: PlosOne Erstmals konnte nachgewiesen werden, dass Pottwale einer bestimmten Gruppe mit den anderen Mitgliedern dieser Gruppe kommunizieren. Sie benutzen dazu eine Reihe von Klick-Lauten, die jedes Individuum der Gruppe versteht und auch selber anwendet. Ein solches rhythmisches Klick-Repertoire wird Coda genannt. Bisher ging man davon aus, dass sich ein Pottwal durch seine Klicklaute den anderen zu erkennen gibt; die neue Studie zeigt dagegen, dass diese gemeinschaftlich genutzten Klicks die soziale Bindung innerhalb der Gruppe verstärken. Pottwal-Klicks sind die lautesten natürlich erzeugten Töne bei Tieren. Quelle: Marine Mammal Science, Vol. 27 Alte Logbücher und das Klima Britische Historiker dehnen das Feld der Klimaforschung auf die alten Logbücher der Walfang-, Kriegs- und Handelsschiffe des 18. und 19. Jahrhunderts aus. In diesen alten Schiff - fahrtsaufzeichnungen wurden das tägliche Wetter, die Windmessungen, Schnee- und Eis - bedeckung etc. peinlich genau aufgezeichnet. Aus über 1600 Logbüchern sammelten die Forscher bisher 273’000 Einzelbeo bach - tungen und hoffen, damit die heutigen Klima - veränderungen besser erklären zu können. Quelle: SciencePoles Polar NEWS 11

© 2015 by PolarNEWS • Redaktion Heiner Kubny – Impressum