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PolarNEWS Magazin - 11

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Dies & Das

Dies & Das Qiviuk-Kleidung für ganz Europa Rund 2,5 Kilo Unterwolle stösst ein Mo - schus ochse ab, wenn er im Frühling sein Fell für den Sommer ausdünnt. Die Qiviuk ge - nannte Wolle ist überaus begehrt, denn sie wärmt achtmal mehr als Schafwolle – Qiviuk ist so leicht, weich und glatt wie keine andere Wolle. Deshalb ist sie auch achtfach so aufwändig in der Verarbeitung. Bemerkens - werterweise ist es einem Peruaner gelungen, das Moschusochsen-Unterfell in du striell zu Strickwolle zu verarbeiten. In der peruanischen Stadt Arequipa werden die edlen Fäden denn auch in Handarbeit zu warmen Pullovern und schönen Jacken, Schals und Handschuhen gestrickt. Was uns direkt in die Schweiz führt: Walter Notter lebt im Tessin und vermarktet Qiviuk- Produkte in ganz Europa. In Pontresina führt er seine eigene Qiviuk-Boutique, in der ausschliesslich Gewänder aus Moschusochsen- Unterwolle angeboten werden. Die sind zwar nicht ganz billig, aber edel. Und der Preis lässt sich erklären: Jedes Jahr werden insgesamt nur fünf bis sechs Tonnen Qiviuk gesammelt – und nur 20 Prozent davon gelangen verarbeitet nach Europa. www.qiviuk.eu Aus der Unterwolle des Moschusochsen entstehen in Handarbeit elegante Strickjacken. Modella Donna (links) und Aron. Sinnloses Abschlachten dokumentiert Während des Winterhalbjahres treiben japanische Fischer in Taiji, rund 700 Kilometer südlich von Tokio, immer wieder Delfine in eine Bucht, wo ihnen der Rückweg abgeschnitten wird. Vom Land her ist die Bucht für die Fischer nur durch einen Tunnel erreichbar, sie ist weitherum mit Stacheldraht abgesperrt. Denn niemand soll sehen, was sich hier abspielt: Händler und Tierärzte suchen die stärksten Tiere aus – sie werden weltweit an Delfin arien verkauft. Alle anderen Tiere werden gnadenlos mit Lanzen abgeschlachtet, die Tiere ertrinken elendiglich in ihrem eigenen Blut, ihr Fleisch wird auf dem Markt verkauft. Jedes Jahr werden in Taiji rund 2000 Delfine sinnlos abgeschlachtet. Der Amerikaner Ric O’Barry hat mit Hilfe seines Teams und unter grössten Gefahren das jährliche Massaker in der Taiji-Bucht heimlich gefilmt und daraus einen Dokumentarfilm ge - macht, den anzusehen starke Nerven erfordert. «Die Bucht» heisst das Werk, das vergangenen März mit einem Oscar für den besten Doku - mentarfilm ausgezeichnet wurde – und jetzt be - reits als DVD erhältlich ist. Ric O’Barry dokumentiert nicht nur die Schlachterei in der Bucht, sondern erhellt auch politische Hintergründe und erklärt marktwirtschaftliche Zusammenhänge. Das Leben von Ric O’Barry ist die Geschichte einer Wandlung vom Saulus zum Paulus: In den 40er-Jahren war er der Trainer für die weltberühmte TV-Serie Flipper: Er war es, der den Delfinen die Tricks beibrachte, die die Zu - schauer begeisterten. Die Flipper-Serie löste einen weltweiten Boom von Delfinarien aus. Bis eines Tages eines seiner Tiere sich ihm in die Arme legte und einfach aufhörte zu atmen. O’Barry wurde klar: Sein Delfin be ging Selbstmord, weil er den Tod einem Leben in Gefangenschaft vorzog. Der inzwischen 70- jährige Ric O’Barry setzt sich seither unermüdlich für die Schliessung von Delfinarien ein. «Die Bucht» ist sein filmisches Vermächtnis. «Die Bucht». Ein Dokumentarfilm von Ric O’Barry. DVD, Impuls Home Entertainment. 38 Polar NEWS

IMPRESSUM Auflage: 30’000 Herausgeber KubnyArt Ackersteinstr. 20 8049 Zürich Tel. +41 44 342 36 60 Fax +41 44 342 36 61 Mail: redaktion@polar-news.com Web www.polar-news.com Redaktion Heiner Kubny Christian Hug Rosamaria Kubny Blattmacher/Korrektorat Christian Hug 6370 Stans Layout Hug Design Sadia Hug Petit-Vivy 1783 Barberêche Druck Vogt-Schild Druck AG Gutenbergstrasse 1 4552 Derendingen Anzeigen Kubny Art 8049 Zürich Tel. +41 44 342 36 60 Fax +41 44 342 36 61 Mail: redaktion@polar-news.com Mitarbeiter dieser Ausgabe Fritz Kleisli Peter Balwin Sandra Floreano Greta Paulsdottir Unsere liebste Falschmeldung ...und sie fliegen doch! Während die Rätsel um Loch Ness und Yeti nach wie vor einer Lösung harren, ist es Meeresbiologen gelungen, die selbst in Wissenschaftskreisen weit verbreitete Meinung zu widerlegen, dass Pinguine nicht fliegen können. Es wurde zwar schon seit einiger Zeit vermutet, dass es einzelne Exemplare geben könnte, die des Fliegens mächtig sind, aber konkrete Beweise konnten bis dato nicht erbracht werden. Das Schweizer Forschungsteam, dem dieser Beweis nun gelungen ist, war mit einem holländischen Expeditions - schiff mit russischem Kapitän nahe der Antarktischen Halbinsel unterwegs, als es in 61 Grad südlicher Breite auf Aitcho Island das Tier entdeckte, das der Gattung «Pygoscelis papua» angehört, auch be - kannt als Eselspinguin. Eselspinguine können bis 8 Kilogramm schwer werden. Das von der Forschergruppe vermessene Entdeckt: Der fliegende Eselspinguin. fliegende Exemplar war allerdings deutlich schlanker und aerodynamischer und wog nur gerade 3,7 Kilogramm, was Voraussetzung für einen erfolgreichen Vogelflug ist. Gegenüber normalen Esels - pinguinen verfügt der Fliegende über grössere Schwingen und ein auf dem Bild gut zu erkennendes Seiten- und Höhen - ruder aus langen Federn am Rumpf-Ende. Der neu entdeckte Vogel erhielt den Namen «Pygoscelis papua volaticus». Wie aus Oslo verlautet, gehört die Entdeckung bereits zu den Anwärtern auf den Nobelpreis für polare Wissen - schaften. Fritz Kleisli Quelle: FK’s Penguin Science Fiction, Band 11, S. 345, Feb. 2010. Auftrag erfüllt – der Kunde ist überglücklich Nach zweijähriger Umbauzeit ist seit dem 5. Januar 2010 die MV «Plancius» in der Ant - arktis unterwegs. Sie ist das neuste Expe di - tionsschiff der holländischen Reederei Ocean - wide-Expeditions und gleichzeitig deren neues Flaggschiff. Auf der Jungfernfahrt mit dabei waren Ruedi und Priska Abbühl vom PolarNEWS-Filmteam. Der Grund: Die beiden sollen einen Film drehen. «Wir hatten von Anfang an die volle Unter - stützung der Schiffscrew, und es hat riesigen Spass gemacht, diesen doch nicht alltäglichen Auftrag auszuführen», erzählt Ruedi Abbühl. «Es hat einfach alles gestimmt: Vom Umstand, dass alles für alle neu war auf dem Schiff, bis hin zur fantastischen Landschaft mit ihrer überwältigenden Tierwelt.» Richtig stressig wurde es erst nach der Reise: Denn die beiden Videoclips sollten an der ITB Berlin, einer der weltweit wichtigsten Touris - mus-Fachmessen, zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt werden – und die war schon kurze Zeit nach der Rückkehr von Priska und Ruedi nach Zürich, wo aus den vielen Auf - nahmen erst die fertigen Clips geschnitten werden mussten. Alles klappte. Die Reederei war von den beiden Kurzfilmen ebenso begeistert wie das Publikum. Mehr noch: Oceanwide-Expedi - tions erteilte PolarNEWS den Auftrag, einen weiteren Kurzfilm zu produzieren. Im Juni und Juli dieses Jahres werden Ruedi und Priska deshalb erneut für Oceanwide-Expeditions unterwegs sein, diesmal rund um Spitz bergen. «Expedition Antarctica – on board Plancius» ist zu sehen unter www.polar-news.ch/filme/ polarnews-filme/241-antarktis-mit-mv-plancius.html oder kann als DVD direkt und gratis bei PolarNEWS bestellt werden. Priska und Ruedi Abbühl gehen nah ran. Polar NEWS 39

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