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PolarNEWS Magazin - 11

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Gentleman ihren Namen) kriegt den Übernamen Albatros, weil sie einen Riesen - sturmvogel gegen jede Belehrung ihres Mannes als Albatros bezeichnet («...doch, das ist ein Albatros, und den fotografier ich jetzt!»). Nur der hagere bärtige Spanier am Nebentisch kriegt keinen Tier-Übernamen: Der sieht aus wie Don Quijote. Paradies für Fotografen: Rosamaria wartet in der Salisbury Bay auf den richtigen Moment. Das kann bei dem Gewusel lange dauern. das Kältevirus gepackt, jetzt erkunden sie zusammen mit ihrer Tochter Regula auch den Süden. Femke aus Holland arbeitet bei der Reederei, der das Schiff gehört. Sie ist quasi halbgeschäftlich hier. Man trifft sie nach dem Essen immer in der windgeschützten «Raucherecke» auf Deck drei. Dort erzählt sie, dass die komplett überholte «Plancius» extrem gut im Wasser liegt – «unser bestes Schiff zurzeit». Ach ja: Und da sitzt noch dieses englische Senioren-Paar rum, das zu jeder Tages- und Nachtzeit very british in den gewagtesten Farbkombinationen gekleidet ist und die ersten zwei Wochen nie von Bord geht. Sie hätten, erzählt der Herr jedem, der es hören will, die falsche Reise gebucht, und jetzt ärgere er sich: South Georgia sei ein unnötiger Umweg, und Pinguine seien grundsätzlich nutzlos und stinken. Er wolle nur den Kontinent Antarktis sehen. Aha. Wie kann man bloss eine so teure Reise falsch buchen? buchen, weil sie einen bestimmten Vogel einmal in ihrem Leben in der freien Natur sehen wollen. Wenn das nicht exzentrisch ist... Stundenlang können wir schauen und staunen, geniessen und fotografieren. Und noch Stunden nach jedem Landgang sind alle ganz aufgelöst vor Begeisterung. Dieses Hochgefühl verbindet, man kommt sich mühelos näher, wir werden alle nach und nach zu einer grossen Komplizenschaft. Mehr noch: Je länger die Reise dauert, umso eindeutiger beginnen manche Passagiere, den Tieren zu ähneln. Rosamaria aus Zürich nickt bei Tisch wie ein Königspinguin fröhlich vor sich hin. Wer den Übernamen Walross kriegt, obwohl es in der Antarktis keine Walrösser gibt, sei hier der Diskretion halber verschwiegen... Eine Frau aus Deutschland (auch hier verschweigt der Kleine Konflikte Doch trotz aller gemeinschaftlichen Glück - seligkeit an Bord der «Plancius»: im Gold Harbour schnauzt ein Holländer sehr un - freundlich eine Deutsche an, die ihm un - acht samerweise vor die Kameralinse läuft, als er gerade ein Foto machen will. Wo man doch bei so vielen Pinguinen unendlich viele gute Fotos machen kann (und einem beim Fotografieren sowieso dauernd Pingu - ine vor die Linse watscheln). Die jenige, die ihm in den Quere kommt, ist übrigens Frau Albatros... Auch der Holländer fällt auf: Während eines Vortrags über das Klima und die vielen For sch ungsstationen in der Ant - arktis meldet er sich mit der Frage: «Wenn das Wetter sowieso meistens schlecht ist, warum muss man es dann studieren?» Nach seiner unfreundlichen Attacke gegen Frau Albatros überrascht mich das nicht mehr wirklich. Was mich allerdings überrascht, ist, dass manche Leute Mühe bekunden mit Pro - grammwechseln. Wenn etwa wegen schlechter Wetterbedingungen eine Anlandung ausfällt (so geschehen bei der Saunders-Insel auf den Falklands) oder eine Bucht ausserplanmässig angefahren wird (wie Rosita Bay auf South Georgia). Das erstaunt mich zum einen, weil man ja weiss, dass man in die Wildnis reist und wir Menschen uns der Natur anzupassen haben, nicht umgekehrt. Irgendwie tierisch Ausser diesem Paar, mit dem ich drei Wochen lang kein Wort wechsle, wollen alle vor allem das eine: Pinguine sehen. Und die kriegt man unterwegs zuhauf! Esels-, Zügel, Felsen- und vor allem Königspinguine – 500’000 von ihnen alleine in der St Andrews Bay. Ausserdem Seeleoparden, Pelzrobben, Weddell- und Krabbenfresserrobben und natürlich all die Vögel: Wander- und Schwarz brauenalbatrosse, Riesensturm - vögel und die kleinen, überaus wendigen, schönen Kapsturmvögel, die bei starkem Wind wie Formel-1-Piloten zwischen den Wellen navigieren. Es soll sogar, erklärt Bord-Ornithologe Steve, Vogel freunde geben, die nur deshalb so eine Reise Die Paradise Bay in ihrer vollen Pracht. Im Vordergrund eines der Zodiaks, mit denen wir heute Nachmittag die Gegend erkunden. Polar NEWS 33

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