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PolarNEWS Magazin - 11

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Quellen: Christoph Seidler: «Arktisches Monopoly», Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Newsnetz, Neue Zürcher Zeitung. Studie, wie Erdöl aus grossen Tiefen in der Arktis gefördert werden soll: Die Bohrstationen befinden sich auf dem Meeresgrund. Die Bohrinsel auf der Wasseroberfläche wird bei schlechtem Wetter abgekoppelt. Das Erdöl wird von der Bohrinsel direkt auf Schiffe gepumpt. flüssiges, förderbares Erdöl ist. Das Fachwort für solche Untersuchungen heisst Explo - ration. Nun wird der arktische Meeresboden zwar seit Jahren fieberhaft vermessen und er - forscht und von grossen Erdölfirmen exploriert, aber in Anbetracht der Grösse der zu vermessenden Fläche sind die wissenschaftlichen Daten bisher sehr lückenhaft. Der Forscher Donald Gautier vom US-amerikanischen Geologischen Dienst jedenfalls bleibt Bezug nehmend auf die eingangs erwähnte Landnahme-Aktion der Russen skeptisch: «Es wird», sagt er, «kein Öl-Eldorado unter dem Nordpol geben, was auch immer die Russen mit ihrer kleinen Fahne da draussen tun.» Im Team geht’s besser Sollte es in den kommenden Jahren oder Jahrzehnten klimatisch und technisch tatsächlich möglich werden, die Bodenschätze der Arktis auszubeuten: Ob ein einzelner Staat alleine fähig wäre, die Technik zu entwickeln und die finanziell aufwändigen Bohrungen durchzuführen, bleibt eine weitere offene Frage. Eine wünschenswerte Option wäre, dass die Arktis-Anrainer staaten ihre Streitereien beilegen und sich auf eine internationale Zusammenarbeit einigen. Wie diese funktionieren könnte, dafür steht das Shtokman-Gasfeld 450 Kilometer nördlich von Murmansk als wegweisendes Beispiel: Seit den achtziger Jahren weiss man, dass dort rund 330 Meter unter dem Meeresspiegel und rund 2000 Meter unter dem Meeresboden geschätzte 3,8 Billionen Kubikmeter Erdgas und 37 Millionen Tonnen Gaskondensat lagern. Diese Menge würde ausreichen, ein Land von der Grösse Deutschlands mehrere Jahrzehnte lang mit Erdgas zu versorgen. Technisch war es zum Zeitpunkt der Ent - deckung des Gasfeldes noch nicht möglich, den Bodenschatz auszubeuten. Und als es möglich wurde, wollte Russland den Abbau alleine bewältigen. Doch damit hatten sie sich technologisch und finanziell zuviel zugetraut. Das staatliche russische Erdgas - förderunternehmen Gazprom holte 2007 die französische Erdölfirma Total und die nor - wegische StatoilHydro mit ins Boot. Die Franzosen verfügen über grosse Erfahrung mit verflüssigtem Erdgas (die Form, wie das geförderte Gas transportiert wird), und die Norweger haben mit Abstand am meisten Erdöl-Erfahrung in arktischen Gewässern. Die Gazprom hält 51 Prozent an diesem Konsortium mit dem Namen Shtok man Development AG, auf Total entfallen 25 Prozent, StatoilHydro hält 24 Prozent – der Sitz der AG liegt übrigens im steuergünstigen Zug im Herzen der Schweiz. Dieses Jahr soll die erste Bohrplattform fertig gebaut sein. Ursprünglich plante das Konsortium, im Jahr 2013 mit der Gas - förderung zu beginnen, doch inzwischen wurde dieses Ziel wegen verschiedenster finanzieller, technischer und politischer Probleme auf frühestens 2021 verschoben. Das «great Game» um die Bodenschätze der Arktis ist also noch lange nicht ausgespielt. Vielleicht hat es noch nicht mal richtig begonnen... PolarNEWS Buchtipp Christoph Seidler: «Arktisches Mono poly. Der Kampf um die Rohstoffe in der Polar - region». Spiegel-Buchverlag, 284 Seiten. Zum Transport des Shtokman-Erdgases ist eine Pipeline durch den finnischen Meerbusen geplant. Die Rohre liegen schon bereit. Polar NEWS 29

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