Aufrufe
vor 2 Jahren

PolarNEWS Magazin - 11

  • Text
  • Polar
  • Robben
  • Arktis
  • Wasser
  • Polarnews
  • Antarktis
  • Reise
  • Byrd
  • Rentiere
  • Kubny

Serie Vergessene Helden

Serie Vergessene Helden Teil VII, Part 2 Der Überflieger: Untendurch Hitler lebt! Er bereitet sich unter der Antarktis auf seinen letzten grossen Sieg vor, und zwar mit Hilfe von Aliens in Ufos. Aber das kommt erst später, Jahre nach Richard Evelyn Byrds Tod. Der hat nämlich nur Aliens gesehen... Wie wir auf der vorhergehenden Seite erfahren haben, war Byrd als Admiral ein überaus fähiger Mann, er wurde mit 22 Aus - zeichnungen geehrt und war in der Gesellschaft hoch angesehen. Als erster Mensch, der den Südpol überflogen hatte, schaffte er 1929 den Einzug in die Walhalla der Weltentdecker. So - weit so gut. Wenn da nicht die Hollow Earth Society wäre: Die Mitglieder dieser amerikanischen Gruppier ung denken sich allerlei Thesen aus, warum die Erde in ihrem Inneren hohl sein soll. Sie wissen auch, dass sich in diesem riesigen Hohlraum Ausserirdische versteckt halten... 1995, also 38 Jahre nach Richard Byrds Tod, veröffentlichte die Hollow Earth Society das «Geheime Tagebuch des Admiral Byrd», das sie angeblich von einem von Byrds Söhnen zugespielt bekam. Auf ein paar wenigen Seiten schreibt Byrd darin folgendes: Am 19. Februar 1947 hob er mit dem Flugzeug zusammen mit seinem Funker Howie in Richtung Arktis ab, verflog sich aber und navigierte 2700 Kilometer ins Innere der Erde («Das ganze Flugzeug kommt leicht ins Taumeln – Mein Gott!»). Dort erblickt er erst ein ausgewachsenes Mammut, dann UFOs («Wir sind inzwischen von den tellerförmigen Flugscheiben eingekreist.») und schliesslich eine ganze Stadt. Byrd wird zum Landen gezwungen («Das Flugzeug sinkt zu Boden – wie in einem gewaltigen, durchsichtigen Fahrstuhl.»). Ein grosser, blonder Mann spricht ihn an, auf Englisch mit deutschem Akzent: «Sie sind nunmehr im Reich der Arianni, im Inneren der Welt.» Und der «Meister» hat sogar eine Botschaft für Byrd: Atombomben werden die Menschheit ins Verderben führen! Byrd wird unversehrt aus der Unterwelt entlassen und erstattet der US- Army Bericht. Doch diese verbietet ihm, öffentlich über sein Erlebnis zu sprechen. Dafür verwursteln Verschwörungstheoretiker aus der ganzen Welt Byrds geheimes Tagebuch in ihre haarsträubenden Fantasien. Die gängigste geht so: Mit der grossangelegten Militär-Aktion «High jump» Admiral Richard Evelyn Byrd: hochdekoriert und geachtet. (siehe Seite 18) wollte die amerikanische Armee 1946 nicht ihr Kriegszeug am Südpol einem Kältetest unterziehen, sondern Adolf Hitler aufspüren und besiegen. Denn dorthin war der Führer nach seiner Kapi tulation geflohen und hält sich (noch heute) in einer grossen Höhle unterhalb der Antarktis versteckt, die übrigens das deutsche Unterseeboot «Neu schwaben - land» 1938 dort reingebombt hat. Dort bereitete sich also Hitler auf den Endsieg vor, und zwar mit Hilfe von Ausser - irdischen. Letztere waren es denn auch, die die Amerikaner 1946 angriffen und besiegten, womit erklärt wäre, warum die Aktion «Highjump» abrupt und ohne offizielle Erklärung abgebrochen wurde. Byrds Tagebuch dient den Verschwörungstheoretikern nun als Beweis dafür, dass tatsächlich Ausserirdische im Erdinnern leben – und also Hitler getrost auf deren Hilfe zählen kann. Denn am 13. Januar 1956, so geht eine weitere Saga, soll Byrd ein weiteres Mal ins Erdinnere geflogen sein, diesmal vom Südpol her und sage und schreibe 3700 Kilometer tief... Dummerweise existiert über diesen zweiten Flug kein geheimes Tagebuch. Und woher man das weiss, weiss auch niemand. Fakt ist: Richard Byrd hat tatsächlich ein Buch geschrieben, es heisst «Alone», erschien 1938, und er erzählt darin von seinen ganz realen Expeditionen zu den Polen. Was das «Geheime Tagebuch» angeht, so hat sich da wohl eher ein anonymer Scherzkeks einen Witz erlaubt, um die Verschwörungstheoretiker auf die Schippe zu nehmen. Ähnliche Geschichten aus der Literatur, zum Beispiel von Jules Verne oder Edgar Allan Poe, sind schliesslich schon seit längerem Standard. Weder die Nachfahren Byrds noch die Armee haben sich je zum Tagebuch geäussert. Und die einzige Reise, die Richard Evelyn Byrd tatsächlich ins Erdinnere gemacht hat, war diejenige nach seinem Tod am 1. März 1957: Er liegt auf dem Nationalfriedhof in Arlington, Virginia, begraben. In der Arktis bleibt der Mount Byrd auf der Ross-Insel nach ihm benannt. Und, ach ja: Auch auf dem Mond trägt ein Krater Byrds Namen. Greta Paulsdottir 22 Polar NEWS

«SSP KÄLTEPLANER UNTERSTÜTZT POLARNEWS SEIT BEGINN» CH-4702 Oensingen | Fon +41 62 388 03 50 | mail@kaelteplaner.ch | www.kaelteplaner.ch RAUS. ABER RICHTIG. Die beste Auswahl an hochwertiger Ausrüstung für Travel, Outdoor & Bike Polar NEWS 23 Transa Travel-, Outdoor- & Bike-Läden findest du in Basel, Bern, Luzern, St. Gallen, Winterthur, Zürich

© 2015 by PolarNEWS • Redaktion Heiner Kubny – Impressum