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PolarNEWS Magazin - 11

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Mit ihren Barthaaren

Mit ihren Barthaaren spüren Robben Fische auf, die bis zu zwei Minuten vorher an ihnen vorbeigeschwommen sind. Im Bild: Bartrobbe. Eine junge Pelzrobbe wärmt sich an der Sonne auf: Eine angenehme Art, Energie zu tanken. 18 Polar NEWS

Singende Robben im Internet Auf der Webseite des amerikanischen Sound-Designers und Komponisten Douglas Quin sind Gesänge und Stimmen von unterschiedlichen Tieren der Antarktis zu hören, darunter der Weddellrobbe: www.antarctica2000.net/ wildlife/weddell.html Die Gesänge einer Bartrobbe vor Point Barrow in Alaska, untermalt durch die Rufe eines fernen Grönlandwals, sind zu finden auf: www.birds.cornell.edu/brp/ listen-to-project-sounds/bearded-seal. Diese Webseite ist auch für andere Tier - stimmen sehr interessant, sie wird unterhalten von der Forschungsstelle für Bioakustik des Cornell Lab of Orni - thology im US-Bundesstaat New York. Hundsrobben. Bei den Ohrenrobben schläft nur eine der beiden Hirnhälften – eine Fähigkeit, die man auch bei den Vögeln festgestellt hat. Wenn also eine Ohrenrobbe mit Hilfe der einen wachen Hirnhälfte kurz auftaucht, um zu atmen, döst die andere Hälfte des Gehirns in aller Ruhe weiter. Walrosse, Seehunde und einzelne See- Elefanten hat man schon in einer ganz ausgefallenen Schlafposition mitten im Meer gesichtet: Sie schlafen an der Wasser - oberfläche. Man sieht nur knapp den Kopf mit den grossen Nasenöffnungen aus dem Wasser ragen. Der Rest des Robbenkörpers driftet beinahe senkrecht im Wasser wie der Korken einer Weinflasche. «Bottling» wird diese Schlafweise genannt, vom englischen Wort für Flasche. Zumindest bei den See-Elefanten weiss man dank den erwähnten Satellitensendern seit neuestem auch, wie diese Tiere normalerweise im offenen Wasser schlafen. Die gröss te Robbenart der Welt verbringt Monate auf See und legt dabei Zugstrecken zurück, die mehrere tausend Kilometer lang sein können. Das macht natürlich müde: Überkommt sie der Schlaf, drehen sich See- Elefanten auf den Rücken und lassen sich bis zu 16 Minuten lang einfach fallen. Wie ein grosses, fettes, tonnenschweres Laub blatt trudeln sie in Spiralen dem Meeres boden entgegen. Fast wäre man versucht, sich bei diesem Bild an die Finger der Meeresgöttin Sedna zu erinnern, wie sie sachte im Meer nach unten sinken, und denen alle Robben der Welt ihr Dasein verdanken... PolarNEWS Von ganz viel bis fast ausgerottet Die Krabbenfresserrobbe der Antarktis ist mit einer stolzen – allerdings auch umstrittenen – Zahl die häufigste Robbe und auch eines der häufigsten Säugetiere überhaupt: Von ihr soll es 11 bis 12 Millionen Tiere geben, wie grobe Schätzungen behaupten. An zweiter Stelle auf der Südhalbkugel folgt der Antarktische Seebär (auch Antarktische Pelzrobbe) mit bis zu 4 Millionen Tieren. Auf der Nordhalbkugel hält die Sattel - robbe mit 6 bis 8 Millionen Individuen den Häufigkeitsrekord, mit der Ringel - robbe auf Platz zwei (3 bis 4 Millionen Individuen). Am anderen Ende der Volks zählung findet sich die Mittelmeer-Mönchs robbe mit weniger als 450 Individuen. Sie ist eines der weltweit am stärksten bedrohten Säugetiere. Wer eine solche Mönchs - robbe zu sehen bekommt, dem ist eine glückliche Zukunft garantiert, so sagt man wenigstens. Das Abbild eines Mönchsrobbenkopfes zierte übrigens eine der ersten Münzen, die vor gut 2500 Jahren geprägt wurden. Selbst im Zoo drehen sich See-Elefanten gerne mal auf den Rücken und gönnen sich ein Nickerchen im Schwimmbecken. Polar NEWS 19

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