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PolarNEWS Magazin - 10

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Schwerelos: Diese Qualle

Schwerelos: Diese Qualle besitzt zwar acht Arme, heisst aber Vierhorn-Becherqualle (Lucernaria quadricornis). Die Weichkoralle Gersemia fruticosa ist in allen Weltmeeren anzutreffen. Sie ernährt sich von Plankton. Auch Seesterne leben in allen Meeren. Dieser Urasterias Linci aber ist ausschliesslich in polaren Gewässern anzutreffen. 50 Polar NEWS

Von Sabrina Belloni (Text) und Franco Banfi (Bilder) Ein Schleimiger Sculpin (Cottus cognatus), ein arktischer Bodenfisch, versteckt sich vor den Tauchern im schützenden Kelp. Nordische Seespinnen (Hyas araneus) ernähren sich vegetarisch. Sie leben in Tiefen bis zu 50 Metern, ihr Panzer wird bis zu 11 Zentimeter lang. Fünf Tage tauchen unter dem Eis des gefrorenen Weissen Meeres im Süden der russischen Kola-Halbinsel, 100 Kilometer von Kandal aksha entfernt! Die Temperaturen sind im März um den Gefrierpunkt herum, sowohl über als auch unter Wasser, etwas tiefer sogar -3 Grad. Zum Glück sind unsere kleinen Holzhäuschen, in denen wir unser Lager haben, mit Heizung ausgestattet. Das Eis ist bis eineinhalb Meter dick und immer in Bewegung: Es knarrt und kracht, wenn die Gezeiten in die Bucht drücken, das Knacken ist auch im Wasser gut zu hören. Irgendwie unheimlich. Wir sind mit Seilen verbunden: Sowohl von Taucher zu Taucher als auch mit einem Kontrollmann auf dem Eis, auch wenn die Sicht unter Wasser bei guten Verhältnissen bis zu 50 Meter beträgt – das Meer ist hier nicht sehr tief, maximal 15 Meter. Weil das Weisse Meer nicht so salzhaltig ist wie die Barentssee, an die es grenzt, sind Flora und Fauna nicht so vielfältig wie in anderen polaren Meeren. Was wir aber hier an Schönheit entdecken, raubt uns trotzdem den Atem: farbige Kaltwasserkorallen, Schwämme, Seeschnecken, Polypen, Tintenfische, See - anemonen, Krabben, Seesterne und verschiedene Fische. Und natürlich die Kelp-Wälder mit ihren riesigen Algenblättern. Wunder - schön. Eine eigene Welt, eingetaucht in das gelbliche Licht, das durch das Eis ins Wasser dringt. Plötzlich taucht ein Belugawal auf. Und noch einer – und noch einer! Belugas sind freundliche Tiere, sie haben wohl hier ihr Revier und kommen schauen, was das für komische Lebewesen sind, die da plötzlich in dicken Neoprenanzügen und langen Flossen durchs Wasser schwimmen. Schnell werden die neugierigen Belugas zutraulich, sie lassen sich fotografieren und sogar berühren. Zauber - haft, berührend, schön. Entlang des Sicherheitsseiles finden wir zurück zum Einstiegsloch. Durchgefroren, aber glücklich ziehen wir unsere Taucher - ausrüstungen aus und wärmen und erstmal auf im fahrbaren Whirlpool. PolarNEWS Zurück ins Trockene: Die Taucher sind miteinander mit einem Seil verbunden, das ein Sicherheitsmann auf dem Eis kontrolliert. Gwundernase: Der Beluga schaut sich die Kamera aus der Nähe an. Polar NEWS 51

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