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PolarNEWS Magazin - 10

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Das Gebräuchliche

Das Gebräuchliche Löffelkraut wächst in der Nähe von Vogelkolonien und ist reich an Vitamin C. Walfänger assen es, um Skorbut vorzubeugen. In diesen staunassen Tälern wächst das Wollgras. Die Samenstände sehen aus wie kleine Schneebälle: Es ist ein besonderes Erlebnis, eine sich im Wind wiegende Woll - graswiese zu sehen. Sobald man sich aus den feuchten Talsohlen in die umliegenden Hänge begibt, ändert sich jedoch für die Pflanze die Wasserversorgung rapide. Schon während der Schneeschmelze läuft das gesamte Wasser ab, und die trockene Luft und der Wind sorgen weiterhin für mehr Verdunstung von Wasser, als durch Niederschlag nachgeliefert wird. An diesen trockensten Orten und auf Steinen, an denen Leben kaum mehr möglich scheint, gedeihen aber immer noch eine Gruppe von Ge - wächsen: die Flechten! dioxid und Wasser herstellen. Verschiedene Arten von Pilzen und Algen können sich zu Flechten zusammenschliessen. Durch die vielen Kombinationsmöglichkeiten gibt es eine grosse Vielzahl von Flechten. Die Pflanzen der Hocharktis sind sehr gut an ihren extremen Lebensraum angepasst. Da die Sommer kurz sind, funktioniert ihre Vermehrung sehr oft über Klone, denn diese Art der Vermehrung ist schneller und dazu weniger energieaufwendig als sexuelle Vermehrung. Sexuelle Fortpflanzung spielt bei vielen Pflanzenarten der Hocharktis eine untergeordnete Rolle. Genetisch identische Klone sind optimal, solange die Umweltbe dingungen gleich bleiben, denn jede Tochterpflanze erhält exakt die gleiche genetische Aus - stattung, mit der ja schon die Mutterpflanze erfolgreich war. Was unter konstanten Umweltbedingungen zum Vorteil gereicht, verkehrt sich aber unter sich ändernden Klimabedingungen zum Nachteil. Diese Pflanzenarten haben nur ein geringes Anpassungspotential an sich ändernde Umweltbedingungen, da die Gene bei der Fortpflanzung nicht neu rekombiniert werden. Es bleibt also zu hoffen, dass die hochspezialisierten Pflanzen der arktischen Wüsten mit den rapiden Veränderungen ihres Lebensraumes durch den Klimawandel Schritt halten können. PolarNEWS Doppelter Nutzen Flechten sind keine Pflanzen, sondern eine Symbiose, ein Zusammenleben zweier Organismen zu beiderseitigem Nutzen, und zwar zwischen Alge und Pilz. Beide Partner können einzeln in arktischem Klima nicht überleben, denn die Algen alleine könnten sich nicht gegen Austrocknung schützen. Pilze hingegen brauchen Nährstoffe, denn Pilze sind nicht in der Lage, sich mittels Photosynthese selbst zu ernähren. Ge mein - sam sind sie jedoch ein Jahrmillionen altes Erfolgsmodell. Sie ergänzen sich optimal: Der Pilz ist mit dicken Zellwänden gut gegen Austrocknung geschützt und lässt die Algenzellen in seinen Pilzkörper mit einziehen. Im Gegenzug liefert die Alge dem Pilz Nährstoffe, denn wie alle grünen Pflanzen kann die Alge mit Hilfe von Sonnenlicht Zucker aus Kohlenstoff - Flechten sind keine Pflanzen, sondern eine Symbiose aus Pilzen und Algen. Sie sind in allen möglichen Farben anzutreffen und können nur gemeinsam überleben. 40 Polar NEWS

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