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PolarNEWS Magazin - 10

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Interview Besuch bei

Interview Besuch bei Kubnys Die zehnte Ausgabe von PolarNEWS ist ein Grund zum Feiern! Das grosse Interview mit den Herausgebern und Kälte-Experten Heiner und Rosamaria Kubny – im heissen Sprudelbad. 22 Polar NEWS

Gemütlich, hell und aufgeräumt. In ihrer Wohnung in Zürich-Höngg mit Aussicht über die Dächer der Stadt geniessen Heiner und Rosamaria Kubny ihre knapp bemessene Freizeit. Aber auch hier hecken sie andauernd neue Pläne aus. Interview: Reto E. Wild Bilder: Karl-Heinz Hug Das Gespräch findet auf der Terrasse der Dachstockwohnung von Rosamaria und Heiner Kubny in Zürich-Höngg statt. Die Aussicht auf den Zürcher Hausberg Uetli - berg und die Limmat ist überwältigend. Sie wirkt fast schon stadtparadiesisch – wären da nicht die Güterzüge, die ganz in der Nähe vorbeidonnern. Die Stimmung ist trotzdem aufgeräumt. Die beiden strotzen vor Energie und Lebensfreude. Immer wieder leuchten die Augen, wenn sie von ihren Reise - erfahrungen berichten. Das Ehepaar Kubny ist in Fachkreisen inzwischen schweizweit als Polarexperten bekannt. Wie sind Sie auf die Region gekommen? Heiner Kubny: Innerhalb von drei Jahren haben wir den Westen Nordamerikas von Tijuana bis Vancouver bereist. Als wir eines schönen Tages im Bryce Canyon standen und von über einem Dutzend Fotografen umgeben waren, schauten wir uns an und fragten uns, ob es wirklich das ist, was wir wollen, denn wir hatten immer den Wunsch, eine Multivisionsshow zu produzieren. Angesichts der Konkurrenz hatten wir nach diesem Erlebnis eine ganze Kiste mit USA- Dias im Keller verstaut und etwas anderes gesucht. Rosamaria Kubny: In einer Zeitung lasen wir eine Reportage über ein russisches Schiff in der Antarktis, buchten es und dachten: Das ist es doch, wonach wir so lange gesucht haben. Daraus lässt sich ein Diavortrag machen. Als wir einen Vor - bereitungsabend besuchten, begegneten wir Leuten, die bereits zum dritten Mal in der Antarktis waren. Ich sagte zu Heiner: Die müssen wohl einen Fleck weghaben (lacht). Und inzwischen haben Sie die Antarktis mehr als nur dreimal besucht? Rosamaria: Ja, allein in der Antarktis waren wir in den letzten zehn Jahren schon über 20 Mal. Inzwischen haben wir auch die Arktis entdeckt. Die Polarregionen sind eine Wildnis. Sind Sie nie in eine heikle Situation geraten? Heiner: Einmal war ich zusammen mit einer kanadischen Fotografin auf einer Expedition zu den Kaiserpinguinen in der Weddell Sea. Bei Minus 30 Grad Celsius wurden wir von einem Sturm überrascht. Trotzdem wollte ich die Pinguine bei Böenspitzen von über 100 Stunden - kilometern fotografieren – und verlor ohne GPS die Orientierung. Für die Strecke von den Pinguinen zum Zelt, für die ich normaler - weise kaum zehn Minuten benötigte, brauchte ich eineinhalb Stunden und kam total erschöpft zurück ins Camp. Lange Zeit wollte ich mir nicht eingestehen, dass ich so naiv sein konnte, mich diesem Risiko auszusetzen, nur um gute Bilder zu schiessen. Was waren die bewegendsten Momente auf Ihren Reisen zu den Polarregionen? Heiner: Meist erleben wir diese nicht im Zielgebiet selbst. Unsere letzte Diashow «Im Reich der Pinguine» präsentierten wir beispielsweise vor 1000 Zuschauern mitten in Berlin. Der Applaus danach hat mich ungemein bewegt. So was habe ich schlicht noch» Mitbringsel aus Tschukotka: Ein aus Walross-Elfenbein geschnitztes Paar und eine Stofftasche, die Rosamaria in örtlichen Museum selber gefertigt hat. Polar NEWS 23

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