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PolarNEWS Magazin - 1

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Expedition Meine

Expedition Meine Expedition zu Kein Tier wohnt so weit weg von den Menschen wie der Kaiserpinguin. In grossen Kolonien leben diese Tiere im Innersten der Antarktis. Wer sie besuchen will, muss eines im Überfluss haben: Zeit, sehr viel Zeit. Bericht einer beschwerlichen, aber tief erfüllenden Expedition. Text und Bilder von Heiner Kubny Bereits bei früheren Expeditionen machte ich Bekanntschaft mit Adventure Network International (ANI), die professionell Expeditionen ins Innere der Antarktis organisiert und begleitet. Nach dem Studium der ANI-Website war für mich der Fall klar: Die nächste Expedition werde ich bei ihnen buchen. Im Vergleich zu meinen bisherigen Expeditionen in die Antarktis, bei denen ich immer auf einem Eisbrecher unterwegs war, nahmen die Vorbereitungen für diese doch spezielle Expedition noch mehr Zeit in Anspruch. Von Zürich aus erreiche ich mit einem Zwischenstopp in Buenos Aires Santiago de Chile. Von zuhause habe ich über Internet ein Zimmer reserviert. In Santiago de Chile angekommen, stehe ich nach einer langen Irrfahrt mit dem Taxifahrer im Industrie ge - biet vor einem Hochhaus. Im 16. Stockwerk werden sechs Zimmer an Touristen vermietet. Die Aussicht vom Zimmer ist zwar hervorragend. Das im Kühlschrank bereitgestellte Frühstück ist dann aber doch recht unpersönlich... Übergewicht – wie üblich Am nächsten Tag schleppe ich meine 62 Kilogramm Fluggepäck wieder zum Flug - platz. Beim Einchecken gibt es wie immer Probleme: zuviel Gewicht und zu grosses Handgepäck. Naja, dieses Problem gehört zum täglichen Leben eines Fotografen. Der Rolli mit den 300 Diafilmen wird akzeptiert, aber mein Fotorucksack sprengt alle Grenzen. Ich kenne das bereits von früheren Flügen. Diesmal bin ich jedoch alleine unterwegs und kann das Gewicht meines Gepäcks nicht auf mich und meine Frau Rosamaria verteilen (wie praktisch kann doch eine Begleitung sein!). Eines ist klar: Auf keinen Fall werde ich meine Fotoausrüstung aus der Hand geben. Nach 20 Minuten Diskussion mit diversen «Chefs» und einer symbolischen Übergewichtspauschale von 25 amerikanischen Dollar erhalte ich meine Bordkarte. Die nächste Hürde, Handkontrolle der Filme, ist nur noch «Beigemüse». Endlich sitze ich in der LAN Chile Boeing 767, und um Punkt 11 Uhr startet der Flug Sechs Tage verbrachte ich im Camp am Dawson Lambton Gletscher. Ständige Besucher waren die Kaiserpinguine.

den Kaiserpinguinen LA 085 nach Punta Arenas, das ich nach einem Zwischenstop in Puerto Mont um 15.10 Uhr erreiche. Nach der Gepäckaus - gabe empfängt mich Liz Shaw von ANI und begleitet mich ins Hotel Isla Rey Jorge. Die erste Frage, die Liz mir stellt, lautet: «Wieviel Zeit hast du mitgebracht?» Die Bedeutung dieser Frage werde ich in den nächsten Wochen quasi ausführlich kennenlernen. Der nächste Tag beginnt mit der Versammlung aller Expeditionsteilnehmer. Wir sind sechs Fotografen und zehn Bergsteiger. Liz informiert uns, dass die Wetterverhältnisse in Patriot Hills, unserem Basiscamp rund 950 Kilometer vom Südpol entfernt, problematisch seien: Die Lande - bahn in Patriot Hills besteht aus über tausend Jahre altem Eis, was für das Flugzeug kein Problem darstellt. Da zurzeit aber 50 Zentimeter Neuschnee liegen, kann wegen der fehlenden Bodenfreiheit die bereitstehende Hercules nicht abheben. Zudem warten bereits drei andere Expeditionen, die mit Skiern zum Südpol wollen, schon seit drei Wochen. Mit Marktbesuchen, Stadtbummel und Ausflügen in die nähere Umgebung vertreiben wir unsere Wartezeit. Langsam begreifen wir, warum man uns bei unserer Ankunft gefragt hat, wieviel Zeit wir mitgebracht hätten. Selbst eine so erfahrene Organisation wie Adventure Network International, die seit 1985 Expeditionen in die Antarktis organisiert, kann nicht verhindern, dass wir zwei Wochen auf gutes Wetter warten müssen. Doch man ist gut vorbereitet. Wir machen Ausflüge in die wunderschöne Umgebung und sind beeindruckt von der vielfältigen Flora und Fauna. Ersatz für die Hercules Nach mehr als zwei Wochen Wartezeit ist die Piste in Patriot Hills noch immer nicht geräumt, die drei anderen Pol-Expeditionen warten immer noch in Punta Arenas. Langsam, aber sicher werden wir ungeduldig. Schliesslich entscheidet die Expedi - tions leitung den Flug mit einer Iljuschin 76 zu wagen. Diese riesige russische Fracht - maschine mit einem Startgewicht von über 210 Tonnen wird normalerweise nur für Mit dem Frachtflugzeug ins Herzen der Antarktis. 7

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