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Dies & Das Aus neuer

Dies & Das Aus neuer Sicht beschrieben Nach unzähligen Büchern über sich selber und den Yeti fühlt sich der Extrembergsteiger Reinhold Messner in seinem neuen Buch in den Expeditionsteilnehmer Hjalmar Johansen hinein: Leichtfüssig erzählt und gut dokumentiert entwickelt der Autor ein berührendes Psychogramm des glücklosen Abenteurers. «Ein tapferer, umgänglicher Mann, ein guter Kamerad, treuer Freund, so aufrichtig und natürlich, bescheiden und schweigsam, eine Seele, die keinen Verrat kannte.» So beschrieb der Polar - forscher Fridtjof Nansen seinen Exped itions - teilnehmer Hjalmar Johansen. Alles Eigen schaften, die auch einen Mann wie Reinhold Messner, Bergsteiger-Pionier und Arktis-Durchquerer, beeindrucken. Deshalb widmet er sich in seinem neuen Buch «Pol – Hjalmar Johansens Hunde - jahre» ausschliesslich der Bio grafie von Johansen, in seiner Zeit der beste Turner und Skisportler Norwegens. Messner beschreibt in Ich-Form, wie Hjalmar 1893 bis 1896 mit Fridtjof Nansen beim Versuch scheitert, auf Skiern den Nordpol zu erreichen, und wie er 1911/1912 im Team von Roald Amundsen zum Südpol unterwegs ist. Johansen Gefunden im eben erst erschienenen Bildband «70er» (Aura-Verlag) des Luzerner Fotografen Emanuel Ammon, das in spannenden Bildern den Zeitgeist der 1970er- Jahre in der Schweiz dokumentiert: Tierpflegerin Maxi Niedermeyer führt den Eisbären «Baby» des Circus Stey in Rothenburg an der Leine spazieren. Neugierige Kinder folgen dem ungleichen Paar – was für eine Attraktion! Das Bild entstand 1976 und zeigt, wie unbedarft man Tiere damals zur Schau stellte und wie unvorsichtig man die Wildheit eines Eisbären und von Raubtieren allgemein falsch einschätzte. Auch wenn der Eisbär «Baby» hiess: Ein Schlag mit seinen Pranken stellt Entscheide Amundsens in Frage und wird von seinem Chef zurück ins Basislager geschickt. Der treue Helfer geht beide Male leer aus, den Ruhm ernten andere. 1913 erschoss sich Johansen in einem Park in Oslo, er war 45 Jahre alt. Messner stützt seine Erzählung gut dokumentiert auf Tagebücher verschiedener Expeditionsteilnehmer und hält sich dadurch streng an die historischen Fakten. Die Ich-Form erlaubt es dem Autor, einen Menschen zu beschreiben, von dem er selber tief beeindruckt ist. Ein spannendes, kurzweilig zu lesendes Buch mit vielen Original-Bildern der beschriebenen Expeditionen. Nicht nur für Pol- Freunde ein Vergnügen. Einziger winziger Makel: Das Buch-Cover geht komplett am Inhalt vorbei. Christian Hug «Baby» geht mit Maxi spazieren Ein kurioses Bild regt zum Nachdenken an. Über den Umgang der Menschen mit wilden Tieren – gestern und heute. hätte genügt, und seine Pflegerin hätte selber einen Pfleger gebraucht. Wie gefährlich Eisbären auch in freier Wildbahn sind, zeigte der Angriff eines Bären auf ein Zeltlager englischer Jugendlicher vergangenen August in Spitzbergen: Obwohl die Lagerleiter bewaffnet waren, verletzte das Tier zwei Jugendliche und zwei Gruppenleiter und tötete einen Jugendlichen. Der Eisbär wurde schliesslich erschossen. Zuletzt war auf Spitzbergen im Jahr 1995 ein Mensch am Rand von Longyearbyen von einem Eisbären getötet worden. Christian Hug Reinhold Messner: «Pol – Hjalmar Johansens Hundejahre». Malik-Verlag, 301 Seiten. IMPRESSUM Auflage: 50’000 Herausgeber KubnyArt Ackersteinstr. 20 8049 Zürich Tel. +41 44 342 36 60 Fax +41 44 342 36 61 Mail: redaktion@polar-news.com Web www.polar-news.com Redaktion Heiner Kubny Christian Hug Rosamaria Kubny Blattmacher Christian Hug 6370 Stans Korrektorat Riccardo Caravina, Sarnen Layout Hug Design Sadia Hug Petit-Vivy 1783 Barberêche Druck Vogt-Schild Druck AG Gutenbergstrasse 1 4552 Derendingen Anzeigen Kubny Art 8049 Zürich Tel. +41 44 342 36 60 Fax +41 44 342 36 61 Mail: redaktion@polar-news.com Eine aus heutiger Sicht bizarre Attraktion: Zirkus-Eisbär auf Dorfspaziergang, 1976. Mitarbeiter dieser Ausgabe Priska Abbühl Peter Balwin Greta Paulsdottir Wolf Schneider Christoph Höbenreich 34 Polar NEWS

Zwischen Fotoapparat und Pinsel Eigentlich ist Karl-Heinz Hug Fotograf. In der Malerei entdeckt der Profi aber neue Möglichkeiten, seine Umwelt in Bildern festzuhalten. Aus der Spannung zwischen dem Festhalten des Moments und dem kreativen Arbeitsprozess entsteht Malerei und FotoArt – auch Bilder von arktischen Regionen aus der Vogelperspektive. Als freischaffender Tier- und Werbefotograf ist Karl-Heinz Hug aus Barberêche im Kanton Freiburg oft auf Reisen unterwegs. Aus dem Flugzeug betrachtet er dann die Welt von oben und ist immer wieder fasziniert von den Formen und Farben, die sich tausende von Metern unter ihm offenbaren. «An einem schönen Sonntag vor vier Jahren habe ich zu Hause das Malset hervorgenommen, das meine Frau vor langer Zeit gekauft, aber nie gebraucht hatte, und habe einfach angefangen zu malen», erzählt Karl-Heinz. Mit seiner Frau meint er übrigens Sadia, die Grafikerin von PolarNEWS. Im Gegensatz zur Fotografie sei die Malerei nicht das Einfangen eines Moments, sondern eine Entwicklung, ein Arbeitsprozess, «in den ich oft bis in die Nacht tief versunken bin». Sein erstes Bild war ein Portrait von Imo, seinem Schäferhund. Karl-Heinz fand sehr schnell Gefallen an der Malerei, «weil man beim Malen immer an einen Punkt kommt, wo man nicht mehr weiter weiss». Dann muss er das Bild ruhen lassen, bis die zündende Idee kommt. Das dauere manchmal Tage, manchmal Monate. «Beim Foto - grafieren kann man sich zwar ausführlich vorbereiten, das Fotografieren selbst passiert aber im Moment, danach ist nichts mehr veränderbar», erklärt Karl-Heinz. Neben Tierportraits fing er an, die Eindrücke von den Flügen umzusetzen. So entstand auch das Bild «Sibirien»: «Ich war auf dem Rück - flug von Tokyo nach Zürich, und auf zehn Kilometern Höhe sah ich dieses Land in seiner schönsten Pracht.» Seine Eindrücke von Sibirien hat er dann aber nicht mit Pinsel und Farbe auf eine Leinwand gebracht, sondern die digitale Fotografie mit mehreren Computerprogrammen bearbeitet und schliesslich im Grossformat auf Dibond gedruckt. FotoArt nennt er diese Form von Kunst. Inzwischen zeigt Karl-Heinz seine Werke an Ausstellungen und bietet sie zum Verkauf an. «Sibirien», FotoArt auf Dibond, 200x100 Zentimeter. www.artoogle.ch/artist.php?I=1170730635 Rosamaria Kubny «Polar». Acryl auf Leinwand, 190x190 Zentimeter. Polar NEWS 35

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