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Ausgewachsene Eisbären schwimmen über sehr weite Distanzen. Jungtiere haben für so lange Strecken nicht genug Ausdauer. westlichen Hudson Bay keine Jungen werfen oder diese nicht aufbringen. Noch schlimmer ist das Szenario bei einer um zwei Monate früheren Eisschmelze: Die Hälfte bis alle Bärinnen würden ihre Jungen verlieren mangels verfügbarer Robben. Gleichzeitig würde sich die durchschnittliche Wurfgrösse im ersten Fall um ein bis zwei Drittel, im zweiten Fall um die Hälfte bis 100 Prozent reduzieren. Dies jedoch bedeutet schlichtweg, dass die Eisbären-Subpopulation an der westlichen Hudson Bay unter den gegebenen Zukunfts - aussichten nicht überleben wird. Die Forscher gehen davon aus, dass bei über einem Drittel aller Eisbären in der Arktis mit ähnlichen Auswirkungen gerechnet werden muss, weil die Möglichkeit zur Nahrungs - suche (und Energiespeicherung) auf dem Eis verkürzt und die Zeit des Fastens an Land verlängert wird. Eis wird Mangelware Wenn das Packeis früher als sonst auftaut und später im Jahr zufriert, verkürzt sich die Zeit, während der Eisbären Robben jagen können. Trächtige Weibchen haben dann Mühe, sich den dringend benötigten Fett - vorrat für die lange Zeit in der Wurfhöhle anzufressen. Und Bärenweibchen mit Jung - tieren, die im Frühling aus den Wurfhöhlen hervorkommen, finden bei ungünstigen Eisver hältnissen weniger Jungrobben – ei - Polar NEWS gent lich die Kraftnahrung für die kleinen Eisbärchen. Weil das wenige Eis auch noch viel schneller wegschmilzt in den wärmeren Sommern, müssen viele Eisbären länger an Land ausharren, praktisch ohne Nahrung. Jene Bären allerdings, die im Sommer auf dem Meer - eis bleiben, werden wegen des rapiden Ab - schmelzens mit dem Eis in weit nördliche Gebiete verfrachtet, in denen weniger (oder keine!) Robben mehr vorkommen. Je früher und leichter die geschlossene Packeisdecke in einzelne Schollen (Treibeis) aufbricht, desto häufiger entstehen grosse offene Wasserflächen. Obwohl der Eisbär als Meeressäuger ein vortrefflicher Schwimmer ist, zehren weite und häufige Schwimm - strecken am Energiehaushalt. Für den Nachwuchs in den ersten Lebensmonaten sind weite Wasserrinnen im Eis tödlich – die Kleinen können nicht zu lange im kalten Wasser schwimmen. Das arktische Packeis, ein faszinierender Lebensraum, ein vernetztes Ökosystem, ist in Bedrängnis. Viele aktuelle Beobachtungen quer durch die Arktis machen klar, dass der Bericht des Weltklimarates von 2007 das Tempo, mit dem das arktische Meereis schmilzt, drastisch unterschätzt hat. Drei Bedrohungen Diese drei grossen Veränderungen des Meer - eises bedrohen das Leben der Eisbären: • Rapide Abnahme der sommerlichen Mini - malausdehnung: Jeweils im September hat das sommerliche Abschmelzen des Meer - eises seinen Höhepunkt erreicht. Dann ist die Eisbedeckung im Arktischen Ozean natürlicherweise am geringsten, bevor sie kurz danach durch das neuerliche Zufrieren im Herbst und Winter wieder anwächst. Diese im September gemessene minimale Aus - dehnung des Meereises nimmt dramatisch ab, weil im Sommer mehr Eis wegschmilzt als je zuvor. Geht dies im gleichen Tempo weiter, wird der Arktische Ozean in 30, 40 Jahren im Sommer praktisch eisfrei bleiben. Ein warnendes Beispiel: 2008 waren die Nordost- und gleichzeitig die Nordwest - passage praktisch eisfrei – zum ersten Mal in der Geschichte. • Verlust von mehrjährigem Meereis: Obwohl grosse Flächen des Arktischen Ozeans seit Urzeiten im Winter gefrieren und im Sommer auftauen, blieben bisher immer weite Teile dieses Polarmeeres von Eis be - deckt, welches einem oder mehreren sommerlichen Auftauprozessen widerstanden hatte und so zu mehrjährigem Eis wurde. Heute findet sich kaum noch älteres Meereis, und altes Eis, das fünf oder mehr Sommer überdauert hat, ist beinahe ganz aus der Arktis verschwunden. • Geringere Dicke des Packeises: Die durchschnittliche Dicke der Eisdecke über dem Arktischen Ozean betrug im Jahre 1980 noch » 19

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