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News aus der Polarforschung Zusammengestellt von Peter Balwin Die Ernährung umgestellt In der Eiszeit vor 12’000 Jahren war die Beringsee vor Alaska zum grössten Teil eine steppenartige Landbrücke. Als eines der ökologisch produktivsten Meeresgebiete weltweit ist die Beringsee heute das bevorzugte Nahrungsgebiet von Tausenden von Pazi - fischen Grauwalen – wo aber fanden diese Wale am Ende der Eiszeit ihr Fressen? Und in den vielen Eiszeiten davor? Zwei US-amerikanische Forscher, ein Paläo - biologe und ein Molluskenspezialist, fanden heraus, dass Grauwale das Zeitalter des Plei - stozäns (2,58 Mio J. v. Chr. bis 9600 J. v. Chr.) einzig dadurch überlebt haben, weil sie zwischen unterschiedlichen Er nährungs weisen wechseln können. Gerade eben ist ein solcher Prozess zu beobachten: Etliche Grauwale bleiben das ganze Jahr über bei Vancouver Island, anstatt zwischen Alaska und dem Golf von Kalifornien hin und her zu wandern, und fressen Heringe anstatt Flohkrebse wie ihre Artverwandten vor Alaska. Quelle: PlosOne Der Eisbär – ein Ire? Eine 18-köpfige Forschergruppe aus Bio - mathematikern, Genetikern und Evolutions - biologen ist der Entstehungsgeschichte des Eisbären nachgegangen. Die Studie zeigt, dass sich die Abstammungs - linie der Muttertiere heutiger Eisbären auf Mischlinge zwischen Eisbären und einer heute ausgestorbenen Population von Braun bären aus Grossbritannien und Irland zurückführen lässt. Jene Hybridbildung muss kurz vor oder während der letzten Eiszeit erfolgt sein. Quelle: Current Biology Neue Gletscherflüsse kartiert Amerikanische Wissenschaftler haben ein riesiges Netz von bisher unkartierten Gletschern auf dem Kontinent Antarktika entdeckt. Dabei kamen unglaublich riesige, bisher unbekannte Eisbewegungen zu Tage, vom Herz des Kontinents über tausende Kilometer hin zu den Küsten. Die Forscher entdeckten auch einen neuen Gebirgszug unter den Eismassen, welcher den fast 14 Millionen Quadratkilometer grossen Kontinent von Ost nach West durchkreuzt, sowie Eisbewegungen bis zu 250 Meter pro Jahr selbst auf den immensen Hochplateaus des Inlandeises. Quelle: University of California, Irvine Film zum Fluss der Gletscher unter: www.polar-news.ch/antarktis/forschungumwelt/403-fliessende-gletscher-in-derantarktis.html Unterschiedlich schnell fliessende Gletscher. 12 Polar NEWS

Zwölf Vulkane in der Antarktis entdeckt Während einer Forschungsfahrt zu den Süd-Sandwich-Inseln in der Antarktis haben Wissenschaftler des British Antarctic Survey beim Kartieren des Meeresbodens 12 neue, bisher unbekannte untermeerische Vulkane entdeckt. Einige davon sind bis zu 3000 Meter hoch. Man fand auch einen eingestürzten Vulkankrater, dessen Durchmesser 5 Kilo - meter betrug. Diese Entdeckung trägt dazu bei herauszufinden, was passiert, wenn untermeerische Vulkane ausbrechen oder zusammenstürzen. Tsunamis könnten die Folge sein. Die eigenartige Tierwelt im vulkanisch aufgewärmten Wasser bietet neue Einblicke in die Entstehung von Leben auf der Erde. Quelle: British Antarctic Survey BAS Krill schafft Eisen an die Oberfläche Bis zu 20 Prozent des Antarktischen Krills, der Basis der Nahrungspyramide in antarktischen Gewässern, wandert im freien Wasser ständig auf- und abwärts, wie eine Studie kürzlich belegte. Am Meeresgrund fressen die bis zu 6 Zentimeter grossen Ruderfusskrebschen eisenhaltige Partikel zerfallender Organis - men. Mit einem Magen voll mit Eisen kehren die Krillkrebschen zurück an die Meeresoberfläche, wo sie das Eisen ins Wasser bringen. Darauf hat das pflanzliche Plankton nur gewartet: Es verzehrt den Mikronährstoff Eisen. Auf diese Weise fällt dem Krill eine Schlüsselrolle bei der Eisendüngung des Südozeans zu. Quelle: SciencePoles Neue Tiefsee-Vulkane kartografiert. Beim Alpenschneehuhn sind Schnellläufer gefragt Während einer Studie über das Alpen - schnee huhn auf der hocharktischen Insel - gruppe Svalbard/Spitzbergen haben Orni - thologen einer britischen Universität be - merkt, dass grosse Männchen viel effizienter und vor allem um bis zu 50 Prozent schneller rennen können als Weibchen. Wer gut und schnell laufen kann, verteidigt sein Territorium erfolgreicher gegen andere Männchen. Und prompt finden solche Schnell läufer schneller ein Weibchen. Quelle: Science Daily Bild: WWF Walrosse flüchten an Land Weil die Tschuktschensee zwischen Russland und dem nördlichen Alaska auch diesen Sommer sehr früh eisfrei war, retteten sich Tausende von Walrossen an die Küsten Alaskas. Bis Mitte August hatten sich an einer Uferlinie bei der Siedlung Point Lay bereits an die 8000 Walrosse versammelt. Dieses durch die Klimaerwärmung erzwungene Verhalten war bereits 2010 beobachtet Dichtes Walross-Gedränge in Alaska. worden; damals flüchteten rund 20’000 Walrosse wegen Eismangels an die Küsten Alaskas. Dieses Jahr trat dieses tragische Ereignis sogar drei Wochen früher ein als letztes Jahr. Durch die forcierten langen Schwimmstrecken und das grosse Geran - gel an solch riesigen Ruheplätzen sind Weibchen mit Jungtieren stark gefährdet. Quelle: WWF Der Klimawandel bringt Regen ins Meereis Als Folge des wärmeren Arktisklimas fällt immer mehr Niederschlag in Form von Regen. Zunehmend fehlt dem arktischen Meereis somit jene Schneeschicht, die das Eis bisher dank einem Rückstrahlungsfaktor (Albedo) von 85 Prozent vor zuviel Sonnen - licht geschützt hat. Weil die abstrahlende Schneedecke abnimmt, ist immer mehr Meereis der direkten Sonnenein strahlung ausgesetzt. Fazit: Das Eis schmilzt schneller. Quelle: Science Daily Polar NEWS 13

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